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Oikocredit klagt über mangelndes Engagement der Kirchengemeinden

Ben Simmes

Der Direktor des MikrofinanzWiki-Förderers Oikocredit, Ben Simmes, wünscht sich, dass Kirchengemeinden wieder mehr Interesse an der internationalen Kreditgenossenschaft zeigen.

Der bayerische Oikocredit-Förderkreis in Nürnberg besteht nun seit 30 Jahren. Die Kirchen hätten wohl vergessen,  "dass sie Oikocredit selbst gegründet haben", sagt Simmes. Deren Finanzkammern blockierten oftmals den guten Willen der Bischöfe, die sich eigentlich für Oikocredit einsetzen wollen.

Oikocredit sei eine Genossenschaft, auf die die Kirchen stolz sein sollten, unterstütze sie doch Menschen in Entwicklungsländern mit fairen Mikrokrediten und setze die christlichen Werte in die Praxis um, so der evangelische Pfarrer Wolfgang Döbrich, Vorstandsmitglied im bayerischen Förderkreis von Oikocredit. Erwirbt eine Kirchengemeinde Genossenschaftsanteile,  bekommt sie höchstens zwei Prozent Rendite. "Das Modell funktioniert nicht über die Rendite, sondern die Anlage selbst ist bereits die gute Sache", meint Döbrich.

Nach Angaben des Oikocredit-Fördervereins in Nürnberg sind derzeit 40 evangelische und 30 katholische Gemeinden Mitglied in der Genossenschaft.  Direktor Simmes ist besorgt über die Entwicklung der Mikrokreditvergabe. Der Mikrofinanzsektor werde zunehmend kommerzialisiert. Mikrofinanz-Akteure sollten aus der Mikrofinanzkrise in Indien lernen:  "Damit wurde gezeigt, dass ein Mikrokredit nicht automatisch gut ist", meint Simmes. Die 607 Mikrofinanzpartner weltweit, mit denen Oikocredit zusammenarbeitet würden nach strengen Kriterien ausgewählt und müssten durchweg gemeinnützige Interessen haben.

Oikocredit wurde 1975 vom Weltkirchenrat initiiert und vergibt Kredite an Genossenschaften, Mikrofinanzinstitute und Unternehmen in Entwicklungsländern. Letztes Jahr hat die Genossenschaft nach eigenen Angaben Mikrokredite in Höhe von insgesamt 520 Millionen Euro an 896 Kreditpartner vergeben. 

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