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Kenia: Wie Mobiltelefon-Dienste armen Landwirten helfen

Laut eines Artikels von Mail&Guardian stellt die Landwirtschaft mit einem Arbeitskräfteanteil von 75% die wirtschaftliche Basis Kenias dar. Doch die meisten dieser Arbeitskräfte sind arme Bauern, die weit entfernt vom städtischen Markt und der nächsten Bankfiliale leben. Darum werden gerade in Kenia viele Mobiltelefon-Dienste entwickelt, die armen Farmern in ihrem beruflichen Alltag helfen sollen. Denn ein Mobiltelefon hat in Kenia mittlerweile die Mehrheit der Bevölkerung – sehr oft auch die genannten Farmer.

Die vier verbreitetsten Apps stellen wir Ihnen in diesem Artikel vor.

M-Farm

M-Farm wurde 2011 entwickelt und ermöglicht den Landwirten Zugang zum aktuellen Marktpreis ihrer Ware und sorgt somit für mehr Transparenz. Der Bauer tippt einfach die Menge seines Produktes in sein Handy ein und erhält kurz darauf eine SMS mit dem aktuellen Preis. Dadurch kann verhindert werden, dass Zwischenkäufer dem Bauern einen zu geringen Marktpreis anbieten. Ganz im Gegenteil sogar, die Farmer können sich zusammentun und mehr Geld für ihre Waren verlangen und auf diese Weise den Markt mitbestimmen. M-Farm bietet Preisinformationen für 42 Agrarprodukte auf fünf Märkten in Kenia an.

Kilimo Salama

Kilimo Salama bietet Saat-Versicherungen an, damit Landwirte im Falle einer Dürre oder einem starken Unwetter nicht ihre Existenz verlieren. Die Landwirte erhalten ihren Schutz über landwirtschaftliche Großhändler, indem sie Samen, Dünger und Insektizide für durchschnittlich 5% mehr kaufen. Kilimo Salama nutzt solarbetriebene Wetterstationen und informiert die Landwirte über extreme Wetterbedingungen, die deren Ernte schädigen könnten. Treten diese ein, erhalten die Bauern per Mobiltelefon eine Überweisung, die deren Kosten für die versicherten Samen, Insektizide und Dünger deckt.

Über Kilimo Salama Plus können die Bauern sogar ihre zu erwartende Ernte komplett versichern.

M-Pesa

Hierbei handelt es sich um ein mobiles Geldtransfer-System. Etwa die Hälfte der kenianischen Bevölkerung macht von diesem mobilen Dienst Gebrauch, da er nicht nur für Landwirte nützlich ist, sondern auch für Finanzinstitute, die über M-Pesa die Geldtransaktionen mit ihren Klienten abwickeln können.

iCow

Dieser mobile Service hilft Farmern dabei, die Tragezeit seiner Kühe herauszufinden und auf diese Weise seinen Viehbestand zu vermehren. Dafür senden sie einen SMS-Code zur Registrierung ihrer Kühe und geben das Befruch-tungsdatum an. Daraufhin erhalten sie Informationen zum ewarteten Datum der Abkalbung oder zu den günstigsten Tagen für eine erneute Befruchtung. Außerdem erhalten registrierte Farmer wöchentlich Hinweise zu beispielsweise Züchtung, Ernährungsweise und Milchproduktion. iCow liefert seinen Kunden auch Hinweise über den nächstgelegenen Tierarzt oder Spezialisten für künstliche Befruchtung. Die Kunden haben die Möglichkeit ihr Vieh oder die Milch über ihre Mobiltelefone zu verkaufen.

Die Entwicklungen im Bereich der mobilen Technologien in Afrika schreiten täglich weiter fort und sind ein wichtiger Bestanteil der Financial Inclusion, da sie helfen den Finanzmarkt zugänglicher zu machen und vor allem ländliche Armut zu bekämpfen.

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