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Neugedachte Stipendien: Kann Big Data dazu beitragen, dass weniger Kinder der Schule fernbleiben?

Informationen zur Zahlungsfähigkeit der Eltern, können dabei helfen die Schüler zu identifizieren, die am bedürftigsten erscheinen, ein Stipendium oder einen Bildungskredit zu erhalten, berichtet folgender Beitrag auf theguardian.com.

Mehr als zwei Milliarden Menschen weltweit leben von weniger als 2 Dollar pro Tag. Bildung ist der Schlüssel dem Teufelskreis der Armut zu entfliehen. Jedoch können weltweit mehr als 124 Millionen Kinder nicht zur Schule gehen, oft aus finanziellen Gründen. Etwa 50% der Schulabbrüche liegen angesichts der Ausführungen des Autors des genannten Artikels darin begründet, dass die Familien die Schulgebühren nicht pünktlich bezahlen können.

Die Entscheidung darüber, welche Familien durch Bildungskredite Hilfe bei der Finanzierung erhalten, beruht zumeist auf Annahmen über den Gesamtbedarf der jeweiligen Familie. So handelt es sich bei Stipendien im globalen Süden meist um ein Alles-oder-nichts-Vorhaben. Schüler erhalten entweder ein Stipendium, das alle Kosten abdeckt, oder gar keines. Big Data kann dazu beitragen, mehr Kindern den Zugang zu Bildung zu ermöglichen. So nutzt die Hilfsorganisation Opportunity International  Big Data, um die Nöte und Bedürfnisse der Eltern besser verstehen zu können.

Opportunity International unterstützt Familien, die trotz größter Bemühungen nicht die erforderlichen Bedingungen für einen Kredit bei einer lokalen Bank erfüllen und deren Kinder  gefährdet sind, die Schule aus finanziellen Gründen abzubrechen. Mithilfe eines Bildungskredits werden die Kosten für die Schulausbildung auf das ganze Schuljahr verteilt und den Eltern stehen finanzielle Mittel zur Verfügung, die sie für ihre Kleinunternehmen nutzen können. Ziel des Kredits ist es zu verhindern, dass die Ausbildungskosten zu Beginn des Schuljahres höher sind als das Einkommen. So kann sichergestellt werden, dass das Einkommen der Eltern weiter wächst und ihre Kinder die Schule nicht abbrechen müssen.

Die Partnerschulen von Opportunity International liefern der Organisation Informationen über das Zahlungsverhalten der Eltern, die familiären Bedürfnisse sowie die schulische Laufbahn der Kinder. Zudem bestehen langjährige Beziehungen mit den Schulleitern, welche gut über die familiäre Situation informiert sind. Der Datenpool ermöglicht es, ein solides, zielgerichtetes und situationsabhängiges Stipendienprogramm zu schaffen, das den finanziellen Bedarf der Schüler und Familien berücksichtigt und somit weitaus effektiver ist als das traditionelle Stipendienmodell.

Zurzeit läuft in Ruanda ein Pilotprojekt mit 83 Stipendien, das auf mehr als 500 Stipendien ausgeweitet werden soll. Die Stipendien unterstützen die Eltern zwei Jahre lang bei den Ausbildungsausgaben. Dies ermöglicht es den Eltern ein steigendes Einkommen zu erzielen, um die gesamten Kosten in den Folgejahren selber zu begleichen beziehungsweise zumindest einen Bildungskredit einer lokalen Bank zu erhalten. Ein fester zeitlicher und finanzieller Rahmen macht das Projekt gut plan- und finanzierbar. Das Finanzprogramm ist nachhaltig, sodass das Ausbildungskreditportfolio Einkommen generiert. Dies ermöglicht es Mikrofinanzinstituten mehr Stipendien zu vergeben. Es entsteht ein nachhaltiger Zyklus positiver sozialer Auswirkungen für die Gesellschaft.

Laut des Autors des genannten Artikels werden solche nachhaltigen Stipendien letzten Endes die Alles-oder-nichts-Stipendienmodelle ersetzen. Zwar ist auch dieses Modell nicht perfekt, doch handelt es sich um eine Lösung, bei der Daten wirksam eingesetzt werden, um eine bessere Wirkung der eingesetzten Mittel zu erzielen und die Ausbildungssituation in Entwicklungsländern weiter zu verbessern.


Copyright des Bildes: Opportunity International

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