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Mikroversicherungsfachwissen jetzt auch im Rheinland: Micro Insurance Academy eröffnet Büro in Bonn

                                                                                                                                                                      

Die Organisation Welthungerhilfe, die in der Entwicklungszusammenarbeit und darin auch in der Mikrofinanzarbeit tätig ist, hat seit 8. Juni 2011 einen starken Partner in ihrer Nachbarschaft: Die Micro Insurance Academy (MIA), die im Bereich Mikroversicherungen tätig ist, eröffnete ihr internationales Büro in Bonn. Zur Eröffnung kamen zahlreiche Gäste aus Politik, Forschung und Entwicklungszusammenarbeit in das Bonner Stadthaus, um sich mit den Experten für Mikroversicherungen auszutauschen.

Die Micro Insurance Academy ist kein unbekannter Akteur: Bereits seit 2007 forscht die Organisation zu Mikroversicherungen, bietet technische Hilfe und Beratung an. Die strategische Ausrichtung der MIA ist dabei Hilfe zur Selbsthilfe auf der Graswurzelebene und Armutsreduzierung steht im Fokus. "Arme Bevölkerungsgruppen sehen sich einer Vielzahl von Risiken ausgesetzt. Der Bedarf einer Versicherung als Instrument der Risikobewältigung ist anerkannt, fehlt jedoch leider als Element, um den Erfolg von Entwicklungsprojekten abzusichern", erklärte Prof. Dr. David Dror, Vorsitzender der MIA, das Engagement der Organisation.

Die MIA begann ihre Arbeit im Bereich der Mikroversicherung in Indien. Jedoch ist der Bedarf an Mikroversicherungen für Arme weltweit sehr groß und wird von Seiten der Entwicklungspolitik als wichtiges Entwicklungsinstrument betrachtet. Deshalb fiel auch die Entscheidung, sich zu internationalisieren und in Bonn – wo sich viele Akteure der Entwicklungszusammenarbeit niedergelassen haben - einen neuen Standort zu eröffnen.

Armutsbekämpfung durch Mikroversicherungen

Die Welthungerhilfe hat die entwicklungspolitische Relevanz des Mikrofinanzsektors längst erkannt. Als Gründungsmitglied des eingetragenen Vereins unterstützt die Welthungerhilfe die Arbeit von MIA – und profitiert gleichzeitig von ihr. Denn MIA bietet ihr spezialisiertes, qualitatives Know-how über Mikroversicherungen für die konkrete Umsetzung an. Das leistet einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Lebensbedingungen ländlicher Bevölkerungsgruppen – und damit für die Arbeit der Welthungerhilfe.  
Denn es sind Mikrofinanzdienstleister, die die speziellen Bedürfnisse von Menschen in Entwicklungsländern und insbesondere die der Kleinbauern bedienen und sie in vielen Bereichen absichern können. So tragen Krankenversicherungen entscheidend dazu bei, der Armutsfalle zu entfliehen. Der Klimawandel konfrontiert insbesondere Kleinbauern mit ganz neuen Risiken, auf die sie Antworten finden müssen. Diese bestehen häufig in Anpassungsmaßnahmen der landwirtschaftlichen Produktion – also eine Änderung der Anbausysteme und der Saatgutzüchtung, aber auch Schutzmaßnahmen. Ein direktes Risikomanagement und verschiedene Versicherungsmodelle können den Menschen helfen, etwaige Verluste zu kompensieren.

Soziale Absicherung mit Potenzial

Ländliche und arme Bevölkerungsgruppen in die Finanzwirtschaft einzubinden ist für die Welthungerhilfe ein wichtiges Anliegen. "Wir wollen nicht bei der Subsistenzwirtschaft stehen bleiben, sondern die Armen in die wirtschaftliche Entwicklung einbeziehen – und das heißt eben auch Einbindung in die Geldwirtschaft. Somit werden die Finanzbereiche Sparen, Kredit, Transfers und die soziale Absicherung durch Versicherungen wichtige, unterstützende Instrumente. Mikroversicherung ist ein Bereich, in dem wir dabei viel Potenzial sehen", sagt Dr. Heinz Peters, Referent für ländliche Entwicklung bei der Welthungerhilfe und Vorstandsmiglied der MIA.

Bis Ende 2014 will die Micro Insurance Academy mehr als einer Million Menschen durch ihr Fachwissen im Risikoschutz unterstützen. Und auch in vielen Projekten der Welthungerhilfe wird die MIA ihren Beitrag leisten. Die fruchtbaren Synergien der beiden Organisationen kann so für viele Menschen eines bedeuten: Der Anfang einer guten Entwicklung.


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