Mit 30 Kilogramm Saatgut aus der Armut

Mit 30 Kilogramm Saatgut aus der Armut

Giida Namirembe, Uganda

Bis heute bemüht sich Giida Namirembe zu tun, worum ihr Mann sie bat, ehe er an AIDS-Komplikationen starb. Die selbst HIV-positive Giida hat einen 14-köpfigen Haushalt zu versorgen: ihre zwölf, zum Teil nicht leiblichen Kinder, die eigene Mutter und sich selbst. Schon mit dem Lohn des Ehemannes war die Familie kaum über die Runden gekommen. Nach seinem Tod suchte Giida Hilfe bei der Frauen-Selbsthilfegruppe „Muvule“. Über diese Gruppe kam sie in Kontakt mit dem Oikocredit-Geschäftspartner Community Enterprises Development Organization (CEDO).

Die Genossenschaft, besteht aus 500 LandwirtInnen (ca. 50 Prozent Frauen), die in 18 Gruppen zusammengeschlossen sind. Mit einem Darlehen von rund 93.500 Euro (260 Millionen UGX) konnte die Gemeinschaft einen LKW zum Bohnentransport kaufen sowie technische Untersützung und Kreditüberwachung in Anspruch nehmen. Durch die Frauen-Selbsthilfegruppe und CEDO erhielt Giida ein Sachdarlehen in Form von Bohnen-Saatgut. Nach einer ertragreichen Ernte konnte sie das Darlehen zurückzahlen.

Giida inmitten ihres Feldes.

Nachdem die erste Ernte wegen mangelnder Regenfälle enttäuschend ausfiel, versuchte es Giida erneut und konnte mit nur 30 Kilogramm Saatgut einen beeindruckenden Ertrag von 616 Kilogramm erzielen. CEDO kaufte die Ernte, und Giida brachte fast 320 Euro (900.000 UGX) Lebensunterhalt für die Saison nach Hause. Einen Teil des ersten Geldes verwendete sie zum Kauf einer Kuh, deren Milch sie verkauft. Durch die Einkünfte kann Giida ihren Kindern eine Schulbildung ermöglichen, Medikamente und Essen kaufen und kleinere Investitionen tätigen. Den Mist der Kuh bringt sie zudem als Dünger auf ihren 2,5 Hektar großen Mais- und Bananenfeldern aus.

„Die Unterstützung durch die Gruppe ist sehr wichtig, und es macht mir Mut, zu wissen, dass ich eine sichere Verdienstquelle habe und CEDO meine Produktion aufkauft", erzählt die Landwirtin. Doch trotz dieser Erfolge stehen Giida und ihre Familie vor vielen Problemen. Die ganze Familie schläft in einem kleinen Wohnzimmer, weil alle anderen Zimmer mit Mais vollgestellt sind. Da sie keine Planen hat, kann Giida die Produktion im Freien nicht sicher lagern. Auch hohe Arbeitskosten und schwankende Marktpreise stellen eine Belastung dar. Zusätzlich zum Bohnen-, Mais- und Bananen-Anbau will sie daher ihre Viehzucht erweitern und zusätzlich Kaffee anbauen.

Im Bezirk Masaka, in dem Giida wohnt, leben 6,4% der Bevölkerung mit HIV oder AIDS. Nach Aussage des Beauftragten für Überwachung und Evaluierung von CEDO, Charles Katabalwa, treten etwa die Hälfte aller neu gemeldeten HIV-Fälle bei Verheirateten auf. Neben der Schulung von BäuerInnen in Landwirtschaft und Tierzucht liegt einer der Arbeitsschwerpunkte von CEDO deshalb in der Aufklärung über die Krankheit. Um der Bevölkerung vor Ort zu helfen, stellt CEDO Saatgut bereit, kümmert sich um Vorfinanzierung, Ausbildung sowie Gesundheitserziehung und steht den Kunden in landwirtschaftlichen Fragen theoretisch und praktisch zur Seite. Für Giida war diese Unterstützung die Chance nach dem Tod ihres Mannes nicht in die bedrohliche Armut abzurutschen.

Diese Klientengeschichte wurde bereitgestellt von Oikocredit und dem Oikocredit-Geschäftspartner Community Enterprises Development Organization (CEDO), Uganda.

Foto: Anouk Hermans

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