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Faire Zinsen durch Interest Rate Caps

 

Der aktuelle Invest in Visions Newsletter befasst sich unter anderem auch mit Schwierigkeiten im Mikrofinanzsektor, wie zum Beispiel mit zu hohen Zinssätzen.

Um Kreditnehmer in Schwellenländern vor Wucherzinsen zu schützen, setzen einige Länder sogenannte „Interest Rate Caps“ ein, die die Höhe der Zinsen durch eine Obergrenze beschränken. Dies soll in erster Linie Kreditnehmer davor bewahren, Kredite von Mikrofinanzinstituten anzunehmen, die ihre Kunden nur unzureichend über die Konditionen eines Kredits in Kenntnis setzen und von dem geringen Wettbewerb des Mikrofinanzmarktes profitieren.


Doch diese Zinsbeschränkungen sind nicht ganz unproblematisch: Sind sie zu niedrig angesetzt, können kleinere Mikrofinanzinstitute ihre Kosten nicht länger decken und das Angebot an Krediten verringert sich. Das führt dazu, dass Kleinunternehmer sich an informelle Kreditgeber wenden müssen und so ein effektiver Verbraucherschutz nicht länger gewährleistet werden kann.


Außerdem hat eine Beschränkung der Zinsen häufig die Streichung begleitender Zusatzleistungen zur Folge, wie zum Beispiel Schulungen oder gesundheitliche Dienstleistungen. Die kreditgebenden Mikrofinanzinstitute erhoffen sich durch diese Streichungen, ihre Verluste wieder auszugleichen. Schlussendlich leider darunter der Kreditnehmer und das Risiko der Rückzahlungsunfähigkeit steigt.


Ausschlaggebend für die Auswirkungen einer Obergrenzen für Zinsen ist die Art und Weise der Einführung. Eine kurzfristige Umsetzung der Zinsbeschränkung, wie zum Beispiel in Aserbaidschan im Jahr 2015, lässt Mikrofinanzinstituten wenig Zeit um sich den veränderten Umständen anzupassen und hat häufig negative Folgen für Kreditnehmer. Eine längerfristige Umsetzung kann die negativen Auswirkungen relativieren, wie in Bolivien im Jahr 2013 initiiert.

 

Mehr Informationen zu „Interest Rate Caps" finden Sie hier
 

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