Mikrofinanzprojekt des Monats: Opportunity International Deutschland unterstützt die ländliche Bevölkerung Mosambiks durch Soziale Mikrofinanz

Mikrofinanzprojekt des Monats: Opportunity International Deutschland unterstützt die ländliche Bevölkerung Mosambiks durch Soziale Mikrofinanz

Organisation
Opportunity International Deutschland
Projektname
Förderung der ländlichen Bevölkerung Mosambiks durch das Angebot von sozialen Mikrofinanzdienstleistungen
Projektland
Mosambik
Projektbeschreibung
Nachhaltige Verbesserung des Lebensstandards von 4.000 Kleinbauern und Kleinunternehmern, durch spezielle Mikrofinanzangebote und die Entwicklung individueller Schulungsprogramme. Insgesamt profitieren von dieser Hilfe rund 25.000 Menschen in den ländlichen Regionen Mosambiks.
Partner & Geber
Banco Oportunidade de Mozambique (BOM)
Laufzeit
3 Jahre

Hintergrund

Während der letzten Jahre wurde in den verschiedensten Sektoren der mosambikanischen Wirtschaft vermehrt daran gearbeitet die inländische Ökonomie zu stützen, zu stärken und zu entwickeln. Hierzu gehörten besonders Maßnahmen zur Stärkung des Agrarsektors, in dem 80 Prozent der mosambikanischen Bevölkerung tätig sind und der somit eine Schlüsselrolle in der Wirtschaft des Landes einnimmt. Durch diese Maßnahmen soll ein höheres Wirtschaftswachstum erzielt und das Pro-Kopf-Einkommen erhöht werden, um die Bevölkerung Mosambiks auf ein mittleres Einkommensniveau anzuheben. Trotz erster Fortschritte in diesem Bereich, müssen vor allem die mosambikanischen Kleinbauern noch immer große Hindernisse überwinden, wenn sie Zugang zu finanzieller Unterstützung erhalten möchten.

Durch die Angebote von Opportunity können Kleinunternehmer ihre Geschäfte weiterentwickeln

Opportunity’s Partner „Banco Oportunidade de Mozambique“ (BOM) bietet seit 2005 Finanzdienstleistungen wie Mikrokredite (speziell auf die Landwirtschaft ausgerichtete Kredite), Sparmöglichkeiten und Mikroversicherungen für die vom Finanzsektor ausgeschlossene Bevölkerung an und möchte ihr Einzugsgebiet auf die ländlichen Gebiete in der Provinz Zambezia ausdehnen, in denen nur sehr wenig Banken, bzw. gar keine Banken vorhanden sind und die als ärmste Region des Landes gilt.

Opportunity möchte in dieser Provinz in den nächsten drei Jahren insgesamt 4.000 Kleinbauern und Kleinunternehmern mit Mikrokrediten, Versicherungen, Sparmöglichkeiten und Schulungen helfen, der Armut zu entfliehen.

Landwirtschaft als Existenzgrundlage

Die Landwirtschaft spielt in Zambezia eine große Rolle. Etwa 80 Prozent der Bewohner verdienen ihr Einkommen mit dem Anbau von Tee, Reis, Mais, Kassawa, Zitrusfrüchten und Zuckerrohr. Trotz des fruchtbaren Bodens, gelingt es den meisten Kleinbauern nicht ihre Ernteerträge zu steigern. Sie arbeiten mit traditionellen Anbaumethoden, ertragsschwachem Saatgut und manuellen Anbautechniken. Viele von ihnen können aufgrund finanzieller Schwierigkeiten und dem fehlenden Zugang zu Finanzdienstleistungen nur für den eigenen Konsum anbauen. In Zeiten von geringen Ernteerträgen aufgrund von Dürreperioden oder Überschwemmungen, müssen viele der Familien Hunger leiden.

