Schnelle Füße und geschickte Hände

Schnelle Füße und geschickte Hände

Betty Aute, Uganda

Betty ist gut zu Fuß. Sie weiß, wohin sie will. Der Weg hier im Sumpf ist nicht vorgezeichnet, aber Betty kennt sich hier aus. Sie kennt die Stellen, wo das beste Schilf wächst. Schilf, das sie benötigt, um ihre Matten herzustellen. Die Schilfmatten sichern ihrer Familie das Einkommen. Wer als Fremder in den Sumpf geht, muss sich in Acht nehmen. Nicht nur wegen der gefährlichen Schlangen, die hier leben. Das manchmal oberschenkeltiefe Wasser, indem die meterhohen Schilfhalme stehen, verzeiht keinen Fehltritt. Wer sich verläuft, kann versinken. Betty kann dies kaum passieren. Sie geht seit 18 Jahren in den Sumpf, um sich Schilf für ihre Matten zu holen. Sie geht barfuß.

Betty bei der Arbeit

Bettys Leben ist hart und anstrengend. 39 Jahre ist sie alt, hat sechs Kinder zur Welt gebracht. Das Älteste ist 20, das Jüngste drei Jahre alt. Vor allem sorgt Betty dafür, dass sie alle genug zu essen haben und zur Schule gehen können. Ihr Mann lebt ebenfalls im Haus. Er sei Farmer, sagt er. Aber das kleine Stück Land hinter dem Haus wirft nicht viel ab. Die meiste Arbeit macht Betty. Sie hat geschickte Hände. Mit ihnen fädelt sie die getrockneten Schilfhalme auf eine dicke Nadel. Die Halme sind an den Kanten scharf, Bettys Hände weisen viele alte Wunden auf. Mit einer Machete schneidet sie die Schilfmatten passend zu. Als sie neues Werkzeug brauchte, half ihr Opportunity mit einem Kleinkredit.

Bettys Schilfmatten sind bekannt. Die Leute auf dem Markt sprechen sie an, wenn sie etwas Besonderes möchten. Zwei bis drei Matten fertigt sie pro Tag. Der Preis hängt von der Größe ab. An guten Tagen hat sie Einnahmen von zwei bis drei Euro. Dank des Kleinkredites von Opportunity hat Betty jetzt besseres Werkzeug und kann ihr hart erspartes zusätzlich auf einem Sparkonto bei Opportunity anlegen. Und sie muss ihr Schilfrohr den zwei Stunden langen Weg vom Sumpf zurück jetzt nicht mehr selber auf dem Kopf schleppen, sondern kann es transportieren lassen.

Opportunity International unterstützt in Uganda 30.000 Menschen wie Betty mit Mikrokrediten und Sparkonten, die ihnen von formellen Banken verwehrt sind. In den nächsten drei Jahren sollen es 5.000 mehr werden - durch den Aufbau einer neuen Filiale in der landwirtschaftlich geprägten Region rund um die Provinzstadt Mubende. Wer den Menschen dort helfen will, weit entfernt von der Hauptstadt Kampala, muss zu ihnen kommen. Uganda ist ein durch Despoten, Bürgerkrieg und Krankheiten geschütteltes und geschundenes Land mit riesigen Problemen. Ein Land mit explodierender Bevölkerungszahl: Allein in den letzten 15 Jahren verdoppelte sich die Zahl auf mehr als 30 Millionen - in 20 Jahren könnte Uganda mehr Einwohner haben als Deutschland.

Betty mit ihrer Familie

Wer Ugandas Kindern helfen will, muss Ugandas Müttern helfen. So wie Opportunity Betty geholfen hat und auch weiterhin helfen wird. Frauen, die in diesem Land so unendlich viel arbeiten und dennoch kaum eine Chance haben, dem Armutskreislauf zu entfliehen. Jona ist Bettys jüngster Sohn. Er ist drei Jahre alt und er weiß schon wie es geht. Er hat Mama zugeschaut beim Fädeln der Halme und übt selbst schon fleißig. Jona wird eine Chance haben. So wie Betty eine hatte.

Diese Klientengeschichte wurde bereitgestellt von Opportunity International Deutschland und dem Implementierungsakteur Opportunity Uganda Limited in Uganda.

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