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Erfolgskriterien der digitalen Mikroversicherungen

Besonders in Entwicklungsländern kann es leicht passieren, dass unvorhersehbare Vorfälle mühsam aufgebaute Existenzen vernichten. Mikroversicherungen setzen an dieser Problematik an und ermöglichen den in Mitleidenschaft gezogenen Menschen eine Chance auf einen Neuanfang.

Durch die Zunahme an mobilen Dienstleistungen können digitale Mikroversicherungen eine gute Alternative zu herkömmlichen Mikroversicherungen darstellen, thematisiert der Beitrag Lessons Learned from Digital Microinsurance ‘Sprinters’. Beispielsweise besitzen in der Region Sub-Sahara bereits 60 Prozent der Bevölkerung einen Zugang zu mobilen Dienstleistungen. Dieser Zugang kann dazu genutzt werden, digitale Mikroversicherungen anzubieten. Obwohl bereits Ende 2014 weltweit rund 100 Unternehmen im Bereich der mobilen Mikroversicherungen operierten, konnte dennoch kaum ein Unternehmen mehr als eine Million einkommensschwache Kunden vorweisen.

Um arme Kunden verstärkt ansprechen und Maßnahmen und Empfehlungen für ein besseres und flächendeckenderes Angebot ableiten zu können,  wurden erfolgreiche digitale Mikroversicherungsanbieter auf ihre Charakteristiken und Erfolgskriterien untersucht. Insgesamt konnten sieben verschiedene Kriterien identifiziert werden:

  1. Großer Markt und starke Marke: Mobilfunkanbieter sollen Kooperationen mit digitalen Mikroversicherungsinstituten eingehen und ihre Marke und Expertise mit diesen teilen. Da die Mobilfunkanbieter bereits über einen großen Kundenstamm und eine starke Marke verfügen, haben Kunden zu diesen Anbietern in der Regel ein besseres Vertrauensverhältnis. Dies steigert die Bereitschaft eine Mikroversicherung abzuschließen. Eine Studie in Ghana hat in diesem Zusammenhang gezeigt, dass 70 Prozent der Studienteilnehmer das Angebot eines Mobilfunkanbieters gegenüber einem Versicherungsunternehmen bevorzugen.
     
  2. Verständliches Produkt und Benutzerfreundlichkeit: Einfache Registration und Produkthandhabung sind wichtig, um einen verständlichen Umgang mit dem Produkt zu gewährleisten. Beispielsweise trägt eine Registration via SMS dazu bei, dass der Kunde nicht extra zu einem Versicherungsmakler reisen muss.
     
  3. Simultaner Fokus auf Qualität und Quantität: Nur Qualität kann Wachstum nachhaltig fördern. In vielen Entwicklungsländern ist die Versicherungskultur nur sehr schwach ausgeprägt und kann daher nur über qualitativ hochwertige Produkte ein positives Image erreichen. Die Versicherungsprodukte sollen daher an die Bedürfnisse der Kunden angepasst sein und verhältnismäßige Preise haben. Ebenfalls ist eine einfache Zugänglichkeit und Verständlichkeit wichtig. Auch sollen die Kunden umfassend über verschiedene Arten von Versicherungen aufgeklärt und Versicherungsansprüche schnell, einfach und öffentlichkeitswirksam abgewickelt werden
     
  4. Breite Angebotspalette: Produktvielfalt ermöglicht es, eine Vielzahl an potenziellen Kunden ansprechen zu können.
     
  5. Der Prämienbetrag muss verhältnismäßig sein: Da sich das Angebot der Mikroversicherungen insbesondere an arme Menschen richtet, muss die Versicherungsprämie im Verhältnis zum Einkommen der Kunden stehen.
     
  6. Kombination aus digitaler und persönlicher Betreuung: Um möglichst viele Kunden ansprechen zu können, ist eine Kombination aus SMS, Versicherungsmakler und Call Center ratsam. Mobile Angebote sollten daher nie ganz auf persönlichen Kontakt verzichten.
     
  7. Verhältnis zu Regularien und Innovation: Es ist wichtig, dass Regularien und feste Strukturen nicht die Möglichkeit auf Innovationen einschränken. Daher müssen die verschiedenen Mikroversicherungsakteure ein Arbeitsumfeld gewährleisten, dass bestehende Standards erhält und gleichzeitig Raum für Innovationen schafft.

Diese sieben Kriterien können dazu beitragen, dass auch die arme Bevölkerung einen besseren Zugang zu Mikroversicherungen erhält und dadurch nachhaltiger auf die Zukunft vorbereitet ist.
 

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