Durch regelmäßige Schulungen können die Kleinbauern ihre Feldarbeit optimieren

Finanzielle Unterstützung durch Kredite und Sparkonten und insbesondere eine fachliche Begleitung mit konkretem Wissenstransfer zu alternativen Anbau- und Düngemethoden sollen den Kleinbauern dabei helfen, ihre Erträge zu erhöhen. Bei Ernteausfällen sollen die Kleinbauern auf ihre sicheren Ersparnisse zurückgreifen können, und die Ernteausfallversicherung wird ihnen helfen, einen möglichen wirtschaftlichen Schaden zu überwinden.

Im Distrikt von Gurué, der ca. 300.000 Einwohner hat, wird BOM ihre, bereits in anderen Regionen erfolgreiche, sternförmige Filial-Ausbreitungsstrategie anwenden. BOM wird eine neue Filiale in der Provinzhauptstadt Gurué errichten, und von dort aus kleine Filialen in den umliegenden Dörfern anbinden.

Eine "Bank auf Rädern"

Knapp 80 Prozent der Bevölkerung Mosambiks haben gar keinen Zugang zu formellen Bankgeschäften. Banken sind fast ausschließlich in der Hauptstadt Maputo und in den Provinzhauptstädten des Landes aktiv. Große Distanzen, eine schlechte Infrastruktur, gering bevölkerte Regionen und sehr hohe Kosten lassen die Banken vor einer Expansion in die ländlichen Gebiete zurückschrecken.

Die "Mobile Bank" erreicht Menschen in abgelegensten Gebieten

In den sehr entlegenen Dörfern wird BOM deshalb mit ihren „Mobilen Banken“ operieren und die Menschen direkt an ihrer Haustür erreichen. Hierbei handelt es sich um eine ergänzende Finanzdienstleistung: Ein mobiler Bank-Transporter, ausgestattet mit den nötigsten technischen Geräten, bedient die Nachfrage der Kunden auch in den abgelegensten Gebieten. Durch diese „Bank auf Rädern“, können die Bauern nun endlich ohne Angst um ihre Ersparnisse leben. Da die Bank nun zu ihnen kommt, müssen sie ihre Arbeit nicht verlassen, um den mühsamen und durchaus langen Weg in die nächste größere Stadt auf sich zu nehmen. Darüber hinaus nehmen sie sogar noch Zinsen ein und erhalten Zugang zu Kapital, das ihnen hilft bessere Pflanzen anzubauen, einen höheren Ernteertrag und schließlich einen fairen Preis für ihre Produkte zu erzielen.

Das Projekt startete im Juli 2012 und läuft drei Jahre. Nach drei Jahren wird die neue Filiale in Gurué finanziell selbstständig sein, nachhaltig arbeiten und weitere Menschen erreichen können.

Die Methoden der Sozialen Mikrofinanz

Das Opportunity-Modell der Sozialen Mikrofinanz

Bereitstellung von Mikrokrediten

  • 2.400 Kleinbauern erhalten landwirtschaftliche Kredite in Höhe von durchschnittlich 176 Euro, die speziell auf ihre kleinbäuerlichen Strukturen zugeschnitten sind. Die Haushaltsgröße der Landwirte und die Größe der Ackerfläche werden in Betracht gezogen, damit die Kleinbauern nicht über-, aber auch nicht finanziell unterfordert werden. Der Kredit soll ihnen helfen, den Boden auf die neue Aussaat vorzubereiten, besseres Saatgut zu kaufen, die Felder zu bewässern, und eventuell notwendige Erntehelfer oder Erntemaschinen zu bezahlen.
     
  • 1.600 Kleinunternehmer erhalten Mikrokredite in Höhe von durchschnittlich 147 Euro, damit sie ihre Geschäfte weiterentwickeln und höhere Einkommen erzielen können. Die geförderten Kleinunternehmen reichen von Gemüseständen, bis zu Nähereien und Tischlereien.

