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Projektbesuch bei den Kaffeebauern von Mubende in Uganda

Seit 2009 arbeitet Opportunity International zusammen mit der NKG Coffee Alliance Trust zusammen, einem Netzwerkpartner der Neumann Stiftung. Durch die Zusammenarbeit soll den Kaffeebauern in der Region um Mubende der Zugang zu Finanzdienstleistungen ermöglicht, sowie die Qualität und damit die Absatzpreise der Kaffeebohnen erhöht werden.

Kaffeebauer bei der Bewirtschaftung seiner Plantage

Die unterstützten 15.000 Kleinbauern sind in 24 Genossenschaften organisiert, die offiziell registriert sind. Diese Genossenschaften sind in kleine Produzentengruppen eingeteilt, die etwa 25 Kaffeebauern umfassen. Jede Genossenschaft hat eine Geschäftsführung, eine Finanz- und eine Rechtsabteilung, die die Mitglieder und ihre Belange repräsentieren.

Besonders wichtig ist die Aufgabe des externen landwirtschaftlichen Beraters, der die Kaffeebauern schult und für die Vermarktung zuständig ist. Auch die Zusammenarbeit der einzelnen Mitglieder untereinander wird durch ihn gefördert. Durch den Zusammenschluss in einer Genossenschaft ist es den Bauern erstmalig möglich, direkt an den Exporteur in Kampala zu verkaufen und somit einen höheren Preis für ihr Produkt zu erzielen.

Obwohl die Bauern regelmäßig zum Thema Anbau- und Erntemethodenmethoden, und dem Einsatz von Düngemitteln geschult werden, reichen ihre Erträge noch nicht aus, um ihr Einkommen so zu erhöhen, dass sie der Armut dauerhaft entfliehen können. Statt der möglichen 2.000 kg Kaffee pro Hektar, erreichen sie zurzeit nur ca. 600 kg. Mit ihrem Einkommen und der Subsistenzwirtschaft können die Kleinbauern zwar ihre Familien ernähren, haben aber kein Kapital um in ihre Betriebe zu investieren.

Opportunity International Deutschland, einer der MikrofinanzWiki-Förderer, versucht deshalb, die Bauern mit angepassten landwirtschaftlichen Krediten zu versorgen. Mit diesen Krediten können die Bauern bessere Düngemittel und gutes Saatgut kaufen um ihre Produktivität und ihren Lebensstandard zu erhöhen. Zusätzlich erhalten die Mitglieder innerhalb ihrer Gruppen Schulungen zum Thema Finanzen.

Die Schulungen beinhalten zum Beispiel die Wichtigkeit von Sparkonten, die Erstellung eines Businessplans, die Warnung vor Überschuldung und den richtigen Einsatz der angebotenen Finanzdienstleistungen. Im März/April 2011 startete der Implementierungspartner vor Ort, Opportunity Uganda, die Pilotphase und vier der 24 Genossenschaften erhielten Zugang zu Finanzdienstleistungen vom Supportakteur Opportunity International. Diese Kredite wurden für den Erwerb von Düngern und anderen Hilfsmitteln genutzt, die die Qualität und den Ertrag der Kaffeeernte verbessern sollen.

Die nun neu geöffnete Filiale in Mubende hat das Ziel, in den ersten drei Aufbaujahren über 4.000 bedürftigen Kleinbauern und -bäuerinnen sowie KleinstunternehmerInnnen den Zugang zu Finanzdienstleistungen zu ermöglichen. Die neue Zweigstelle plant, im ersten Jahr nach Eröffnung ca. 1.700 Menschen mit Sparangeboten und Mikrokrediten zu versorgen. Schon in den ersten Monaten nach der Eröffnung der Filiale haben Hunderte von Menschen ein Sparkonto eröffnet.

Vor Erhalt der Mikrokredite müssen alle in Frage kommenden Klienten vorab eine vierwöchige Orientierungsphase durchlaufen, in der sie auf die Abwicklung des Kredites vorbereitet werden und mit entsprechenden betriebswirtschaftlichen Schulungen lernen sollen, wie der Kredit am effizientesten eingesetzt und erfolgreich zurückgezahlt wird. Bis Ende Juni 2011 konnten insgesamt  167 Kredite vergeben werden. Das Ziel bis Ende des Jahres ist es, 850 Menschen mit Kleinkrediten zu versorgen.

Die Kaffebauern erzählen begeistert von der Unterstützung von Opportunity International und dem NKG Coffee Alliance Trust. Früher wurden sie von den lokalen Zwischenhändlern mit ungenauen Waagen und niedrigen Preisen betrogen. Ohne diese Zwischenhändler bekommen die Farmer nun einen besseren Preis für ihre hart erwirtschaftete Ernte. Mit der Hilfe von Opportunity International konnten sie einen fairen Kleinkredit bekommen, deren Rückzahlung erst nach der Ernte erfolgen muss. Außerdem konnten sie sowohl die Qualität als auch die Quantiät der Ernte verbessern. Sie haben somit genug Geld, um ihre Familie bis zur nächsten Ernte zu versorgen.

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