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Die etwas andere Feldstudie: Ute Filipiak über ihren Insight-Trip nach Indien

Über die Jahre haben Teilnehmer verschiedenster Altersgruppen mit unterschiedlichen Erwartungen und Vorkenntnissen zum Thema Mikrofinanz an den Insight-Trips von Opportunity International teilgenommen. Das macht die gesammelten Eindrücke in den Reiseberichten so vielfältig und abwechslungsreich.

Ute Filipiak mit einer Mikrofinanzklientin

Diesmal war Ute Filipiak dabei. Ute Filipiak promoviert an der Bergischen Universität Wuppertal am Lehrstuhl für Industrie-ökonomik und Innovation und zu ihren Forschungsschwerpunkten gehören Mikrofinanz, Financial Inclusion und die Finanzmarkt-entwicklung in Indien. Doch von einem Rückzug in den Elfenbeinturm der Wissenschaft kann keine Rede sein. Stattdessen stürzte sie sich persönlich in das Abenteuer Indien und begleitete Opportunity-Mitarbeiterin Janina Kürschner im Rahmen eines Insight-Trips zu verschiedenen Mikrofinanz-Projekten in Tamil Nadu, Indien.

Soziale Performance als Erfolgsrezept

Zunächst stand ein Besuch der Zentrale der Mikrofinanzinstitution (MFI) Growing Opportunity in Chennai auf dem Plan. Growing Opportunitys Mission geht über die reine Kreditvergabe hinaus. Sie schulen die ausnahmslos weiblichen Klientinnen in Themen wie Hygiene, gesunder Ernährung und Umgang mit Geld. Das hilft den Klientinnen, aber ist auch im Sinne von Growing Opportunity. Ute Filipiak erklärt das so: „Nur wenn die Kunden gesund sind und Hilfestellung bei wirtschaftlichen Problemen bekommen, können sich ihre Kleinunternehmen gut entwickeln und Kredite zurückgezahlt werden. Ein Tag Arbeitsausfall bedeutet für Kreditnehmerinnen einen enormen wirtschaftlichen Rückschlag. Risikodiversifikation ist somit besonders wichtig für Menschen in Entwicklungsländern wie Indien."

Mikrofinanzklientin in Chennai

Weiter ging es zu den lokalen IID Community Colleges, an denen Jugendliche aus sozial schwachen Familien eine berufsbegleitende Ausbildung erhalten. Die Colleges kooperieren mit Growing Opportunity und in vielen Fällen sind die Kinder aus den Familien der Mikrofinanz-Klientinnen. Diese vielfältigen Kooperationen und sozialen Angebote bilden den Kern der Sozialen Mikrofinanz. „Wir versuchen uns durch soziale Performance, Synergien und dem christlichen Gedanken von anderen Mikrofinanzinstitutionen zu differenzieren. Bisher ging es vielen Mikrofinanzinstitutionen nur um die Rückzahlungen und Zinsen. Unsere Rückzahlungsraten liegen bei 98 Prozent und unsere Kunden sind sehr zufrieden", sagt John Mugilan, Area Development Manager von Growing Opportunity.

Nachhaltige Mikrofinanz

Ute Filipiak zählt die Dinge auf, die sie besonders beeindruckt haben: „Die Bandbreite der Mikrofinanz-Projekte, das sehr professionelle Arbeiten der Opportunity Mitarbeiter, sowie die transparente und effiziente Informationsstruktur der einzelnen Filialen. Außerdem war es für mich unbeschreiblich zu sehen, wie Kreditnehmerinnen vor Ort, uns voller Mut und Stolz ihre Mikroprojekte vorgestellt und uns von ihren weiteren Plänen erzählt haben."

Nach der großen Krise und den negativen Schlagzeilen der vergangenen Jahre ist eine der heiß diskutierten Fragen der Wissenschaft, ob Mikrokredite das Leben von armen Menschen wirklich nachhaltig verbessern können. Die angehende Doktorin scheint ihre Antwort gefunden zu haben: „Ich habe gesehen, dass Mikrofinanzierung die Lebensqualität armer Menschen in Indien positiv verändern kann, wenn Kreditvergabe mit sozialer Performance einhergeht."

Auch in Zukunft will sie ihre Arbeit weiter der Mikrofinanz widmen: „Es ist mir wichtig, an Lösungen für Engpässe und Herausforderungen der Mikrofinanzierung zu arbeiten und in Zusammenarbeit mit Opportunity International Deutschland zu einer Verbesserung und Weiterentwicklungen der Projekte vor Ort beizutragen."

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