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Politische Krise – Gewalteskalation in einem wirtschaftlich aufstrebenden Land: Nicaragua

Wie in dem von Invest in Visions GmbH veröffentlichten Ad-hoc KommentarPolitische Krise – Gewalteskalation in einem wirtschaftlich aufstrebenden Land: Nicaragua“ skizziert, wirkt sich die politische Krise in Nicaragua negativ auf die nationale Wirtschaft und das Investitionsklima aus. Nicaraguanische Mikrofinanzinstitute (MFIs) zu stabilisieren und Rückzahlungen zu garantieren, hat für den deutschen Mikrofinanzinvestor angesichts jüngster Entwicklungen auf dem Finanzmarkt höchste Priorität.

Spannungen zwischen Opposition und Regierung Ortega entladen sich

Die Regierung von Präsident Daniel Ortega unterstützte seit 2010 Nicaraguas wachsende Tourismusbranche und schuf laut Invest in Visions günstige Exportbedingungen, weshalb das Land bis vor kurzem als Stabilitätsanker in der Region betrachtet wurde. Parallel zur sozioökonomischen Prosperität begann die Staatsführung jedoch mit dem illegitimen Abbau demokratischer Strukturen, Spannungen zwischen Regierung und Opposition verstärkten sich anlässlich der von Ortega geplanten Rentenreform, welche zu grundlegenden Veränderungen im Sozialsystem geführt hätte. Von Regierungskritikern mobilisierte Bevölkerungsgruppen prangern den Machtmissbrauch der Regierung Ortega an und fordern ihren Rücktritt, was in den vergangenen Monaten zu gewalttätigen Ausschreitungen führte. Etwa 2000 Menschen wurden seit Beginn der Anti-Regierungs-Proteste am 18. April 2018 verletzt, 450 getötet. Obwohl seit Juli ein Rückgang der Straßengewalt zu beobachten ist, sind die Konfliktparteien Invest in Visions nach weit von einem neuen Dialog entfernt.

Wirtschaftlicher Abschwung, Investitionsrückgang und Auswirkungen für nationale Mikrofinanzinstitute

Die politisch instabile Situation in Nicaragua führte zu einem Vertrauensrückgang seitens globaler Investoren, bis Juni verzeichnete das Land Einbußen in Höhe von 430 Millionen US-Dollar sowie eine Minimierung der Währungsreserven. Experten prognostizieren eine Abschwächung der Gesamtkonjunktur. Erschwerend hinzu kommt, dass die Krise zu tiefen Einschnitten bei der Darlehensvergabe führt und hohe Rückstellungsaufwendungen die Bilanzen der Mikrofinanzinstitute belasten.

Bis zum 31. Juli 2018 betrugen die unverbrieften Darlehensforderungen des IIV Mikrofinanzfonds in Nicaragua 19,21 Millionen Euro, womit das Land neuntgrößter Empfänger im Portfolio des Stiftungsfonds ist. Derzeitig besitzt der IIV Mikrofinanzfonds Kreditforderungen von vier unterschiedlichen nicaraguanischen MFIs. Unter Berücksichtigung der angespannten wirtschaftlichen bzw. finanziellen Lage im Land verzichtet Invest in Visions darauf, vorzeitige Rückzahlungen einzufordern. Dies soll einer Kettenreaktion und einem massiven Liquiditätsabfluss vorbeugen, zumal sich ein Kapitalrückgang primär auf Menschen mit geringem Einkommen auswirkt und Kleinstdarlehen für diese Gruppe eine Chance zur finanziellen Inklusion darstellen.

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