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Vergabe des Oikocredit-Wissenschaftspreis für Studie über Kleinbauerngenossenschaften in Ghana

In Berlin wurde am 22. März 2012 der Oikocredit-Preis zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses verliehen. Ausgezeichnet wurde eine Forschungsarbeit über Kleinbauerngenossenschaften in Ghana. Die Preisträger, Dr. Fleur Wouterse und Dr. Gian Nicola Francesconi, weisen darin die große Bedeutung von Genossenschaften für die ländliche Entwicklung nach. Überreicht wurde der Oikocredit-Preis im Rahmen der internationalen Tagung “Genossenschaftliche Antworten auf globale Herausforderungen” an der Berliner Humboldt-Universität.

Pr. Dr. Hanisch (HU Berlin), Dr. Fleur Wouterse und Dr. Gian Nicola Francesconi (Preisträger, IFPRI), Elisabeth Raiser (Oikocredit), Prof. Dr. Nicole Göler von Ravensburg (FH Frankfurt a.M.)

Am Beispiel Ghana zeigen die Forscher, dass Genossenschaften viele Probleme lösen, die ein einzelner Kleinbauer allein nicht bewältigen könnte. In der Genossenschaft kann man gemeinsam Kredite aufnehmen und Versicherungen abschließen, gemeinsam einkaufen und die Ernte vermarkten. All das verbessert die Lebenssituation der Genossenschaftsmitglieder spürbar. Allerdings fand das Forscherduo vielerorts Defizite im Management. Die Genossenschaften, so die Wissenschaftler, könnten ihre Entwicklungs- und Wachstumspotenziale noch stärker entfalten, wenn ihr Management geschult und beraten wird.

Genossenschaften werden wenig erforscht

Die beiden Forscher haben über 500 Genossenschaften in Ghana untersucht. „Unter anderem war diese sorgfältige wissenschaftliche Recherche preiswürdig“, erläutert Dr. Florian Grohs, Geschäftsführer von Oikocredit Deutschland und Mitglied der Jury. „Genossenschaften mit ihren weltweit über 800 Millionen Mitgliedern tragen zur Lösung drängender Probleme wie Hunger, Armut, Ressourcenverlust und Energieversorgung bei. Doch die wissenschaftliche Erforschung ihrer Arbeit ist bisher in Deutschland kaum entwickelt“, erläutert Tagungsleiter Prof. Dr. Markus Hanisch von der Humboldt-Universität. „Mit dem Preis setzt Oikocredit ein Zeichen für eine bessere Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses in diesem Bereich“, ergänzt Florian Grohs.

2012 ist UN-Jahr der Genossenschaften

Zudem knüpft Oikocredit mit der Preisverleihung an das Internationale Jahr der Genossenschaften 2012 an, mit dem die Vereinten Nationen den Beitrag der Genossenschaften zur sozialen und ökonomischen Entwicklung würdigen. Auch die internationale Kreditgenossenschaft Oikocredit zielt auf Armutsbekämpfung und Entwicklung – und zwar erfolgreich seit ihrer Gründung 1975. Die Grundidee: Investoren – viele davon aus Deutschland – geben Darlehen an Genossenschaften oder andere Unternehmen in armen Regionen. Darüber hinaus beraten die weltweit 36 Regional- und Länderbüros von Oikocredit viele der Kreditpartner in Fragen von Management und Unternehmensführung. „Die Studie der jungen Wissenschaftler“, so Florian Grohs, „hat uns
darin bestätigt, diese Beratungen weiterhin auszubauen.“

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