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Banking im Wandel: Frauen Zugang zu Finanzdienstleistungen ermöglichen

Angesichts der Ergebnisse des kürzlich von der Weltbank veröffentlichten Berichts „Women, Business and the Law 2016: Getting to Equal“ stoßen Frauen in Entwicklungsländern noch immer auf viele Hindernisse, wenn sie an Wirtschaft, Politik und vor allem an Finanzdienstleistungen teilhaben möchten, berichtet folgender Beitrag auf cgap.org.

Laut der Autorin des genannten Artikels sind es oftmals scheinbar harmlose Regulierungen und Gesetze, die Frauen in Entwicklungsländern ohne Bankkonto benachteiligen und ihnen Hindernisse in den Weg stellen – vor allem im Bezug auf den Zugang zu Banken sowie ihrer Kreditwürdigkeit. Die Gutachter der Weltbank stellen in ihrem Bericht heraus, dass in 155 von 173 betrachteten Ländern mindestens ein Gesetz existiert, das zwischen Mann und Frau differenziert und dabei zum Nachteil wirtschaftlicher Möglichkeiten von Frauen ausgelegt ist.

Nichtsdestotrotz hat der Bericht der Weltbank auch Positives zu berichten. In den letzten beiden Jahren wurden in Entwicklungsländern 94 Reformen verabschiedet, die die wirtschaftlichen Möglichkeiten von Frauen verbessern sollen. Die Umsetzung dieser gestaltet sich jedoch zumeist sehr schwierig und langsam. Gleichwohl sind direkte, legale Beschränkungen gegen Frauen sehr selten. Nur in zwei Ländern ist es für eine Frau demnach nicht möglich auf legalem Weg und ohne die Erlaubnis ihres Ehemanns ein Bankkonto zu eröffnen.

Dennoch existieren zwischen Mann und Frau beim Zugang zu Finanzdienstleistungen große Disparitäten. Zum  einen müssen Frauen zahlreiche Hürden nehmen, um beim Kreditinstitut ihre Identität zu beweisen – wie etwa die Vorlage zusätzlicher Dokumente. Zum anderen sehen sich vor allem verheiratete Frauen Beschränkungen ausgesetzt, da diese das Haus zum Teil nicht verlassen dürfen und somit nur bedingt die Möglichkeit haben, eine Bankfiliale zu erreichen.

Ebenso ist es für Frauen laut der Autorin des genannten Artikels schwieriger Banken ihre Kreditwürdigkeit aufzuzeigen, da diese oftmals keine Kleinkredite oder geringe Geldtransaktionen von zum Beispiel Mikrofinanzinstituten anerkennen und somit insgesamt weniger Informationen für die Beurteilung der Kreditwürdigkeit zur Verfügung stehen. Diesbezüglich finden zurzeit allerdings Reformprozesse statt.

Die Gutachter der Weltbank schlagen vor, in Entwicklungsländern digitale Finanzdienstleistungen in den Vordergrund zu rücken und diese vorwiegend zu nutzen. Damit hätten auch Frauen, die keine Bank besuchen können, die Möglichkeit per Handy Geld zu verwalten, zu empfangen, zu versenden und so am Finanzwesen teilzunehmen. Digitale Finanzdienstleistungen bieten den Frauen  außerdem Datenschutz und die Möglichkeit eine Kredithistorie aufzubauen, sodass sie dadurch zunehmend die Chance besitzen, auch auf direktem Wege finanziell tätig zu werden. Diesbezüglich stellt die Weltbank allerdings auch heraus, dass Internetbanking kein Ersatz  für Reformen sein kann, die Frauen und Männer in Entwicklungsländern vor dem Gesetz gleichstellen.

Abschließend lässt sich laut der Autorin des genannten Artikels sagen, dass der Bericht der Weltbank einen wichtigen Start darstellt, um die Gründe für die Ausgrenzung von Frauen in finanzieller, wirtschaftlicher und politischer Hinsicht besser verstehen und bekämpfen zu können.
 

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