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Katastrophenschutz für Mikrofinanzkunden in Haiti

Haiti wurde in den letzten Jahren verstärkt von Naturkatastrophen heimgesucht. Zuletzt vor knapp zwei Jahren, als durch ein Erdbeben über 300.000 Menschen starben und rund eine Millionen Menschen ihr Dach über dem Kopf verloren.

Aus diesem Grund vergibt der MikrofinanzWiki-Förderer Oikocredit seit geraumer Zeit mit der Mikrofinanzinstitution Fonkoze neben Mikrokrediten auch Mikroversicherungen. Hierdurch soll die Bevölkerung vor den Auswirkungen einer erneuten Katastrophe geschützt werden. Zuvor hatten verschiedene Naturkatastrophen die Haitianer auf ihrem Weg aus der Armut immer wieder zurückgeworfen.

Mikroversicherungen schützen vor den Auswirkungen von Naturkatastrophen

Die haitianische Mikrofinanzinstitution Fonkoze verfügt mittlerweile über rund 55.000 Mikrokredit-Kunden und 250.000 Sparkunden, die überwiegend aus dem ländlichen Raum stammen. Die Mikrofinanzinstitution unterhält rund 46 Filialen in ganz Haiti. Mittlerweile ist der Abschluss einer Mikroversicherung für jeden Kunden von Fonkoze verbindlich. Hierfür zahlen die Kunden monatlich eine Gebühr von drei Prozent. „Zunächst beschwerten sich einige Kundinnen und meinten, dass sie im südlichen Teil des Landes keine Versicherung bräuchten,“ berichtete Anne Hastings, Geschäftsführerin von Fonkoze. „Im Juli suchten allerdings schlimme Regenschauer den Süden heim und in weniger als zwei Wochen wurde über eine Million Dollar an Versicherungsprämien für betroffene Kunden ausgezahlt.“

Obwohl die Einführung der Mikroversicherung erst für Anfang 2010 geplant war, hatte sich Fonkoze dazu entschieden, den Versicherungsschutz rückwirkend zu gewähren, sodass viele der vom Erdbeben in 2009 betroffenen Menschen rückwirkend versichert wurden. Innerhalb kürzester Zeit erhielten etwa 18.000 Menschen Unterstützung. Die für die Versicherung anfallenden Kosten konnten mit den nächsten Krediten abgegolten werden.

Auch Fonkoze wurde von dem Erdbeben schwer getroffen. Fünf Mitarbeiter verloren ihr Leben und 145 ihr zu Hause. Bis heute leben sie in Zelten. Darüber hinaus mussten zehn Zweigstellen wieder neu errichtet werden. Die Mitarbeiter von Fonkoze engagieren sich trotz dieser Rückschläge unermüdlich für Ihre Kunden, um sie bei einer langfristigen Verbesserung ihrer Lebensverhältnisse zu unterstützen.

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