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Millionen von der Hungersnot in Ostafrika betroffen

In den vergangenen zwei Jahren ereilte Ostafrika eine lang anhaltende Dürre und brachte somit mehr als zehn Millionen Menschen in die Gefahr der Hungersnot. Durch fehlenden Niederschlag in der Region um Somalia, Kenia und Äthiopien fielen Ernten aus, stiegen Lebensmittelpreise und verendeten unzählige Viehherden. Somit kam es also zu einem erheblichen Rückgang der Nahrungsmittelquellen für die ansässige Bevölkerung. Leider ist auch künftig kein unmittelbares Ende in Sicht: Regenfälle werden in nächster Zeit nicht erwartet und die Erntezeit fällt wohl für viele Monate aus.

In Kenia befinden sich geschätzte 3,5 Millionen Menschen aufgrund der Dürre in einer humanitären Krise - die größte Zahl an Hungernden in ganz Ostafrika. Die am schlimmsten betroffene Region Kenias, Turkana, hat einen prozentualen Anstieg der Fehlernährung von 15 Prozent  auf 37 Prozent innerhalb eines Jahres zu verzeichnen. Kenia kämpft außerdem mit dem Problem der über 1000 Flüchtlinge, die täglich das somalische-kenianische Grenzgebiet überschreiten, um zu dem Dadaab Flüchtlingscamp zu gelangen. Mit fast 50 km² und einer halben Million Menschen erscheint dieses Camp wie eine große Stadt. Somalier gehen tagelang zu Fuß in Richtung dieses Ortes, um einerseits der Dürre und andererseits dem jahrelangen Bürgerkrieg zu entfliehen, durch den bisherige Anstrengungen im Bereich der humanitären Hilfe verhindert wurden. Die Neuankömmlinge verschärfen die Lage in Kenia: die rasch ansteigende Zahl an Menschen erschwert die Lebensumstände in den Flüchtlingslagern.

Obwohl Regierungen und Hilfsorganisationen bereits Millionen an Nothilfegeldern bereitgestellt haben, muss es weitere Anstrengungen geben, um in Zukunft Katastrophen dieses Ausmaßes zu verhindern. Kevin Cleaver vom International Fund for Agricultural Development (IFAD) erklärte, dass Regierungen und deren Partner zwar nicht den Niederschlag herbeiführen, aber sehr wohl die Auswirkungen derartiger Dürren so gut wie möglich minimieren können. Er weist darauf hin, dass nun Forschungen im Bereich dürreresistenter Pflanzen und Viehfutter betrieben werden müssen.

Die Ernteversicherung schützt vor eventuellen Ernterückgängen

Für die Lebensgrundlage der Bauern in vielen dieser Regionen sind Pflanzen und Vieh äußerst wichtig. Alles Ersparte einer Familie wird jedes Jahr in neues Vieh oder Saatgut investiert. Aus diesem Grund sind Wetterindex-Ernteversicherung, wie sie beispielsweise vom MikrofinanzWiki-Förderer Opportunity angeboten werden, essentiell, um drohenden Dürren entgegenzuwirken. Diese wird bereits in Malawi, Tansania, Ruanda, Indien und den Philippinen angewandt und bietet Schutz gegen Ernteausfall durch Dürren oder Überschwemmungen. Außerdem haben die Bauern Zugang zu Mikrokrediten für den Kauf qualitativ hochwertigen Saatguts und Düngers, um die Ernteerträge zu maximieren. Diese Mikroversicherung schützt die Bauern vor einem kompletten Ernteausfall und bewahrt sie vor einem vorzeitigen Verkauf der halben Ernte aufgrund finanzieller Knappheit und somit vor der drohenden Armut - und der einzigen Möglichkeit: der Flucht, wie es heute in Ostafrika geschieht.

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