Mit einer Bienenzucht aus der Armut

Mit einer Bienenzucht aus der Armut

Francisco Sanchez, Nicaragua

Francisco Sanchez,  ein Farmer und Imker aus Nicaragua, lebt in der Gemeinde von Chilamatillo nahe der Hauptstadt Managua. Er wuchs mit 8 Geschwistern in einer armen Familie auf. Sein Vater war ebenfalls Farmer, seine Mutter Hausfrau. Sein ganzes Leben schon wohnt er in Chilamatillo. Er liebt die Gemeinde und das Land, ein Land auf und von dem seine Familie schon seit Generationen lebt.

Francisco begann mit sieben Jahren auf der Farm der Familie zu arbeiten, nichts Ungewöhnliches in der ländlichen Region. In dieser Zeit, den frühen sechziger Jahren, war Baumwolle das Hauptprodukt. Tipitapa, die Region in der Franciscos Dorf liegt, war bekannt für den Baumwollanbau. Jeder dort baute Baumwolle an, so auch Franciscos Familie. Für ihn war dies einer der Gründe warum er schon früh die Schule verlassen musste.

2002 startete World Vision Nicaragua in Tipitapa ein Entwicklungsprogramm, das die Farmer organisierte. Auch Francisco und viele aus seiner Familie nahmen Teil und  bekamen ein umfangreiches Training in Geschäftsführung, Schädlingsbekämpfung und Herstellung organischer Düngemittel. World Vision Nicaragua stellte zudem eine Bewässerungsanlage zur Verfügung.

Die Bienenstöcke der Genossenschaft „Los Sanchez“

Darüber hinaus wurde ein Imkerei-Projekt von World Vision Nicaragua ins Leben gerufen. Durch dieses Programm haben sich auch Francisco und seine Familie entschieden, in die Bienenzucht einzusteigen. Die Familienmitglieder gründeten die Genossenschaft „Los Sanchez“, die von Francisco angeführt wird. Ursprünglich wurden der Genossenschaft fünf Bienenstöcke von World Vision Nicaragua gespendet und sie erhielt zwei Kredite über 2.250 US$ und 2.800 US$. Daraus entwickelte sich durch umfangreiches Training und Betreuung ein florierendes Unternehmen mit mittlerweile 300 Bienenstöcken, 10 Bienenhäusern und einer eigenen Zentrifuge zur Honigherstellung. Heute kann die Genossenschaft die Stöcke sogar zur Bestäubung von Pflanzen an andere Farmer vermieten und will noch weiter wachsen.

Francisco schreibt den Erfolg der Genossenschaft vor allem dem Training zu und stellt fest, dass viele der anderen Dorfbewohner Neuem gegenüber nicht aufgeschlossen genug sind. Sie begnügen sich mit dem Wissen, das ihnen ihre Eltern vermittelt haben und haben Angst vor Neuem. Auch Francisco hatte diese Ängste, konnte sie jedoch durch die Unterstützung und das Training von World Vision Nicaragua überwinden. Heute lebt der 53 Jährige mit seiner Frau und sieben Kindern noch immer in Chilamatilo. Fünf seiner Kinder gehen zur Schule, drei davon sind im Patenprogramm von World Vision Nicaragua, seine zwei erwachsenen Söhne arbeiten in der Genossenschaft.

Nicaragua, das im Norden an Honduras und im Süden an Costa Rica grenzt, ist Heimat von etwa sechs Millionen Menschen. Fast 60% der Einwohner leben in Städten, vor allem in der Hauptstadt Managua, die mit über einer Millionen Menschen einen großen Teil der Landesbevölkerung beheimatet. Dass es die Einwohner in die Nähe der Stadt zieht, kommt nicht von ungefähr: Nicaragua ist das ärmste Land in Mittelamerika und eines der ärmsten Länder der Welt. Die Arbeitslosigkeit ist hoch. Etwa die Hälfte der Bevölkerung lebt unterhalb der Armutsgrenze. Auf dem Land ist die Armut noch größer.

Diese Klientengeschichte wurde bereitgestellt von World Vision und ihrem Implementierungsakteur in Nicaragua Fundacion 4i-2000.

Mikrofinanzprojekt des Monats
Mikrofinanzprojekt des Monats: Programm für Beschäftigung und soziale Innovation (EaSI)
Mikrofinanzprojekt des Monats: Programm für Beschäftigung und soziale Innovation (EaSI)

Durch das EaSI Programm soll das Niveau und die Qualität nachhaltiger Beschäftigung gefördert, Sozialschutz garantiert und der Zugang zu Mikrofinanzprodukten ermöglicht werden. ...mehr

Mikrofinanz-News
27.04.2017 – Global Micro Initiative e.V.: Messbare Erfolge ...mehr
24.04.2017 – AFC's Finanzsektor unterstützt Aktivitäten in Uganda ...mehr
18.04.2017 – Zwei Kampagnen für den Einsatz in Entwicklungsländern in Münster vorgestellt ...mehr
13.04.2017 – Stellenausschreibung Sparkassenstiftung: BeraterInnen in Namibia und Sambia ...mehr
07.04.2017 – The European Microfinance Award 2017 ...mehr
Weitere News
Nächste Termine
01.04. - 30.04.17: Month of microfinance 2017 ...mehr
12.06. - 14.06.17: 5th European Microfinance Research Conference ...mehr
Weitere Termine