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Wie behinderte und alte Menschen in Entwicklungsländern durch Mikrofinanz gestärkt werden

Behinderten und alten Menschen in Entwicklungsländern den Zugang zu Finanzdienstleistungen zu ermöglichen, kann dabei helfen, dass diese Personen finanziell unabhängig werden und ein Leben voller Gleichheit und Würde genießen können, berichtet folgender Beitrag auf cfi-blog.org.
 
Über eine Milliarde Menschen weltweit haben eine Behinderung. Etwa 80 Prozent von ihnen leben in Entwicklungsländern wie Indien. In Indien haben behinderte Menschen keinen oder nur begrenzten Zugang zu formalen Krediten und anderen Finanzprodukten, was sich negativ auf Bildung, Wohnen und Geschäftstätigkeit auswirkt. Darüber hinaus werden die Kosten für Unterstützungstechnologien wie Rollstühle oder Hörgeräte von den indischen Versicherungsunternehmen nicht übernommen, was wiederum dazu führt, dass Kredithaie die behinderte Bevölkerung ausbeuten und somit tiefer in die Armut drängen.
 
Älteren Menschen bleibt der Zugang zu Finanzdienstleistungen ebenfalls größtenteils verwehrt. Laut der Autorinnen des genannten Artikels verwendet der Großteil aller Finanzdienstleistungsanbieter beim Zugang zu Krediten Altersobergrenzen. Nur wenige Finanzinstitute ermöglichen älteren Menschen mithilfe kreativer Ideen Zugang zu Krediten. Beispiele für solche kreativen Ideen sind Gruppenbürgschaften und automatische Rücktrittszahlungen von Krediten in Form von öffentlichen Renten durch Regierungspartnerschaften.

Behinderte und ältere Menschen sind denselben physischen Herausforderungen (Mobilität,  Beeinträchtigung der Hör- und Sehfähigkeit) ausgesetzt und haben bezüglich ihrer Fähigkeit ein Geschäft zu führen dieselben Schwierigkeiten. Daher hat die finanzielle Eingliederung der einen Gruppe auch positive Auswirkungen auf die Inklusion der anderen. Finanzinstitute können somit alle Klienten mit körperlichen Einschränkungen besser bedienen, wenn sie in ihren Tätigkeiten behindertenfreundlicher werden und diese Personengruppe finanziell ermächtigen.

Laut der Autorinnen des genannten Artikels hat die finanzielle Inklusion behinderter Menschen in Indien auch eine soziale Inklusion dieses Bevölkerungsteils zur Folge. So erhalten behinderte Menschen in Gruppenmodellen Hilfe und soziale Akzeptanz von anderen Gruppenmitgliedern. Die Gruppenmitglieder beziehen die behinderten Kleinunternehmer durch simple Anpassungsmaßnahmen wie das laute Vorlesen der Bürgschaftsbestimmungen sowie das Begleiten der behinderten Personen zu wichtigen Meetings vollständig mit ein. Dies gibt den behinderten Personen das Selbstvertrauen und die Fähigkeit sich und ihre Familie finanziell selbst zu versorgen und ihr Einkommen zu steigern. Mit ihrer ökonomischen Unabhängigkeit geht die soziale Akzeptanz in der Gesellschaft einher.

Die Gruppenmitglieder helfen ihren behinderten Mitstreitern teilweise auch in deren Unternehmen, indem sie Rohmaterialien kaufen, Produkte verkaufen und im Auftrag der Klienten Kredite zurückzahlen. Durch die Befähigung behinderter Menschen zur ökonomischen Selbstständigkeit werden gleichzeitig die sozialen Stigmata in der Gesellschaft über das, was eine behinderte Person tun oder nicht tun kann, abgebaut.

Das Disability Financial Inclusion Program des Center for Financial Inclusion stellt den Mikrofinanzinstituten in Indien Trainingsmöglichkeiten und Mittel bereit, um die finanzielle Inklusion behinderter Menschen weiter voranzutreiben. Das Programm bietet den Instituten Sensibilisierungstrainings, eine Prüfung der individuellen Möglichkeiten finanzieller Inklusion sowie Empfehlungen relevante Prozesse behindertenfreundlich zu gestalten.

In den letzten zweieinhalb Jahren hat das Programm drei Mikrofinanzinstitute sensibilisiert und so mehr als 30.000 einkommensschwache behinderte Personen finanziell ermächtigt. In diesem Jahr sollen drei weitere Finanzpartner hinzukommen. Neben der sozialen und finanziellen Unterstützung von Kleinunternehmern entwickelt das Programm mit seinen Partnern zudem Strategien, um die Inklusion Behinderter durch Bewusstseinsveränderungen in der Bevölkerung voranzutreiben. Laut der Autorinnen des genannten Artikels fördert es darüber hinaus die Beziehungen zwischen der Finanzindustrie und Behindertenorganisationen, welche Existenztrainings und andere soziale Unterstützungsangebote für behinderte Klienten anbieten.
 

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