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Zinssätze: Transparenz in der Mikrofinanz

Die Zinssätze, die bei einem Kredit anfallen, werden oft in Form des Jahreszins angegeben. Damit sollen Kredite vergleichbar gemacht und die Transparenz erhöht werden. Dies gilt auch in der Mikrofinanz.
Arjan Schutte, Manager von Core Innovation Capital, zweifelt allerdings daran, ob der Jahreszins sein Versprechen von mehr Transparenz auch wirklich einlöst. Seiner Meinung nach ist der Zinssatz für Kreditnehmer nicht das ausschlaggebende Kriterium, wenn der Kredit kürzer als ein Jahr in Anspruch genommen werden soll.

Als Alternative schlägt Schutte einen sogenannten TRUST-Ansatz als Standard für Kredite, die nur wenige Monate dauern sollen, vor. Dieser beinhaltet die flexible Laufzeit eines Kredits, damit den Bedürfnissen des Kreditnehmers auch wirklich entsprochen wird und der Schutz des Klienten vor Überschuldung gewährleistet wird. Auch spielt die Transparenz der Angebote eine sehr große Rolle. Kreditnehmer müssen wirklich verstehen, zu welchen Konditionen sie das Geld leihen und welche Gebühren dabei fällig werden. Schlussendlich müssen die Kredite mit Anreizsystemen ausgestattet werden. Dies funktioniert so, dass ein Kreditnehmer, der seine Raten immer pünktlich zurückgezahlt hat, erstens leichteren Zugang zu weiteren Geldern erhält und zweitens diese auch zu einem günstigeren Zinssatz aufnehmen kann, da er gezeigt hat, dass bei ihm nur ein geringes Ausfallrisiko besteht.

Mit der Sozialen Mikrofinanz wird ein Ansatz verfolgt, der dem Schuttes sehr ähnlich ist. Durch die Integration der Klienten in die Gemeinschaft der Trustbank-Gruppe, in der jeder Teilnehmer für den anderen einsteht, können eventuelle Zahlungsschwierigkeiten einzelner Mitglieder behoben werden. Dabei steht der Kreditbetreuer – auch Loan Officer genannt - den Teilnehmern mit Rat und Tat zur Seite, um sie vor Überschuldung zu schützen. Klienten können außerdem von einem zum nächsten Kreditzyklus graduieren. Die Summe, die den Teilnehmern dabei zur Verfügung steht, wird dabei von mal zu mal größer.

Die Mikrofinanz-Arbeit sollte auch offen, transparent und nachvollziehbar gegenüber den Klienten gestaltet werden, d.h. den Klienten muss ein leichter Zugang zu allen Informationen ermöglicht werden. Aus diesem Grund wurde die sog. SMART Campaign 2008 als eine Kampagne zur Mikrofinanzierung ins Leben gerufen. Die Kampagne bezeichnet die Klienten als treibende Kraft und legt größten Wert auf volle Transparenz bei der Preisbildung (einschließlich aller Gebühren), Zahlungsbedingungen, Konditionen und den Finanzdienstleistungen.

Darüber hinaus wurde die Nonprofit-Organisation mit dem Namen "Microfinance Transparency" im Jahr 2008 mit der Absicht gegründet, Begegnungspunkt der Mikrofinanzindustrie zu werden. Die Unterstützer der Organisation sprechen sich öffentlich für Transparenz und Integrität aus und verfolgen als oberstes Ziel die Armutsreduzierung der Klienten.
 

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