Inhaberin eines Coiffeursalons
Sarah Sam, Ghana
Die 40-jährige Sarah Sam (auf dem Bild ganz rechts) betreibt seit zehn Jahren einen Coiffeursalon in Cape Coast, ganz im Süden von Ghana. Sie startete ihr Geschäft in einem kleinen „Kiosk". „Damals hatte ich etwa fünf Kundinnen pro Tag", erzählt sie. Zu wenig, um ihre Familie über Wasser zu halten. Sarah Sam ist geschieden. Sie hat eine 16-jährige Tochter und einen 18-jährigen Sohn (Benjamin). Mit ihrem Geschäft sorgt sie auch für den Unterhalt ihrer Eltern und einer Schwester. Ihr Sohn Benjamin möchte an der Universität studieren.
„Der Kiosk war so klein und mein Angebot an Produkten sehr eingeschränkt. Die Leute glaubten nicht daran, dass sie hier einen guten Service erhalten. Sie trauten es mir nicht zu", sagt Sarah Sam während sie das frisch gestreckte Haar einer Stammkundin mit Haarspray fixiert. „Ich hatte auch zu wenig Kapazität und verlor deshalb viele Kunden an die Konkurrenz", fügt sie an. Dies änderte sich mit den Mikrokrediten.
Mit einem ersten Mikrokredit von umgerechnet 250 Euro kaufte sie Haarpflegeprodukte und Haarteile. Mit dem besseren Angebot wurde auch die Kundschaft zahlreicher. Sarah Sam zahlte ihren Kredit nach einem halben Jahr pünktlich zurück und erhielt einen zweiten Kredit von umgerechnet 500 Euro, danach einen dritten von umgerechnet 750 Euro.
Inzwischen besitzt sie einen Salon von zirka 20 Quadratmetern Fläche. Vier Arbeitsplätze mit je einer Trockenhaube und gut gefüllte Regale mit Haarpflegeprodukten für jedes Problemhaar locken täglich 10 bis 15 Kundinnen und Kunden in das Geschäft. Neben einer neuen Frisur können die Kundinnen sich auch ein Make-up oder künstliche Nägel gönnen. Über dem großen Spiegel sind Nagellacke in allen erdenklichen Rottönen aufgereiht.
Sarah Sam ist stolz auf ihren Salon, und sie möchte das Geschäft weiter vergrößern. Nach der Rückzahlung des letzten Kredits hat sie deshalb einen weiteren beantragt. Dazu läuft zurzeit ein sogenanntes Assessment-Verfahren.
Die Kundenbetreuer von Sinapi Aba Trust (SAT), dem Implementierungspartner von Opportunity International in Ghana, prüfen vor jeder Kreditvergabe, ob die Geschäftsidee durchführbar ist und Erfolg haben kann. Es wird dabei ein Businessplan erstellt. Die Klientinnen (meist sind es Frauen) erhalten eine Schulung. Dort werden ihnen die wichtigsten Regeln für eine erfolgreiche Geschäftsführung beigebracht. Man muss dabei bedenken, dass die meisten Klientinnen nur wenig oder gar keine Schulbildung haben.
Seit März 2009 bildet Sarah Sam auch Lehrtöchter aus. Es sind vier Mädchen im Alter von 18 bis 20 Jahren, die eine dreijährige Ausbildung mit einem staatlich anerkannten Abschluss absolvieren. Anders als in Deutschland müssen Lehrlinge in Ghana für ihre Ausbildung ein Lehrgeld bezahlen. Opportunity International unterstützt die jungen Menschen dabei, um ihnen eine bessere Zukunft zu ermöglichen. Dazu hat Opportunity das Ausbildungsprogramm YAP (Youth Apprenticeship Program) entwickelt.
Diese Klientengeschichte wurde bereitgestellt von Opportunity International Deutschland und dem Implementierungsakteur SAT - Sinapi Aba Trust in Ghana.
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