Schulungen

  • Alle Kleinbauern erhalten Schulungen über alternative Anbau- und Erntemethoden, über die bestmögliche Feldfrucht für den jeweiligen Boden, über notwendige Düngemethoden und Absatzmöglichkeiten.
     
  • Während der regelmäßigen Gruppentreffen erhalten die Kleinbauern und die Kleinunternehmer Schulungen zu Themen wie Buchführung und Kalkulation, sowie Marketing und Kundenpflege. Zudem werden weitere Schulungen zu sozialen Themen durchgeführt, beispielsweise die Mutter-Kind-Gesundheit, HIV/Aids-Prävention, häusliche Gewalt, Bürgerrechte, oder auch Alphabetisierungstrainings.


Spar- und Versicherungsdienstleistungen

  • 4.000 Menschen haben die Möglichkeit, Versicherungen abzuschließen. Somit sind die Klienten und ihre Familien im Falle eines Ernteausfalles oder auch im Todesfall abgesichert und brauchen nicht um ihre Existenz zu fürchten.
     
  • Zudem haben mehr als 5.000 Menschen, die keine Kreditnehmer sind, die Möglichkeit ihren erwirtschafteten Verdienst zu sparen. BOM´s Spardienstleistungen wurden speziell auf die Bedürfnisse der armen Bevölkerung in Mosambik abgestimmt. Oberste Priorität bei Sparanlagen hat für die Klienten die Sicherheit vor Betrug, Diebstahl, Brand oder den Anspruch von Verwandten.


Weitere Mikrofinanzprojekte des Monats:
 

AFC Consultants International GmbH: Gründung des Verbandes für Mikrofinanzinstitutionen in der DR Kongo

Sparkassenstiftung: Unterstützung der Finanzsektorenentwicklung in Usbekistan

PlaNet Finance: Förderung von Frieden und Stabilität in Myanmar

Invest in Visions: Unterstützung von Fundeser in Nicaragua

Absolut Portfolio Management: Unterstützung von Klein(st)unternehmern in Lateinamerika

PlaNet Finance Deutschland: Mikrokreditprogramm für Sichelzellenanämie-Patienten und ihre Familien in Niger

Opportunity International: Unterstützung von Sorghum-Farmern in Ghana mit Sozialer Mikrofinanz

Oikocredit: „For a Better Life“ – Umweltbildung für Mikrofinanzkundinnen

Absolut Portfolio Management: Unterstützung von Klein(st)unternehmern in Armenien mittels den Mikrofinanzfonds Vision Microfinance

DGRV: Aufbau und Stärkung genossenschaftlicher Strukturen in Lateinamerika

Akademie Deutscher Genossenschaften (ADG): Unterstützung des Mikrofinanznetzwerks SANABEL in Nahost und Nordafrika

BANK IM BISTUM ESSEN eG: Mikrofinanz und Familie in Ecuador

Schmitz-Stiftungen: Kleingewerbeförderung für Erdbebenopfer auf Sumatra durch die Schmitz-Stiftungen

World Vision: Hilfe zur Selbsthilfe für bedürftige Familien in King´Ori, Tansania

Invest in Visions: Kreditvergabe an Finca MC in Kirgisistan

Opportunity International Deutschland: Bank mit Herz

Sparkassenstiftung: Aufbau einer Mikrofinanzinstitution (Women and Family Development Fund, WFDF) in Laos

Frankfurt School of Finance & Management: Institutionelle Stärkung der Mikrofinanzinstitution ODEF in Honduras

Mikrofinanzprojekt des Monats: Oikocredit unterstützt guatemaltekische Mikrofinanzinstitute

PlaNet Finance: Sheabutter aus Ghana

Mikrofinanzprojekt des Monats
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25.05.13: Deutscher Entwicklungstag 2013 ...mehr
30.05. - 31.05.13: University Meets Microfinance Workshop: Financial Inclusion and microfinance in Latin America ...mehr
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