Zwiebeln gegen Armut

Zwiebeln gegen Armut

Peace Semiha (45) hat ihren Opportunity-Kleinkredit vergraben - Zwiebeln sind ihre Hoffnung auf ein Leben jenseits der Armut. So liegen diese nun in der sandigen Erde der Voltaregion/Ghana. In vier Monaten wird sich zeigen, ob sich die harte Arbeit gelohnt hat, dann ist Erntezeit.

Peace ist Teilnehmerin an einem außergewöhnlichen Agrarprojekt. Außergewöhnlich deswegen, weil der sandige Boden für die Landwirtschaft eher ungeeignet ist. Doch durch intensive Bewässerung per Hand und die gezielte Zuführung von Nährstoffen wachsen hier Zwiebeln, Tomaten oder auch Gurken. Seit gut einem Jahr sind die Erträge deutlich gestiegen, in manchem Erntezyklus um bis zu 50 Prozent.

"Das war auch bitter nötig", so Donald Dzebu, der verantwortliche Leiter des Agrarprogramms von Opportunity in Ghana. "Die Familien hier sind sehr arm." Peace Semiha weiß, was schlechte Ernten bedeuten. An manchen Tagen konnte sie über dem offenen Feuer nur das Allernotwendigste für ihre Familie zubereiten.

Kleinbauern bekommen bei den normalen Banken grundsätzlich keine Kredite in Ghana. Erst die Zusammenarbeit mit Opportunity hat eine wirkliche Veränderung zum Guten gebracht. "Mit dem Kleinkredit konnten wir besseres Saatgut kaufen und Nährstoffe, die den Ertrag deutlich gesteigert haben", so Peace.

Die Dankbarkeit ist der Kleinbäuerin anzuspüren. Das Vertrauen, das Opportunity in sie steckte, wurde belohnt. Mittlerweile sind es über 500 Kleinbauern, die von dem Opportunity-Landwirtschaftsprogramm profitieren. "Es ist nicht nur der Kredit, sondern auch das Wissen, das wir uns dank Opportunity aneignen konnten, das den Durchbruch brachte", so berichtet der lokale Bürgermeister. Auch er ist Teilnehmer von Opportunitys Mikrokreditprogramm.

Im Dorf sind die nächsten Schritte bereits geplant. "Als Dorfgemeinschaft wollen wir zusammen eine Lagerhalle bauen. Das würde uns helfen bessere Preise zu erzielen, denn wir müssten dann nicht den erstbesten Preis akzeptieren, den uns der Großhändler anbietet, wenn er mit seinem LKW vorbeikommt", so der Bürgermeister.

Peace steht vor ihrem Zwiebelfeld, "Das wird wohl eine gute Ernte in ein paar Wochen geben", ihre Stimme klingt noch etwas unsicher. Aber ihr neugewonnener Lebensmut ist dennoch deutlich zu spüren.

Das Landwirtschaftsprogramm

Kleinbauern gelten in der Volta Region, wie in vielen anderen ländlichen Regionen auch als kreditunwürdig. Das Risiko, dass die Kredite nicht zurückgezahlt werden können, ist zu hoch. Die Ursache muss nicht immer Missmanagement sein. Auch klimatische Einflüsse machen es den Kleinbauern schwer, eine gute Ernte einzufahren. Doch Opportunity hat in den letzten Jahren gezeigt, dass es funktionieren kann. Dies sind die Erfolgsfaktoren:

  1. Laufzeit: Statt sonst üblicher wöchentlicher Rückzahlung muss erst nach sechs Monaten zurückgezahlt werden, wenn die Bauern geerntet haben.
  2. Schulungen und Wissenstransfer: Die Kleinbauern nahmen regelmäßig an Schulungen zu verschiedenen Themen teil. Dies führte dazu, dass die Bauern besseres Saatgut auswählen konnten und so ihren Ertrag um 40 bis 60 Getreidesäcke pro Erntezyklus steigern konnten. Da auch die Zahl der Erntezyklen auf drei bis vier pro Jahr erhöht werden konnte, bedeutet das einen erheblichen Gewinn für die Lebenssituation der Kleinbauern.
  3. Anpassung der Kredithöhe: Im Rahmen des Projektes stieg das individuelle Kreditvolumen von ca. 300 auf 500 Euro an. Auch die Anzahl der Teilnehmer konnte von Anfangs 200 Kleinbauern auf mittlerweile 533 ausgeweitet werden.
  4. Gute Zusammenarbeit: Bei kleineren Verzögerungen der Rückzahlungen wurden gemeinsam mit den Kleinbauern sinnvolle Lösungen gefunden. Dadurch konnte eine Rückzahlquote von über 93 Prozent erreicht werden.

Mehr Infos über das Landwirtschaftsprogramm von Opportunity in Ghana erfahren Sie hier.

Diese Klientengeschichte wurde bereitgestellt von Opportunity International Deutschland und dem Implementierungsakteur SAT - Sinapi Aba Trust in Ghana.

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