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Der Zugang zu finanziellen Dienstleistungen für alle ist in naher Zukunft möglich

Der Geschäftsführer von CGAP, Tilman Ehrbeck, spricht in einem Interview von der Möglichkeit, jeden Einzelnen der momentan noch 2,7 Mrd. ohne Zugang zu Finanzdienstleistungen in naher Zukunft in das Finanzsystem einzubeziehen. Dies ist auch notwendig, denn viele Menschen in Entwicklungsländern leiden unter „einer doppelten Ungerechtigkeit“, so Ehrbeck. Diese Menschen haben nicht nur kaum die finanziellen Mittel, sich selbst zu versorgen, sie sind auch auf informelle Geldverleiher angewiesen, die unfaire Wucherzinsen verlangen.

Aufgrund des Fehlens eines finanziellen Puffers, den man sich bei einem täglichen Einkommen von durchschnittlich 2 US-Dollar schlichtweg nicht anlegen kann, und wegen der unbeständigen Einkommensmöglichkeiten ist es besonders für die armen Menschen in Entwicklungs- und Schwellenländern notwendig, den Zugang zu formellen Finanzdienstleistungen zu erhalten.

Dies ist auch noch in weniger als 20 Jahren möglich, erläutert Ehrbeck optimistisch. Um dies zu erreichen, wird in den Entwicklungs- und Schwellenländern ein „Ökosystem finanzieller Dienstleister“ unentbehrlich. Ehrbecks Meinung nach sind es unterschiedliche Herausforderungen ein Mikrokredit-Produkt oder Spar- und Versicherungsprodukte anzubieten. Daher ist es notwendig, dass sich Dienstleister in den verschiedenen Bereichen spezialisieren, so dass die Bedürfnisse der Klienten bestens erfüllt werden können.

Bei dem Aufbau eines Mikrofinanzsystems in einem Land muss man aber einige Dinge besonders beachten und von alten Fehlern, die beispielsweise in Indien begangen wurden, lernen. Zuvor müsste beispielsweise eine exakte Marktanalyse durchgeführt werden und die Mikrofinanzprodukte müssten im weiteren Zuge verantwortlich an die Klienten weitergegeben werden. Der Streitfrage zwischen kommerziellen und Nonprofit-Anbietern will er außerdem ein Ende setzen. Denn solange der Klient ein faires Angebot erhält, der Kundenschutz und die soziale Rendite sichergestellt sind, ist es irrelevant, welche Art von Dienstleister die Mikrofinanzprodukte anbietet.

Besonders in ländlichen Regionen fehlt es noch am Zugang zu Finanzdienstleistungen

Zur Erreichung der Ärmsten der Armen spielen beispielsweise spendenbasierte Organisationen eine wichtige Rolle. Denn diese können Pionierarbeit leisten, die Existenzsicherung der extrem Armen erreichen und die Grundlage zur Finanzsystementwicklung schaffen. Im Weiteren sind kommerzielle Anbieter in der Lage, eine Vielzahl an Menschen mit diversen Finanzdienstleistungen zu erreichen.

Der Frage der Wirksamkeit von Mikrofinanz steht Tilman Ehrbeck positiv gegenüber. Er glaubt, dass nicht nur der Wohlstand der Haushalte, die Kaufkraft steigen und die Risiken geringer werden, sondern dass auch auf Makroebene der Wohlstand der Gesellschaft steigen werden und Ungleichheiten aufgehoben werden.

Das vollständige Video des Interviews mit Tilman Ehrbeck können Sie hier auf der Seite von CGAP ansehen.

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