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Mikroversicherungen schützen Familien in ärmeren Ländern vor zusätzlicher Armut

Ein verbesserter Zugang zu Kranken-, Lebens- und Unfallversicherungen kann dabei helfen, dass bereits verarmte Personen nicht in zusätzliche Not geraten, berichtet folgender Beitrag auf theguardian.com.

Weltweit hat die einkommensschwache Bevölkerung meist keinen Zugang zu Finanzdienstleistungen, wie Sparkonten, Versicherungen oder Krediten, da sie sich die Beiträge und Gebühren nicht leisten kann, über keine geregelte Arbeit verfügt und häufig keine Sicherheiten vorweisen kann. Zudem verfügen die armen Menschen häufig nicht über die notwendigen Papiere. Darüber hinaus erschweren eine fehlende Kredithistorie und mangelnde Lese- und Schreibfähigkeiten den Zugang zu Finanzdienstleistungen. Somit können sich arme Menschen auch keine gesundheitliche Versorgung leisten, wie die Autorin des genannten Artikels berichtet.

Zum Schutz vor weiterer Verarmung werden der einkommensschwachen Bevölkerung vermehrt Mikroversicherungen angeboten, die aus staatlichen Programmen, privaten Konzepten und öffentlich-privaten Zusammenschlüssen hervorgehen. Lebens-, Unfall- und Krankenversicherungen sowie weitere Formen des Versicherungsschutzes bieten armen Menschen ein umfassendes Sicherheitsnetz. Dieses hilft Familien nach Notsituationen wie Erdbeben, Überschwemmungen und Taifunen dabei, verzweifelte Maßnahmen, wie das Aussetzen ihrer Kinder oder den Abbruch ihrer schulischen Ausbildung, die Aufnahme weiterer Schulden oder den Verkauf von Vermögensgegenständen, zu vermeiden. Laut des genannten Artikels kann und muss die Versicherungsbranche bei der Gestaltung einer nachhaltigeren Zukunft eine wesentliche Rolle einnehmen. Zwar sind Mikroversicherungen kein rentables Geschäft, allerdings stellen sie für Einzelpersonen und kleine Unternehmen in ärmeren Ländern eine einzigartige Chance dar.

Auf dem diesjährigen World Economic Forum in Davos haben neun globale Versicherungsanbieter eine Arbeitsgemeinschaft gebildet, um bis 2025 zehn Mikroversicherungsunternehmen in Asien, Lateinamerika und Afrika aufzubauen. Das Versicherungswesen stellt in Asien eine der am schnellsten wachsenden Finanzdienstleistungsbranchen mit Diensten für die arme Bevölkerung dar, was durch die große Bevölkerungszahl und die verhältnismäßig gut ausgebauten Versicherungsmärkte und -vorschriften in manchen asiatischen Ländern erklärt werden kann. Laut des genannten Artikels ist der Mikroversicherungsmarkt in Asien zwischen 2010 und 2012 hinsichtlich der versicherten Personen um jährlich 30% gewachsen. So hatten in Asien Ende 2012 170 Millionen Menschen Zugang zu Mikroversicherungen, was allerdings immer noch gerade einmal 4,3% der Bevölkerung in einer Region ausmacht, in der Naturkatastrophen die bereits verarmte Bevölkerung häufig in zusätzliche Not bringen.

Laut der Autorin des genannten Artikels entfallen 65% des asiatischen Versicherungsmarktes auf Indien. Die Anmeldung beim nationalen Krankenversicherungsprogramm (RSBY), einem der erfolgreichsten  Mikroversicherungsunternehmen in Asien, kostet etwa 30 Rupien pro Familie und umfasst für eine fünfköpfige Familie einen Versicherungsschutz mit einer jährlichen Leistungsobergrenze von 30.000 Rupien. Mitgliedern wird eine biometrische Chipkarte ausgestellt, um Missbrauch zu vermeiden. Die Regierung arbeitet mit Privatversicherern zusammen, um diese Versicherungsleistungen in weiteren Staaten einzuführen. 

Der Großteil der Mikroversicherungsprogramme in Asien entfällt auf Lebens- und Unfallversicherungen. Krankenversicherungen stellen hingegen ein schwierigeres Produkt dar. Zum einen gibt es in den ländlichen Gebieten häufig keine guten Ärzte, Kliniken und Krankenhäuser, zum anderen muss die arme Bevölkerung in Asien und anderswo häufig erst davon überzeugt werden, dass das Bezahlen von Versicherungsprämien in gesundem Zustand Vorteile hat. Potenzielle Kunden in Bangladesch sind zwar bereit monatliche Prämien zu bezahlen, fordern allerdings eine Rückerstattung, wenn sie ihre Versicherung innerhalb des jeweiligen Jahres nicht benutzen.

Insbesondere in Indien und den Philippinen hat sich die Mikroversicherungsbranche bereits etabliert. In den letzten Jahren hat das Mikroversicherungsgeschäft auch in Bangladesch, Indonesien, Pakistan und Nepal stark zugenommen. Darüber hinaus unterstützt eine zunehmende Zahl von asiatischen Ländern den Ausbau der Mikroversicherungsbranche, wie die Autorin in ihrem Bericht anführt. So haben Bangladesch, China, Nepal und Indonesien kürzlich spezifische Richtlinien für die Mikroversicherungsbranche eingeführt. Auch andere Regierungen und Regulierungsbehörden entwerfen zunehmend mikroversicherungsorientierte Bestimmungen und Regeln, die es immer mehr Akteuren erlauben  aktiv in diesen Markt einzutreten.
 

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