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Podiumsgespräch zum Thema „banking the unbanked – Innovationen für Schwellen- und Entwicklungsländer“

In dem gestrigen Fachgespräch in Berlin zu dem Thema Innovationen finanzieller Dienstleistungen in Schwellen- und Entwicklungsländern, zu dem das Technologieunternehmen Giesecke & Devrient (G&D) einlud, diskutieren Experten aus der Finanz- und Entwicklungspolitik-Welt über innovative Produkte, die einen verbesserten Zugang zu Finanzdienstleistungen insbesondere für ausgeschlossene Bevölkerungsgruppen ermöglichen können. Neben Fachleuten aus Wirtschaft und Wissenschaft nahmen die Parlametarische Staatssekretärin des BMZ, Gudrun Kopp, und der Vorsitzende der Geschäftsführung von G&D, Dr. Karsten Ottenberg, an der Podiumsdiskussion teil.

Besonders der Zweig der mobilen Kommunikation wird als wichtiger Eckpfeiler in der Bereitstellung nachfrageorien- tierter Finanzdienstleistungen herausgestellt. Der Mobiltelefon- sektor ist vor allem in den Schwellen- und Entwicklungs- ländern ein enormer Wachstums- markt. Dadurch ergeben sich die Möglichkeiten für MFIs, den Klienten die Finanzprodukte per Mobiltelefon („mobile banking“) anzubieten und damit eine Mehrzahl an Menschen zu erreichen, die noch keinen Zugang haben.

Denn momentan sind noch etwa zwei Drittel der Weltbevölkerung ohne Bankkonto und 2,7 Milliarden Menschen ohne Zugang zu formalen Finanzdienstleistungen. Um den Wirtschaftsmotor nachhaltig anzukurbeln und die extreme Armut zu bekämpfen, ist jedoch ein funktionierendes Finanzsystem unbedingt vonnöten. Armen, aber wirtschaftlich aktiven Menschen fehlt es vor allem am Zugang zu Finanzprodukten. Würden sie diesen haben, so könnten sie sich selbst aus der Armut befreien.

Mit der Bereitstellung von Zahlungs- und Bankdienstleistungen über Mobilfunk haben so viel breitere Bevölkerungsschichten die Gelegenheit, von Finanzdienstleistungen zu profitieren. Das Bezahlen von Rechnungen, Gehaltsüberweisungen oder die finanzielle Unterstützung von Familienangehörigen in entfernten Landesteilen wird durch "mobile banking" für arme Bevölkerungsschichten einfacher und kostengünstiger.

Jedoch ist es wichtig, dass die Anbieter von finanziellen Dienstleistungen besonders in der Sparte des „mobile banking“ verantwortungsvoll mit den Klienten umgehen. Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit unterstützt ihre Partnerländer in Kooperation mit den lokalen Behörden und den örtlichen Telekommunikations- und Finanzinstitutionen beispielsweise bei der Schaffung der erforderlichen gesetzlichen Rahmenbedingungen für mobile Finanzdienstleistungen oder bei dem Aufbau einer lokalen Zahlungsinfrastruktur.

Gudrun Kopp betonte: "Das Engagement der Gebergemeinschaft kann nur einen Beitrag dazu leisten, die Lücke im Zugang zu Finanzdienstleistungen zu schließen. Notwendig sind hier auch Investitionen der Privatwirtschaft."

Ein angemessener gesetzlicher Rahmen schafft die geeigneten Umstände für die tatsächliche Bereitstellung von "mobile banking" durch Mobilfunkanbieter, auch in Zusammenarbeit mit Finanzdienstleistern. "Damit eröffnet "mobile banking" Chancen für alle Beteiligten: Durch Mobiltechnologie wird ein einfacherer und sicherer Geldtransfer auch für arme Menschen in abgelegenen Gebieten möglich, während sich die Dienstleistung auch für die Privatwirtschaft rechnet", so Kopp.

Quelle: bmz.de
 

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