Sie lacht, wenn sie von der Zukunft spricht

Sie lacht, wenn sie von der Zukunft spricht

Teddy Namagembe, Uganda

Teddy Namagembe arbeitet eigentlich immer. Von sieben Uhr morgens an bis zum Sonnenuntergang – fast zwölf Stunden lang. Dies tut sie jeden Tag – nur einmal im Monat müsse sie ins Krankenhaus, sich behandeln lassen. Dann bleibe die Arbeit liegen. Warum sie sich behandeln lässt, sagt sie nicht. Die Leute im Dorf vermuten, sie habe AIDS. Viele Menschen hier in der Region Mubende haben AIDS. Auch ihr Mann sei vor ein paar Jahren daran gestorben.

Teddy hat es nicht leicht. Allein beackert die 52-Jährige ihr kleines Stück Land im Dorf Kibisi – allein versorgt sie ihre vier Töchter. Die sind zwischen elf und 28 Jahre alt, die beiden Älteren sind schon aus dem Haus. Auf dem Stück Land lebt sie, seitdem sie in den achtziger Jahren aus einem anderen Dorf zu ihrem Mann gezogen war.

Es ist vor allem Kaffee, den sie anbaut. Die anderen Pflanzen wie Bohnen und Mais sollen nur helfen, Ernteausfälle zu verkraften, wie damals, 1989, als ein Schädling die Ernte in der gesamten Region zunichte machte.

Schon als Kind half sie ihren Eltern bei der Kaffeeernte. Sie weiß, wie es geht: das Pflanzen, das Ernten, das Zurückschneiden. Aber allein kann sie das alles nicht leisten. Wenn die Kaffeebäume zu hoch wachsen, braucht sie Männer aus dem Dorf. Für ein paar Schilling helfen sie ihr bei der Ernte und beim Zurückschneiden.

Teddy weiß sehr gut, dass nur die reifen, roten Früchte am Baum gutes Geld bringen. Und dennoch musste sie oft auch minderwertige Ware liefern, mit vielen grünen, unreifen Bohnen. Einfach, weil sie mal wieder Geld benötigte. Zwischenhändler nahmen ihr alles ab: sie zahlten immer, aber – wegen schlechter Qualität – eben oft sehr wenig.

Hier greift das Landwirtschaftsprogramm von Opportunity. Der Kaffeegenossenschaft im Dorf wird zur Erntezeit ausreichend Geld zur Verfügung gestellt. Die Genossenschaft kann den Bauern jetzt einen festen Preis zahlen – und einen angemessenen dazu: manchmal das Dreifache von dem, was sie bisher bekamen.

Für Teddy ist das ein wichtiger Fortschritt. Sie kann jetzt warten mit der Ernte, muss nicht schlechte Ware liefern, weil sie Bares braucht. Und sie kann sich etwas zurücklegen.

Teddy hat es noch immer nicht leicht: viel Arbeit, und dann diese Krankheit. Aber manchmal lacht sie, wenn sie über die Zukunft redet. Vielleicht reicht es irgendwann einmal für einen Fernseher. Den wünscht sie sich. "Aber dafür habe ich zu wenig Geld - noch...".

Diese Klientengeschichte wurde bereitgestellt von Opportunity International Deutschland und dem Implementierungsakteur Opportunity Uganda Limited in Uganda.

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