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Prof. Yunus zu Gast in Mönchengladbach zum Thema "Social Business"

Auf Einladung des Initiativkreises Mönchengladbachs war der Friedensnobelpreisträger und Gründer der Grameen Bank, Prof. Muhammad Yunus, Gast im nordrhein-westfälischen Mönchengladbach. Die Stadt Mönchengladbach möchte eine Führungsposition in Deutschland im Bereich Social Business, also "soziales Unternehmertum", einnehmen.

Friedensnobelpreisträger Prof. Yunus setzt sich für Social Business Projekte ein

Am gestrigen Montag Morgen besuchte Prof. Yunus zunächst die Grundschule Mülfort-Dohr. Das dort für die Kinder angebotene gesunde Frühstück ist ein Social Business Projekt. Dabei ist das Ziel, finanziell nachhaltig ein soziales Problem zu lösen. „Das ist eine großartige Idee“, freute sich Yunus.

Im Anschluss führte der Tagesplan Muhammad Yunus ins Haus Erholung zum Social Business Forum mit 200 interessierten Teilnehmern. Gemeinsam mit Prof. Yunus wurden in Diskussionen und Foren Strategien für bürgerschaftliches Engagement in Möchengladbach und NRW entwickelt. Mit dabei waren Andreas Heinecke, der mit seiner Firma "Dialog im Dunkeln" sehenden Menschen den Alltag von blinden näherbringt und gezielt Behinderte einstellt. Ebenso anwesend waren Hans Reitz, den der "Spiegel" mal als "knallharten Gutmenschen" bezeichnete – er leitet das "Grameen Creative Lab", so etwas wie Yunus' deutsche Dependance, und berät Unternehmer, die ins Social Business einsteigen wollen.

Am Abend sprach der Friedensnobelpreisträger schließlich in der ausverkauften Kaiser-Friedrich-Halle. Seine Botschaft: Der Grundgedanke des Wirtschaftens müsse sich ändern. Die Welt braucht eine Ökonomie, die dem Menschen dient - und nicht umgekehrt. Diese Ökonomie muss in der Lage sein, Problemlösungen zu finden für aktuelle Schwierigkeiten wie Arbeitslosigkeit oder Armut. Und dabei müssen die Einzelnen befähigt werden, sich selbst aus dieser Situation zu befreien. Auch Mikrofinanz gehört dazu. Mikrokredite beispielsweise geben vielen Menschen auf der Welt die Chance, sich selbst aus der Armut zu befreien.

Jeder Mensch habe das Zeug zum Unternehmer, wenn man ihn nur lässt: "Ich will eine Welt, in der wir der Armut ein Museum errichten, weil es sie nicht mehr gibt." Und dies gelte auch für deutsche Projekte. Angedacht sind zur Zeit, dass die Museum Insel Hombroich ein Social-Business-Projekt startet, auch Düsseldorf will sich etwas überlegen. "Wir wollen in den nächsten zwei Jahren mindestens ein Ministerium bewegen, sich der Kompetenzbildung zum Social Business anzunehmen, und eine Stadt in NRW zur Social-Business-City machen", so Reitz.

Und wer weiß – vielleicht wird diese Stadt ja sogar Mönchengladbach sein. "Das soziale Unternehmertum hat hier Tradition – siehe Volksverein", sagte OB Norbert Bude. "Ziel ist es, deutschlandweit Vorreiter für Social Business zu werden."

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