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Finanzielle Inklusion von Frauen in Entwicklungsländern

Mehr Frauen aus Entwicklungsländern in die globale Wirtschaft zu integrieren, kann den Frauen und ihren Familien dabei helfen der Armut zu entfliehen, berichtet folgender Beitrag auf theguardian.com.

Der Großteil der weltweiten Bevölkerung, die von weniger als zwei Dollar am Tag leben muss, sind Frauen. Viele dieser Frauen sind von der formellen Wirtschaft ausgeschlossen. Rechtliche und kulturelle Strukturen verhindern, dass sie Zugang zu Krediten, Sparkonten und anderen Finanzdienstleistungen erhalten, sodass ihnen die Möglichkeit zum Aufbau einer eigenständigen Geschäftstätigkeit verwehrt bleibt.

In einer Diskussionsrunde in New York haben sich Experten verschiedenster institutioneller Zugehörigkeit zusammengefunden, um die Probleme der finanziellen Inklusion von Frauen zu identifizieren und sich darüber auszutauschen, wie der private Sektor und die Zivilgesellschaft dabei helfen können, diese Probleme zu lösen. Am Beispiel eines Projektes des Mikrofinanzinstituts Opportunity International, das den Aufbau eines bezahlbaren privaten Bildungsprogramms in Ruanda zum Ziel hat, wird klar, dass die Herausforderungen zum Teil sehr vielschichtig sind. So wollte die Regierung in Ruanda beispielweise zunächst nicht, dass Banken in die Bildungsthematik mit einbezogen werden.

Demnach müssen sich die Kommunen kulturell noch stark weiterentwickeln, damit der private Sektor die finanzielle Inklusion effektiv und nachhaltig vorantreiben kann. Eine andere große Herausforderung ist laut der Autorin des genannten Artikels, dass Großunternehmen häufig miteinander im Wettbewerb stehen. Um die finanzielle Inklusion nachhaltig voranzutreiben, müsse man jedoch vereint vorgehen.

Die finanzielle Inklusion von Frauen bleibt eine gewaltige Aufgabe. Viele der Finanzdienstleistungen landesinterner Plattformen sind nicht auf Frauen ausgerichtet. Mobile Money Angebote werden beispielsweise häufig in englischer und schwer verständlicher Sprache angeboten, sodass die häufig gegenüber Männern schlechter ausgebildeten Frauen große Schwierigkeiten haben, diese zu nutzen. Angesichts der Meinung der Experten ist es somit von großer Bedeutung, dass die Angebote für Frauen attraktiver und leichter anwendbar werden. Als Beispiel für eine erfolgreiche öffentlich-private Partnerschaft wurde im Rahmen der Diskussionsrunde das Bildungsprogramm von Opportunity International in Ruanda genannt. Mit einem aktiven Portfolio von 2,5 Millionen US-Dollar und der Bedienung von 60 privaten Partnerschulen, ist dieses Projekt sehr erfolgreich. Demnach wird die Zahl der Privatschulen voraussichtlich auf 200 anwachsen.

Neben dem Zugang zu Bildung ist für Frauen in Entwicklungsländern angesichts der Meinung der Experten insbesondere der Zugang zu einer Krankenversicherung von großer Bedeutung. Frauen sparen für gewöhnlich 10 bis 15% ihres monatlichen Einkommens für gesundheitliche Notfälle. Mit einer Versicherung, deren monatliche Prämie nur einen Bruchteil der 10 bis 15% ausmacht, können die Frauen somit viel Geld sparen.

Die finanzielle Inklusion von Frauen ist nicht nur aus gesellschaftlichen Gründen voranzutreiben, sondern auch aus wirtschaftlichen. So könnten durch Investitionen in Frauen laut einer Studie von McKinsey zwischen 12 und 20 Billionen US-Dollar mehr erwirtschaftet werden. Eine Möglichkeit, die finanzielle Inklusion von Frauen voranzutreiben, ist, laut der Autorin, das breite Angebot an Fertigkeiten und Datenmengen des privaten Sektors dahingehend zu nutzen, die Lieferketten in abgelegene Orte zu verbessern. Private Unternehmen können mit ihren Ressourcen, ihren Produkten, ihrem Know-how, ihren Marketingfähigkeiten sowie ihrer Schnelligkeit und Flexibilität somit eine große Rolle bei der Ermächtigung von Frauen einnehmen. Daneben ist die Recherche von lokalen Forschern von großer Bedeutung. Mithilfe dieser Informationen können politische und kulturelle Unterschiede der jeweiligen Entwicklungsländer bei der Programmgestaltung von Finanzdienstleistungsangeboten berücksichtigt werden.

So möchte Opportunity International die Informationen ihrer KlientInnen über den Bedarf sowie die Wirkung und Verbesserungsmöglichkeiten der beanspruchten Produkte und Dienstleistungen noch besser nutzen, um Frauen und ihren Familien nachhaltig finanzielle Unabhängigkeit zu ermöglichen.

 

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