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Jim Reiff zu Besuch bei Opportunity International Deutschland

Eine entspannte und interessierte Runde traf sich am 29. September 2011 im Kölner Büro von Opportunity International, einem der MikrofinanzWiki-Förderer, um mit Jim Reiff über seine Arbeit als CEO in Albanien und Indien zu diskutieren.

Jim Reiff mit einer indischen Klientin beim Weltfrauentag

Jim Reiff berichtete über seine Erfahrungen mit der Mikrofinanz-Arbeit vor Ort. Nach seinem Studium der Politikwissenschaft und Wirtschaft sowie seiner Zeit im Friedenskorps in Nicaragua, sammelte er seine ersten Erfahrungen mit Opportunity International während eines Praktikums. Sein Ergeiz, sich in diesem Feld der Entwicklungszusammenarbeit zu engagieren, wurde geweckt. Schon bald eröffnete sich ihm die Möglichkeit aktiv zu werden: Er wurde CEO in der Partnerorganisation in Albanien.

Jim Reiff erklärt auf eine Nachfrage hin die Unterschiede der Arbeit in Albanien im Gegensatz zu anderen Regionen, wo sich Opportunity engagiert. Durch die kommunistische Vergangenheit und der Tatsache, dass eigentlich jeder eine Wohnung hat, sei die Armut von außen kaum sichtbar. Daher seien eine andere Arbeit und meist auch höhere Kredite nötig, um den Menschen zu helfen. Die hohe Kriminalität und Korruption im Land sind eine zusätzliche Herausforderung und scheinen besonders gravierend, da diese mittlerweile als Normalität akzeptiert werden.

Nach seiner erfolgreichen Zeit in Albanien führte es ihn nach Chennai (früher Madras), am Golf von Bengalen in Indien gelegen. Als Schwerpunkt seiner Arbeit als CEO von Growing Opportunity in Indien beschreibt er vor allem die Finanz-Alphabetisierung.

In Indien sind 100 Prozent der Klienten Frauen. Reiff kommt ins Schwärmen, wenn er von der Wissbegierigkeit der Frauen und ihrem Engagement erzählt, obwohl sie schon so eine große Last durch ihre zahlreichen Aufgaben am Tag mit sich tragen: Jegliches Wissen sogen sie mit Freude auf. Jim Reiff gab auch neue Richtungen in den Zielgruppen von Klienten vor, denn er bot auch in Gypsy-Vierteln und Lepra-Kolonien Kredite an, damit diese, von der Gesellschaft ausgeschlossenen Menschen, auch eine Chance auf eine bessere Zukunft erhalten.

Trotz dieser positiven Aspekte gibt es auch in Indien Probleme, deren Lösung noch gefunden werden muss. Für die Zukunft in Indien sagt Jim Reiff, sei es wichtig, dass wieder ein größeres Volumen in der Organisation erreicht wird, damit Nachhaltigkeit gewährleistet werden kann.

Auf eine Frage zu der jüngst aufgetretenen Kritik gegenüber Mikrofinanzierung reagierte Jim Reiff mit einer überzeugenden Bescheidenheit. Wichtig sei, dass sich trotz der Diskussionen über eine Kommerzialisierung der Mikrofinanzbranche, an der Qualität der Programme von Opportunity International nichts geändert habe.

Bescheiden ist er vor allem insofern, als dass er sagt, dass die Mikrofinanz bei weitem nicht alle Probleme lösen, aber einen Weg in Richtung einer Veränderung antreten könne. Man kann dies wohl auch als gesunden Realismus bezeichnen.

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