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Mikrofinanz in Madagaskar: Der Sektor wächst

Der Mikrofinanzsektor in Madagaskar besteht seit 1990. Doch erst in den letzten zehn Jahren begann der Sektor schnell zu wachsen. Im Jahr 2002 hatte er laut eines Artikels von IRIN noch einen Umfang von circa 10 Millionen USD, während er in 2011 bereits bei 112 Millionen USD lag.

Mithilfe von Mikrofinanz sei es laut des Artikles möglich, dass Madagaskar vielleicht einige seiner Millennium Development Goals (MDG’s) erfüllen kann, allen voran das der Armutsreduktion. Laut des UN Capital Development Fund (UNCDF) leben in Madagaskar ungefähr 76% der Bevölkerung von weniger als 1,25 USD am Tag und zählen somit zu den extrem Armen.

Da die meisten armen Menschen in Madagaskar den Banken keine finanziellen Sicherheiten bieten können, haben nur 2% von ihnen Zugang zum offiziellen Finanzsektor. Dadurch sind viele von ihnen den hohen Zinsen von 120-400% informeller Geldverleiher ausgeliefert.

Die circa 31 Mikrofinanzinstitutionen (MFI) in Madagaskar nehmen für den gleichen Zeitraum nur etwa 36% Zinsen und unterstehen der  Zentralbank von Madagaskar. Außerdem haben UNCDF und das UN Development Programme (UNDP) 2011 das Programme d’Appui à la Finance Inclusive à Madagascar (PAFIM) ins Leben gerufen. Es wird von drei Mikrofinanzinstitutionen angeboten und beinhaltet die Vergabe von zinslosen Krediten.

„Before I received training, I just used the money I made to buy whatever was needed. Now, I  separate personal expenses and money for the business. I also know the difference between sales and profits and know that I need to use part of the profits to make the company run.”
(Hanisoa Ravalison, IRIN)

Ohne finanzielle Schulungen überschätzen die Klienten oft ihren Bedarf und überschulden sich.

Eines der größten Probleme – auch in Madagaskar – ist es,  dass die Klienten finanziell zu wenig aufgeklärt sind. So besagt genannter Artikel, dass viele Klienten Kredite bei mehreren Institutionen aufnehmen, sodass sie sich schnell verschulden und somit nur noch tiefer in die Armut rutschen. Des Weiteren sind nur wenige ausreichend geschult, um ihren Bedarf realistisch einschätzen zu können und überschätzen ihre Kosten oft, was ebenfalls zu Überschuldung führen kann. Schulungen sollten also unmittelbar mit der Kreditvergabe verknüpft sein, vor allem in einer zyklon-anfälligen Region wie Madagaskar.

Solch ein Zyklon kann die Menschen über Nacht mittellos dastehen lassen, wenn sie nicht durch eine Versicherung oder ein Sparkonto vorgesorgt haben. Aus diesem Grund ist die Führung eines Sparkontos für mehrere Mikrofinanzinstitutionen eine Bedingung, für die die Klienten spätestens nach solch einer Katastrophe dankbar sind.

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