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Neue Hoffnung durch Mikrokredite in der Maghreb-Region nach dem arabischen Frühling

Nach dem arabischen Frühling dieses Jahres, der vor allem seine Ursachen in der prekären wirtschaftlichen Situation der Länder und der despotischen Führung ihrer Regierungschefs findet, wird in einigen Zeitungsberichten von einer hoffnungsvollen Zukunft für die Region gesprochen. Einen wichtigen Teil zur Verbesserung der wirtschaftlichen Situation tragen Mikrofinanzinstitute bei, die durch das Angebot von Finanzdienstleistungen den vielen jungen Menschen die Möglichkeit geben, sich selbst ein Geschäft oder ähnliches aufzubauen.

Manche Kreditnehmerinnen verwenden den Mikrokredit zur Gründung einer Schneiderei

Da die Arbeitslosigkeit stets hoch ist, suchen sich viele junge, gut ausgebildete Menschen in der Region Alternativen zur eigenen Existenzgründung. In Algerien beispielsweise gibt es mittlerweile eine gesetzliche Vorgabe für Banken und Finanzinstitute, Projekte von arbeitslosen Jugendlichen zu finanzieren. Die Entscheidung wurde unmittelbar nach der Revolution gefällt, die vor allem aufgrund der hohen Arbeitslosigkeit und Perspektivlosigkeit ausgelöst wurde.

Zur Förderung besonders der jungen Bevölkerung wurde ein Programm zur Finanzierung von neugegründeten Kleinunternehmen durch die „Agence Nationale de Sortir à l’Emploi Jeune“ (ANSEJ) entwickelt. Seit Einführung stiegen die Neubewerbungen um 330 Prozent. Der Bewilligungszeitraum für die Finanzierung läuft auch um einiges schneller ab. Hat ein Jungunternehmer früher mindestens zwei Monate warten müssen, so bekommt er nun das benötigte Kapital bereits nach 48 Stunden bewilligt. Zusätzlich gibt es für frische Absolventen zinsfreie Kredite zur Gründung ihres eigenen Start-up-Unternehmens. Dies soll außerdem mehr Anreize für die jungen Menschen schaffen, sich in ihrem eigenen Land eine Existenz aufzubauen.

„Ich verließ die Schule mit 19 Jahren. Neun Jahre lang war ich arbeitslos und hielt mich mit Gelegenheitsjobs über Wasser“, sagte der 30-Jährige Kreditnehmer Karim Seddik. „Dann entschied ich mich dafür, das Abenteuer zu wagen.“ Durch den Kleinkredit des ANSEJ-Programms in Algerien konnte sich Karim einen Kühllaster kaufen und sein kleines Handelsunternehmen starten. Karim Seddik weiter: „In den nächsten drei bis vier Jahren, hoffe ich ein Haus bauen zu können. Ich bin nun voller Hoffnung für die Zukunft, wohingegen zuvor alles trostlos und unsicher aussah.“ Bis jetzt konnte Karim schon etwa 80 Prozent seines Kredits zurückzahlen.

Auch in den benachbarten Ländern des Maghreb wird durch Mikrokredite neue Hoffnung geweckt: In Marokko wurden bereits mehr als 1,4 Mio. Mikrokredite vergeben und das ausgeschriebene Ziel bis Ende nächsten Jahres sind 5 Millionen zu erreichende Kreditnehmer. Ebenfalls in Tunesien setzt man stark auf die Wirkung von Mikrokrediten. Besonders arme Familien stehen dabei im Fokus, um ihnen einen Weg hin zu verbesserten Lebensbedingungen zu bereiten.

Quelle: www.microcapital.org

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