Von Markthändlerin zur Unternehmerin

Von Markthändlerin zur Unternehmerin

Lucrecia Calero, Nicaragua

Lucrecia Gonzales Calero lebt in La Conceptión in der Nähe Managuas, der Hauptstadt von Nicaragua. Die 56-Jährige Farmerin und Händlerin wuchs in einer armen Familie auf. Ihre Eltern hatten als Arbeiter alle Mühe, die Familie zu ernähren. So ging Lucrecia, die älteste Tochter, wie auch ihre acht Geschwister nicht zur Schule, sondern begann schon mit acht Jahren auf dem Feld zu arbeiten und Kaffee und Baumwolle zu ernten.

Als sie älter war, kaufte Lucrecia vier Hühner und zwei Schweine mit dem Ziel, sie aufzuziehen und das Fleisch zu verkaufen. Danach kaufte und verkaufte sie jahrelang Früchte auf dem größten Markt in der Hauptstadt Managua. Sie hatte Erfolg und beschloss ihr Geschäft zu erweitern.

Als Lucrecia zur „Fundación 4i-2000“, der Mikrofinanzorganisation von World Vision Nicaragua, kam hatte sie deshalb schon viel Erfahrung im Handel mit Früchten und Fleisch. Sie hatte aber schon immer den Traum, ihre Tätigkeiten auszubauen, um ihre Einnahmen zu erhöhen. Einen Traum, den sie sich erst durch die Mikrokredite erfüllen könnte. Ihr kleiner Geschäftsplan sah vor, ein Stück Land zu pachten, um darauf Bohnen und Früchte anzubauen und Schweine und Hühner zu züchten.

Aus diesen bescheidenen Anfängen ist über die Jahre ein kleines Unternehmen geworden. So besitzt Lucrecia heute fünf kleine Farmen auf denen sie Zitronen, Orangen, Papaya, Bananen und Mandarinen anbaut. Die Früchte verkauft sie auf den großen Märkten in Managua, Masaya und Jinotepe.

Um all dies zu erreichen nahm sie von Fundacion 4i-2000 mehrere Kredite mit einem Gesamtvolumen von 5.000 US$ auf. Mit diesen Krediten konnte sie in neue Anbauflächen investieren und die Kredite halfen ihr auch über eine Dürreperiode und andere Schwierigkeiten hinweg. Vor der Unterstützung mit Krediten lagen ihr monatliches Einkommen bei 50 bis 75 US$. Mittlerweile verdient sie etwa 850 US$ im Monat. Lucrecia konnte mit ihrem Geschäft sogar schon 30 befristete Jobs schaffen.

Nicaragua, das im Norden an Honduras und im Süden an Costa Rica grenzt, ist Heimat von etwa sechs Millionen Menschen. Fast 60% der Einwohner leben in Städten, vor allem in der Hauptstadt Managua, die mit über einer Millionen Menschen einen großen Teil der Landesbevölkerung beheimatet. Dass es die Einwohner in die Stadt zieht kommt nicht von ungefähr: Nicaragua ist das ärmste Land in Mittelamerika und eines der ärmsten Länder der Welt. Die Arbeitslosigkeit ist hoch. Etwa die Hälfte der Bevölkerung lebt unterhalb der Armutsgrenze. Auf dem Land ist die Armut noch größer.

Diese Klientengeschichte wurde bereitgestellt von World Vision und ihrem Implementierungsakteur in Nicaragua Fundacion 4i-2000.

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