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Global Findex: Einmalige Einblicke in die weltweite Financial Inclusion

Zum Abschluss des Kalenderjahres 2012 gab es noch einmal Erfreuliches in Sachen Financial Inclusion zu berichten. Leora Klapper, eine der führenden Volkswirtinnen der Weltbank, verkündete im Blog des Centers for Financial Inclusion die Veröffentlichung des vollständigen Mikrodatensatzes für Global Financial Inclusion (Global Findex). Dieser Datensatz ermöglicht erstmals den Vergleich, wie Erwachsene in verschiedenen Ländern ihre täglichen Finanzen regeln und ihre Zukunft planen.

Die generellen Länderdaten sind schon seit April zugänglich und geben aufschlussreiche Antworten auf relevante Fragestellungen, wie Klapper damals eindrucksvoll illustrierte: Wie hoch ist der Anteil an Frauen mit einem formalen Bankkonto in Südasien verglichen mit Lateinamerika? Die Antwort: 25 Prozent in Südasien, 35 Prozent in Lateinamerika.

Was ist die meistgenannte Hürde zu Financial Inclusion unter der weltweiten Landbevölkerung? 31 Prozent in Subsahara-Afrika sagen, dass die Banken zu weit weg seien. 40 Prozent der Personen ohne Bankkonto in Lateinamerika und der Karibik werden von den hohen Kontogebühren abgehalten. Im nun vollständigen Datensatz kommen zusätzliche Informationen auf individueller Ebene hinzu.

Implikationen von Global Findex

Darf es also noch konkreter sein? Leora Klapper nennt ein Beispiel: Der Anteil an Frauen unter 30 in Subsahara-Afrika mit formalem Bankkonto, der zudem Teil einer gemeindebasierten Spargruppe ist 26 Prozent. Ohne sich nun in Details zu verlieren – der Wert dieser Informationen erschließt sich schnell. Es handelt sich um über 150.000 individuelle Beobachtungen, die 148 Volkswirtschaften repräsentieren und hochgerechnet rund 97 Prozent der erwachsenen Weltbevölkerung abdecken.

Die Daten lassen nach über 40 Variablen kategorisieren, u. a. nach Bankkonten, Zahlungen, Sparen, Kredit und Risiko-Management. Außerdem können Alter, Geschlecht, Bildung und Einkommen berücksichtigt werden. Für Politikgestalter, die sich die Mühe machen die Daten entsprechend auszuwerten, bietet der Datensatz eine fundierte Basis um Politikmaßnahmen für eine bessere Financial Inclusion zu entwerfen. Wie so eine Auswertung aussehen kann, ist im neuen Working Paper der Weltbank zu sehen. Der komplette Datensatz steht hier zum Download bereit.

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