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Oikocredit International-Direktor Florian Grohs im Interview: Nachhaltiges Wachstum afrikanischer Unternehmen fördern

Der MikrofinanzWiki-Förderer Oikocredit unterstützt das diesjährige Africa Finance and Investment Forum (AFIF), das im Juni in den Niederlanden stattfinden wird. Anlässlich des  internationalen Afrikatags am 25. Mai 2012 berichtete Florian Grohs, Direktor für Darlehen und Kapitalbeteiligungen bei Oikocredit International, über die Arbeit von Oikocredit in Afrika. Dort sind derzeit etwa 15% des gesamten Portfolios investiert und die Arbeit auf dem Kontinent soll weiter ausgeweitet werden.

Florian Grohs, Direktor für Darlehen und Kapitalbeteiligungen bei Oikocredit International

Seit wann gibt es Oikocredit in Afrika?

Florian Grohs (FG): Oikocredit ist in Afrika seit den 1970ern aktiv. Wir haben Büros in zehn west- und ostafrikanischen Ländern und zudem kürzlich zwei neue Büros in Mozambique und Nigeria eröffnet. Insgesamt 32 Mio. Euro wurden 2011 in Form von Krediten und Kapitalbeteiligungen an 50 neue und bestehene Partner in Afrika bewilligt. Die meisten dieser Partner sind Mikrofinanzinstitutionen, Genossenschaften und kleine und mittlere Unternehmen. Das Oikocredit-Portfolio stieg in Afrika um 9%, wodurch sich der Anteil Afrikas am weltweiten Oikocredit-Kreditportfolio leicht auf 15% erhöhte.

Wie sehen Sie den Mikrofinanzsektor in Afrika verglichen zu anderen Regionen, in denen Oikocredit tätig ist?

FG: Nahezu 90% aller erwachsenen Menschen in Ländern südlich der Sahara haben kein Bankkonto und sind weitestgehend vom Bankwesen ausgeschlossen. Daher haben Mikrofinanzinstitutionen dort die wichtige Aufgabe, den Zugang zu Bankdienstleistungen zu verbessern. Die gute Nachricht ist, dass es bereits 23.000 Mikrofinanzinstitutionen gibt, darunter auch Kreditgenossenschaften, die armen Menschen Mikrofinanzdienstleistungen und größtenteils auch Sparanlagen anbieten. Der Mikrofinanzsektor wird sich in den nächsten Jahren positiv entwickeln. Die meisten Länder haben erkannt, dass Regulierungen notwendig sind, allerdings liegt die Herausforderung der nächsten Jahre darin, die Regulierungen umzusetzen.

Können Sie ein Beispiel geben, wie es Oikocredit bei seiner Arbeit in Afrika schafft, sowohl einen sozialen als auch einen wirtschaftlichen Ertrag zu erzielen?

FG: Oikocredit möchte seinen Anlegern einen stabilen finanziellen und gleichzeitig einen hohen sozialen Ertrag bieten. Daher unterstützen wir viele kleinere sozial ausgerichtete Institutionen, um das Leben benachteiligter Menschen zu verbessern. Die kenianische Spar- und Kreditgenossenschaft Samburu Teachers ist ein solches Beispiel. Hier können Mitglieder jetzt über ihr Mobiltelefon SMS mit Informationen zu Themen wie Gesundheit erhalten oder Bankgeschäfte schnell und sicher abwickeln. Das gemeinsame mobile Bank-Projekt zwischen Oikocredit und dem Partner Samburu Teachers hat für die Menschen in einer entlegenen Region im Norden Kenias zu wichtigen Verbesserungen in den Bereichen Bankdienstleistungen und Zugang zu Informationen geführt. Zudem halfen Oikocredit-MitarbeiterInnen Samburu Teachers bei der Verteilung von Lebensmitteln in Dürregebieten in Nordkenia.

Was sind die Erwartungen an das Africa Finance and Investment Forum (AFIF) in diesem Jahr?

FG: Wir freuen uns darauf, bei diesem Forum viele Kontakte zu gleichgesinnten afrikanischen Unternehmen und Entwicklungsfinanzierern zu knüpfen. Wir werden unsere Arbeit und unsere Partner vorstellen: Mikrofinanzinstitutionen, Genossenschaften und kleine und mittlere Unternehmen, die einerseits einen hohen sozialen Ertrag und andererseits einen stabilen finanziellen Ertrag für ihre Mitglieder, Anteilseigner oder ihre Region erwirtschaften möchten.
 

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