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Kooperation zwischen der Grameen Foundation und Android Smartphones zur Unterstützung armer Bauern in Uganda

Bereits seit längerer Zeit versuchen Handy-Anbieter und Nichtregierungs- organisationen in Kooperation arme Menschen durch Mobile Banking in die Welt der Finanzdienstleistungen einzubeziehen. Dadurch erhalten diese Menschen einfache Informationsangebote etwa zum Wetter oder zu Preisen für die Ernte. Die in Seattle ansässige Non-Profit-Organisation Grameen Foundation geht einen Schritt weiter und macht aus den normalen Handys Android-Smartphones, die den Bauern besser helfen sollen.

Ausgewählt wurden etwa 400 sog. Community Knowledge Worker (zu deutsch etwa „gemeinnützige Arbeiter mit Wissen“), die sich mittels eines Mikrokredites solch ein Android-Smartphone zulegen konnten. Dieses zahlen sie monatlich über etwa zwei Jahre in geringen Beträgen ab. Mit Hilfe dieses einfach bedienbaren Mobiltelefons bekommen sie aktuelle und Ernte-relevante Informationen wie etwa beste Anbauzeiten und Anbauweisen für verschiedene Pflanzen, Wetterindex-Informationen und allgemeine Informationen zum Thema Landwirtschaft.

Nun können auch die Bauern in Uganda leichter Informationen zur Landwirtschaft erhalten

Diese Community Knowledge Worker, wie die Grameen Foundation die mit Smartphones ausgestatteten Bauern nennt, dienen in ihrer Gemeinde dann als Ansprechpartner. Sie teilen den Dorfbewohnern alle relevanten Informationen mit, damit sie ertragreicher und erfolgreicher anbauen können und sich so aus ihrer Armut zu befreien. Zusätzlich sammeln sie neue Informationen, sowohl durch Umfragen mit den Anwohnern über deren eigene Erfahrungen, als auch über die Personen selbst. Diese kann die Grameen Foundation dann wiederum auswerten und für Optimierungsprozesse weiter verwenden. Somit hat diese Herangehensweise einen Multiplikatoreffekt, der allen zugute kommen kann.

Die Smartphones sind mit Akkus ausgestattet, die mittels alternativer Stromquellen wie Solarenergie oder auch einem Fahrrad-Dynamo aufgeladen werden können.

Nun stellt sich die Frage: Warum ausgerechnet teure Smartphones und keine kostengünstigeren, einfachen Handys?

Heather Thorne, Direktorin von ITC Innovation des Grameen Technology Centers, hat die Antwort: Da Android Open Source (frei zugänglich) ist, kann die Grameen Foundation eigene Entwickler anstellen, die für die Zielgruppe zugeschnittene Anwendungen ausarbeiten können und  auch dann funktionieren, wenn kein Netzwerkzugriff besteht. Thorne ist außerdem der Meinung, dass aufgrund des starken Wachstums von Android-Smartphones die Preise für solche Geräte in Zukunft noch günstiger werden.

Die Entscheidung, sich für Smartphones anstatt für klassische Handys zu entscheiden, scheint aufzugehen. Allerdings auch aus anderen Gründen, als die von Thorne genannten: Durch die gesammelten Informationen der Community Knowledge Worker zeigen mittlerweile große Unternehmen wie die World Bank Group oder Heifer International ihr Interesse, da diese Daten auch für sie sehr hilfreich und damit wertvoll sind. Andere Organisationen zeigten Interesse an Ortsdaten und Fotos. Dinge, die durch ein Smartphone problemlos möglich sind.

Auch für die Bauern, um die es letztendlich ja eigentlich geht, scheint das Angebot gut zu sein. 75% von ihnen finden die angebotene Information sehr hilfreich. Jeder Community Knowledge Worker wird für seine Arbeit bezahlt und kann zusätzlich noch ein Maximum von $20 pro Monat hinzu verdienen, wenn er bestimmte Ziele erreicht. Alles in allem klingt das nach einer Zusammenarbeit, bei der beide Seiten profitieren.
 

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