Eine Mobile Bank für das Dorf Masheruka

Eine Mobile Bank für das Dorf Masheruka

Dinah Nyebaze, Uganda

Langsam schiebt sich der weinrote Lastwagen über die buckelige Piste, an den ersten Häusern von Masheruka vorbei. Die mobile Bank von Opportunity kommt ins Dorf – wie jeden Dienstag.

Auch Dinah Nyebaze hatte sich eine Stunde zuvor auf den Weg gemacht. Zu Fuß war die 62-Jährige von ihrem kleinen Stück Land bis nach Masheruka gegangen. Dinah ist Bäuerin. Sie lebt von Bananen, Kaffee und Mais.

Die Mobile Bank von Opportunity

Zunächst wurden die Angestellten von Opportunity skeptisch beäugt hier im Dorf. So etwas hatte es in Masheruka noch nicht gegeben: Menschen, die einem mit Geld helfen wollen: Mit kleinen Krediten, mit Versicherungen, mit der Möglichkeit, Geld zu sparen. So etwas gibt es vielleicht in Mbarara, der nächsten größeren Stadt. Die aber ist weit weg; Kampala, die Hauptstadt, praktisch unerreichbar.

Die meisten Menschen hier haben nur sehr wenig Geld und müssen weite Strecken zurücklegen, um zu einer Bank zu kommen. Deshalb fahren die Mitarbeiter von Opportunity jeden Tag von Mbarara zwei bis drei Autostunden raus auf die Dörfer, pro Wochentag werden ein bis zwei Orte angefahren. „Die Aufgabe von Opportunity ist es, armen Leuten zu helfen. Und wenn die Armen nicht zu uns kommen können, gehen wir eben zu den Armen", erklärt Stanley Buhazi, Filialleiter von Opportunity in Mbarara.

Unter einem Zelt nehmen die jungen Mitarbeiter von Opportunity Kunden wie Dinah in Empfang und erklären ihnen, worum es hier geht: dass man Geld nicht verstecken oder vergraben muss, sondern auf ein Sparkonto geben kann; dass man durch einen kleinen Kredit sein Geschäft ankurbeln kann; dass man sich versichern kann, zum Beispiel gegen Ernteausfälle.

Dinah kennt das Ganze schon. Seit ein paar Monaten kommt sie hierher und sie vertraut den jungen Damen und Herren. Heute zahlt sie drei Euro ein – so viel hat sie in der Woche zurückgelegt. Und das ist schon eine der höheren Summen an diesem Morgen.

Obwohl die meisten Menschen hier als Kleinbauer oder Gemüsehändler ein Kleinunternehmen führen, wissen sie kaum etwas über Buchhaltung oder andere Dinge. Um diesen Leuten zu helfen, finden direkt neben der mobilen Bank auch Schulungen statt. Ein Mitarbeiter von Opportunity erklärt Dinah und den anderen, die gekommen sind, das ABC der Finanzwelt und Betriebswirtschaft. Er tut es geduldig. Er spricht und erklärt mehr als dass er etwas aufschreibt. Viele der Zuhörer könnten es kaum lesen.

Dinah bleibt, bis alles gesagt ist. Am nächsten Dienstag wird sie wiederkommen.

Diese Klientengeschichte wurde bereitgestellt von Opportunity International Deutschland und dem Implementierungsakteur Opportunity Uganda Limited in Uganda.

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