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Innovative Mikrofinanz in Pakistan

Rashid Bajewa ist der Direktor des National Rural Support Programs (NRSP) in Pakistan. Im Blog von CGAP berichtet er über ein innovatives Mikrofinanzprojekt mit pakistanischen Farmern, das große Erfolge erzielte und Vorbildcharakter für ähnliche Projekte haben könnte.

Die pakistanische Wirtschaft ist überwiegend landwirtschaftlich geprägt. Aber obwohl 45 Prozent der Erwerbstätigen im Agrarsektor arbeitet, tragen sie nur 21 Prozent zum BIP bei. Haupternteprodukte, wie Zuckerrohr, werden überwiegend von Kleinbauern angebaut, die im Vergleich zu Großbauern vergleichsweise niedrige Ernteerträge pro Hektar erzielen.

Das liegt u. a. an der ungleichen Beziehung zwischen Kleinbauern und Abnehmern, in der erstere, aufgrund über Generationen geprägter Hierarchiestrukturen, keine Verhandlungsmacht haben. Sie müssen minderwertige Sachanlagen als Zahlungsmittel annehmen oder werden zum Verkauf ihrer Ernte zu Budget-Preisen gezwungen. 

Das Zuckerrohr-Projekt

Um die Probleme der Kleinbauern auch im Hinblick auf den Zugang zu Finanzdienstleistungen zu adressieren, startete das NRSP im Jahr 2001 das „Sugarcane Production Enhancement Project“, das Kleinbauer, Mikrofinanzinstitut und die Verarbeiter von Zuckerrohr in einer Wertschöpfungskette vereinen und hohe finanzielle sowie soziale Erträge erzielen sollte.

In Entwicklungsländern ist der Agrar-sektor sehr wichtig für die Wirtschaft

1800 Kleinbauern wurden mit Krediten zwischen 7000 und 10.000 PKR (~zwischen 50 und 80 Euro) pro Acre (etwa 0,4 Hektar) ausgestattet. Diese waren an Beratungsstellen zur Erhöhung der Ernteerträge gekoppelt. Die Erde des Ackers wurde getestet und der Kredit durfte erst genutzt werden, nachdem Empfehlungen über die nächsten Arbeitsschritte ausgesprochen wurden. Zudem wurde ein Vertrag mit der Zuckerrohrmühle geschlossen, die sich verpflichtete, die gesamte Ernte der Kleinbauern abzunehmen.

Innerhalb von drei Jahren erhöhte sich die Zahl der involvierten Kleinbauern auf 3666. Auch die Beratung zahlte sich aus: 68 Prozent der beteiligten Farmer erhöhten ihre Zuckerrohrproduktion von 19 auf 27 Tonnen pro Acre, die restlichen 32 Prozent sogar auf 31 Tonnen.

Win-Win-Win-Situation

Im Endeffekt profitierten alle beteiligten Akteure. Die Kleinbauern generierten dank gestiegener Ernteerträge ein höheres Einkommen, die Zuckerrohrmühle erhielt qualitativ hochwertige Ernten und plant inzwischen den Ausbau der Firma und das Mikrofinanzinstitut NRSP reduzierte so den Anteil ihrer ausfallbedrohten Kredite auf unter 1 Prozent.

Die größten Gewinner waren jedoch die Kleinbauern. Von den Investitionen in Bewässerungssysteme und den Schulungen in verschiedenen Bereichen werden sie nachhaltig profitieren. Dies bestätigte auch eine unabhängige Evaluierung, die dem Projekt den größten sozialen Impact unter allen NRSP-Projekten zugestand. Bis Juni 2012 konnten bereits 19.000 Farmer von diesem Projekt profitieren.

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