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Nachhaltige Entwicklung: Für eine Verbesserung der sanitären Versorgung werden mehr private Investoren benötigt

Zur Verbesserung der sanitären Versorgung der armen Bevölkerung in Entwicklungsländern werden mehr private Investoren benötigt. Mikrofinanzinstitute können durch die Bereitstellung von Mikrokrediten eine entscheidende Rolle dabei einnehmen, die sanitäre Versorgung in Entwicklungsländern nachhaltig zu verbessern, berichtet der Beitrag auf ft.com.

Nach Schätzungen der UN haben weltweit etwa 2,5 Milliarden Menschen keinen Zugang zu sanitärer Grundversorgung. Durch das Fehlen von sanitären Anlagen steigt die Wahrscheinlichkeit von Durchfallerkrankungen, eine der Haupttodesursachen von Kindern unter fünf Jahren. Die einzige Option der armen Bevölkerung besteht darin, in ein Plumpsklo zu investieren. Dieses ist allerdings teuer in der Anschaffung und muss in regelmäßigen Abständen mithilfe von Saugfahrzeugen entleert werden, was mit weiteren Kosten verbunden ist. Laut der Autorin des genannten Artikels ist es somit eine der größten Herausforderungen, Möglichkeiten der Finanzierung zu schaffen, um die sanitäre Grundversorgung in Entwicklungsländern zu verbessern.

Die Schaffung von Märkten sowie die Aufklärung der Verbraucher über die gesundheitlichen Vorteile sanitärer Anlagen sind von großer Bedeutung. Nachfrage zu schaffen ist die eine Sache, Anreize für Investitionen in die für eine sanitäre Grundversorgung benötigte Infrastruktur zu schaffen, eine andere, so die Autorin. So kommen laut einem Bericht der International Finance Corporation, einem Teil der Weltbank-Gruppe, lediglich acht Prozent der finanziellen Mittel für den Ausbau der Wasser- und Sanitärinfrastruktur aus der Privatwirtschaft.

Die Wasser- und Sanitärversorgung obliegt in vielen Teilen der Dritten Welt der Regierung. So werden Versorgungsbetriebe häufig nicht auf eine finanziell tragfähige Weise betrieben, was den Zugang zu privaten Finanzierungsquellen erschwert. Zudem ist der traditionell öffentliche Sektor nicht immer erfolgreich darin, die notwendige Infrastruktur aufzubauen. Beispielsweise werden nach der Errichtung von Wasserbohrlöchern häufig keine notwendigen  Instandhaltungsdienstleistungen angeboten und die Gemeinden haben keinen Besitzanspruch.

Durch Mikrofinanzierung geförderte Unternehmen können mit pay-as-you-go-Modellen oder anderen innovativen Wegen zur Erzielung von Einnahmen aus der Errichtung von Wasser- und Sanitäreinrichtungen dafür sorgen, dass sich die sanitäre Versorgung in Entwicklungsländern nachhaltig verbessert. Zudem bieten Mikrofinanzinstitutionen, wie beispielsweise Guardian in Indien, Familien Zugang zu kleinen Krediten, die es ihnen erlauben, Produkte und Dienstleistungen des Wasser- und Sanitärbereichs wie Toilettenanlagen, den Anschluss an die kommunale Wasserversorgung, Equipment zur Regenwasserreinigung und häusliche Wasserreinigungsfilter zu kaufen.

Sanergy, eine Abspaltung eines Technologieinstituts aus Massachusetts, verfolgt ein anderes Konzept und vergibt an lokale, in Slums arbeitende Mikroentrepreneure Lizenzen für vor Ort von ihnen gebaute Toiletten. Die Mikroentrepreneure übernehmen für das Unternehmen die tägliche Abfallentsorgung, wobei der Abfall in organischen Dünger umgewandelt und an Landwirte gewinnbringend verkauft wird. Das Modell von Sanergy bietet folglich Arbeitsplätze, verbessert die sanitäre Versorgung und generiert den Mikroentrepreneuren die notwendigen Einnahmen, um finanziell unabhängig zu werden.

Ein erweiterter Zugang zu privater Finanzierung ist angesichts des genannten Artikels somit essentiell wichtig, um den globalen Bedarf an Wasser- und Sanitäreinrichtungen zu decken, da die Kapazität des öffentlichen Sektors zur Finanzierung der Infrastruktur wohl niemals ausreichen wird.
 

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