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Finanzielle Alphabetisierung – Klienten lernen den Umgang mit Geld

Für viele Menschen in den Entwicklungsländern könnte eine Mikroversicherung existenziell sein. Durch einen Unfall, einen Ernteausfall oder Diebstahl kann die Existenz vieler Kleinunternehmer auf dem Spiel stehen, wenn sie nicht durch eine Versicherung geschützt sind. Doch trotz des mittlerweile großen Angebots an Mikrofinanzinstitutionen, die Mikroversicherungen anbieten, bleiben die Menschen skeptisch. Eine der Hauptursachen dafür ist die fehlende (finanzielle) Aufklärung der Menschen.

Dieses Problem besteht im Übrigen nicht nur bei dem Finanzprodukt der Mikroversicherung, sondern allgemein im Bereich der Mikrofinanzdienstleistungen. Woher sollen Kleinbauern, die ihr Leben lang ohne ein Sparkonto oder eine Versicherung verbracht haben, wissen, wie ein Sparkonto funktioniert und welche Vorteile eine Versicherung bringt?

Gründe für Finanzielle Alphabetisierung

Schon mit einem simplen Spiel, kann die Financial Literacy gefördert werden

Die finanzielle Alphabeti-sierung (auch Financial Literacy genannt) der Klienten würde nicht nur diesen zu Gute kommen, sondern auch den Mikro-finanzinstitutionen, da bei einer guten Aufklärung und Einführung in die Finanzwelt, Zahlungsausfälle verringert werden. Einige Mikro-finanzinstitutionen haben bereits festgestellt, dass mit Geld allein niemandem geholfen ist.

Es kann vorkommen, dass die Klienten mit dem Kredit nicht richtig umzugehen wissen und sich überschulden. Dadurch entsteht Ablehnung gegenüber den Mikrofinanzdienstleistern und sie geraten in Verruf. Gute Finanzschulungen hingegen beugen diesen Situationen vor und steigern zudem das Selbstbewusstsein der Klienten, da sie lernen, wie sie sich durch Sparen und Budgetplanung eigenständig vor Notlagen und Überschuldung schützen können. Das wiederum erhöht die Rückzahlungsquote und stellt sowohl den Klienten als auch den Anbieter zufrieden.

Beispiel Opportunity International

Opportunity informiert die Klienten in Schulungen über den richtigen Einsatz von Geld

MikrofinanzWiki-Förderer Opportunity International Deutschland hat solche Schulungen in seinem Konzept der "Sozialen Mikrofinanz" fest integriert. Mit eigens entwickelten Schulungsfilmen und -spielen werden auf eine leicht verständliche Weise das Prinzip des Sparens, die Überschuldungsproblematik und andere, für die Financial Literacy wichtige, Sachverhalte erklärt.

In den Schulungen wird außerdem auf die Wichtigkeit einer guten Buchführung und gutem Kundenservice für ein stabiles Geschäft aufmerksam gemacht. Erst nachdem die Klienten in den Umgang mit Geld eingeführt wurden, erhalten sie ihren Mikrokredit, der in 97% der Fälle zurückgezahlt wird. Mit den Schulungen, als Zusatz zum bloßen Kredit, sorgt Opportunity für mehr Nachhaltigkeit der "Hilfe zur Selbsthilfe".

Financial Literacy schon für Jugendliche?

Das Mobiltelefon-Banking ist in den Entwicklungsländern weit verbreitet, da auch dort immer mehr Menschen ein Mobiltelefon besitzen und die teilweise großen Distanzen zur nächsten Bankfiliale auf diese Art sehr einfach überbrückt werden können.

Laut eines kürzlich erschienenen Artikels im Center For Financial Inclusion Blog, hat die Beobachtung, dass auch viele Jugendliche bereits ein Mobiltelefon besitzen und mit der Technik der Geräte sogar besser umgehen können als ihre Eltern, zu der Überlegung geführt, ob auch Jugendliche bereits finanziell alphabetisiert werden sollten. So würden sie einerseits schon früh den Umgang mit Geld erlernen und andererseits würde ihr technisches Potenzial genutzt, sodass sie bereits selbst ein eigenes Sparbuch führen und in eine eigene Versicherung einzahlen könnten.

Doch die Eröffnung des Finanzmarktes für Jugendliche birgt, wie ein weiterer Artikel des CFI berichtet, auch einige Herausforderungen. Einerseits müssten Finanzprodukte entwickelt werden, die für junge Leute, die nur wenig Geld besitzen, attraktiv und erschwinglich aber trotzdem für den Finanzmarkt noch realisierbar sind.

Andererseits gibt es in manchen Ländern Restriktionen bezüglich des Alters, mit dem man ein Mobiltelefon besitzen oder ein Konto eröffnen darf, was die Abwicklung der Transaktionen wiederum erschweren würde. Außerdem müssten Schulungswege entwickelt werden, die altersgerecht sind und trotzdem die Problematiken und Systmatiken der Finanzwelt ausreichend und verständlich erklären.

Trotz dieser Herausforderungen gibt es schon erste, teilweise auch sehr erfolgreiche, Versuche den Finanzmarkt auch für Jugendliche zu eröffnen durch beispielsweisel das "Financial Solutions Youth"-Projekt von MEDA Maroc, YouthSave oder YouthStart.

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