Ein Reisfeld voller Hoffnung

Ein Reisfeld voller Hoffnung

Organisation
Opportunity International Deutschland
Projektname
Ein Reisfeld voller Hoffnung
Projektland
Ghana
Projektbeschreibung
Landwirtschaftskredite und Schulungen ermöglichen den Reisbäuerinnen nachhaltig und effektiv anzubauen, zur Nahrungssicherung im Land beizutragen und ihre soziale Position in der Gemeinde zu stärken.
Partner & Geber
Sinapi Aba Trust
Laufzeit
Juli 2016 bis Juni 2017

Herausforderungen

Die Northern Region ist die größte und eine der ärmsten Regionen Ghanas, welche in den letzten Jahren vom kontinuierlichen Wirtschaftswachstum des Landes weitestgehend ausgeschlossen blieb. Der wichtigste Wirtschaftssektor in der Northern Region ist die Landwirtschaft mit einem Beschäftigungsanteil von 80 Prozent.  Vor allem der Reisanbau gewinnt immer mehr an Bedeutung. Reis gehört zu den Hauptnahrungsmitteln des Landes und der stetig steigende Bedarf wird noch nicht von der inländischen Produktion gedeckt.  Die lokalen KleinbäuerInnen betreiben überwiegend Subsistenzwirtschaft, um ihre Familie ernähren und gelegentlich Erträge auf dem lokalen Markt erzielen zu können.  Um den Reisanbau auszuweiten benötigen die KleinbäuerInnen einen kleinen Kredit und intensive Begleitung, doch häufig haben sie keinen Zugang zu finanzieller Unterstützung. Vor allem weiblichen Kleinbauern wird häufig der Zugang zu Finanzdienstleistungen verwehrt, in Kleinbauernetzwerken werden sie oft schlechter behandelt und ihre Arbeit weniger anerkannt.  Dabei nehmen Frauen in der Landwirtschaft eine wichtige Rolle ein. Sie übernehmen immer häufiger die Feldarbeit, während die Männern Einkommensmöglichkeiten außerhalb der Landwirtschaft suchen. Ohne das nötige Kapital und sichere Absatzmöglichkeiten können die Frauen ihren Anbau nicht profitabel gestalten und ihre Erträge nicht steigern.

Das Projekt

Gemeinsam mit dem Partner Sinapi in Ghana möchte Opportunity mit dem Projekt „Ein Reisfeld voller Hoffnung“ 400 Reisbäuerinnen aus der Gemeinde Nasia, in der Northern Region, dabei unterstützen ihre Ernteerträge zu verdoppeln. Diese Frauen sind seit mehreren Jahren im Reisanbau tätig. Viele von ihnen sind Witwen oder alleinstehende  Frauen mittleren Alters, die versuchen ihre Familien mit Landwirtschaft zu ernähren. Die Frauen bewirtschaften Felder mit einer Durchschnittsgröße von etwa 1 bis 1,5 Hektar. Durch steigende Preise für Saatgut und Düngemittel sind sie jedoch nicht mehr in der Lage, ihren Reisanbau gewinnbringend zu betreiben.
Während der einjährigen Projektlaufzeit werden die Reisbäuerinnen mit landwirtschaftlichen Krediten in Form von Saatgut, Düngemitteln und Arbeitsgeräten unterstützt. Die Auszahlung der Kredite erfolgt an Gruppen, weil die Frauen über wenige bis keine Sicherheiten verfügen und die soziale Kontrolle und gegenseitige Unterstützung in der Gruppe ein gutes Zahlungsverhalten der einzelnen Frauen fördern.  In einem viertägigen Vorbereitungsseminar erhalten die Frauen detaillierte Informationen über den Projektablauf, das Solidarprinzip der Gruppenkreditvergabe sowie die Rückzahlungsmodalitäten der Landwirtschaftskredite. Zudem wird für alle Frauen ein persönliches Bankkonto in der Sinapi Filiale eröffnet, das ihnen u.a. die Möglichkeit zum Sparen gibt. Um den Reisanbau nachhaltig zu optimieren, erhalten die Frauen landwirtschaftliche Schulungen, in denen ihnen Kenntnisse über effektive und nachhaltige Anbau- und Düngemethoden vermittelt werden. Die Frauen werden über die Vorteile des diversifizierten Anbaus aufgeklärt, der Ernteausfällen vorbeugen soll.  In Schulungen über Finanzmanagement, werden die Frauen darauf vorbereitet, das Einkommen aus den Ernteerträgen zu sparen und sinnvoll zu reinvestieren.  Außerdem werden die Frauen von KreditbetreuerInnen von Sinapi betreut, die die Treffen der Kreditgruppen regelmäßig besuchen und die Frauen in betriebswirtschaftlichen Grundlagen sowie in Gesundheitsthemen unterrichten. Ein weiterer wichtiger Bestandteil des Projekts ist die Öffnung und Sicherung eines Absatzmarktes. Sinapi identifiziert während er ersten Projekthälfte qualifizierte lokale und regionale Abnehmer und handelt mit ihnen Verträge aus, die die Abnahme der gesamten Ernte der Reisbäuerinnen garantieren. Diese Absatzmärkte sollen den Frauen auch über die Projektlaufzeit hinaus zur Verfügung stehen.

Wirkung

Die Unterstützung der Reisbäuerinnen führt zur Stärkung der lokalen Wirtschaft in der Northern Region. Durch die erhöhte Reisproduktion entstehen zusätzliche saisonale Arbeitsplätze. Außerdem trägt der effektive und nachhaltige Reisanbau zur Ernährungssicherung der Bevölkerung und zur Armutsreduzierung bei.  Eine positive Wirkung hat das Projekt auch auf die soziale Position der Frauen in den Gemeinden.  Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass die wirtschaftliche Eigenständigkeit der Frauen sowohl die Anerkennung der Frauen ansteigen lässt als auch ihr Selbstbewusstsein stärkt.
 

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