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Die Zukunft der Mikrofinanz

In einem Artikel von Pioneers Post gibt Rupert Scofield einen Ausblick auf die zukünftige Rolle, die traditionelle Mikrofinanzinstitute in fünf bis zehn Jahren im Hinblick auf die Konkurrenz der schnell wachsenden Startup-Unternehmen, die in den (Mikro-) Finanzsektor drängen, spielen werden. Rupert Scofield ist Vorstandsmitglied und Präsident von FINCA, eines der führenden Mikrofinanzorganisationen weltweit.

Zunächst einmal stellt er fest, dass Mikrofinanz immer noch gebraucht und von vielen Menschen geschätzt und genutzt wird. Vor allem Menschen in (extremer) Armut sind auf diese Finanzdienstleistungen angewiesen. Andernfalls wären sie nicht in der Lage, zum Beispiel Geschäfte bzw. Kleinunternehmen zu gründen und zu eröffnen. Trotz kritischer Stimmen konnte der Mikrofinanzsektor seiner Meinung nach 2015 wachsen.

Demgegenüber stellt Scofield jedoch die Aussage, dass 2015 das Jahr der Startup-Unternehmen im (Mikro-) Finanzsektor gewesen ist. Diese sogenannten FinTechs machen den traditionellen Banken und Finanzdienstleistern Konkurrenz, da diese Newcomer scheinbar ein besseres Verständnis für die Bedürfnisse ihrer KlientInnen besitzen, primär im Bezug auf die digitale Finanzwelt. Er führt auf, dass FINCA eine der wertvollsten und wichtigsten Mikrofinanzorganisationen der letzten 30 Jahren darstellt, nun aber nach und nach durch diese FinTechs Konkurrenz bekommt.

Wachstum der FinTechs

Die plötzliche Expansion dieser lässt sich vor allem auf die Einführung von Smartphones bzw. auf den gesteigerten Verkauf von Mobiltelefonen zurückführen. Heutzutage ist fast jeder in der Lage – selbst wenn er nur ein bis zwei Dollar pro Tag verdient – ein Mobiltelefon zu kaufen, zu besitzen und damit Geldtransferleistungen zu tätigen. Zusätzlich haben Entwicklungsländer und ihre Regierungen die Vorteile der finanziellen Inklusion erkannt, die sich für Wirtschaft und Gesellschaft ergeben, und fördern diese nun.

Rupert Scofield stellt dem jedoch entgegen, dass nicht alles für traditionelle Mikrofinanzinstitute verloren sei. Der klare Vorteil dieser liegt darin, dass sie die finanziellen Bedürfnisse von Millionen KleinunternehmerInnen schon seit mehreren Jahrzehnten kennen und erfüllen. Sie verstehen zurzeit die KlientInnen besser als neue FinTechs und können deshalb wieder schnell zu ihnen aufholen.

Vorteile der FinTechs nutzen traditionelle Mikrofinanzinstitute

Obwohl die Startup-Unternehmen zurzeit starke Konkurrenz  zu traditionellen Mikrofinanzinstitute darstellen, sind laut Scofield FinTechs sehr wichtig für sie. Die Technologien und Innovationen machen Finanzprodukte zugänglicher, schneller und effektiver. Ein breiteres Publikum kann angesprochen werden. So würden Mikrofinanzinstitute von den Startups lernen und sich weiterentwickeln können.

Das einzige Problem der FinTechs sieht der CEO darin, dass sie überwiegend nur aus kommerziellen Gründen betrieben werden. KlientInnen kämen zu den gemeinnützigen Organisationen zurück, da sie die (im Gegensatz zu den FinTechs) gemeinnützigen Ziele der Organisationen wie FINCA erkennen würden – nämlich die Sorge und das ernsthafte Verständnis der Verbraucher.

Fazit

Rupert Scofield hat keine Angst vor der Zukunft. Seiner Meinung nach bleibt die soziale Mikrofinanz ein wichtiger Baustein der Entwicklungsarbeit und dies würden auch die Menschen verstehen, die auf die Hilfe angewiesen sind. Profitorientierte Unternehmen würden Kunden verlieren, da sie keinen Bezug zum Wohlergehen der Menschen nehmen. Traditionelle Mikrofinanzorganisationen sind nachhaltig aufgebaut und werden lange bestehen bleiben, auch noch in 50 Jahren. Zwar werden sich die Bedürfnisse der Menschen ändern, aber so wandeln sich ebenfalls die Aufgaben und die Arbeit der MFOs. Es bleibt zu hoffen, dass diese Menschen sich aus der Armut befreien und so ein Leben ohne Sorgen führen können – dann auch mithilfe von traditionellen Mikrofinanzorganisationen sowie FinTechs.

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