Die Bank im Bistum Essen unterstützt das Projekt „KOMPAK water and sanitation loan

Die Bank im Bistum Essen unterstützt das Projekt „KOMPAK water and sanitation loan"

Organisation
Bank im Bistum Essen
Projektname
„KOMPAK water and sanitation loan" für Frauen in Indonesien
Projektland
Indonesien
Projektbeschreibung
Bina Artha bietet u.a. Kredite für sanitäre Anlagen und Wasserfilter für Frauen in Indonesien, die keinen Zugang zum regulären Finanzmarkt haben. Insbesondere im ländlichen Bereich sind Verbesserungen notwendig. Durch bessere Hygiene verbreiten sich weniger Krankheiten und die Kindersterblichkeit wird verringert.
Partner & Geber
PT Bina Artha Ventura
Laufzeit
2018-2021

Elf Prozent der Bevölkerung Indonesiens leben in Armut. Doch was heißt das eigentlich ganz konkret für die rund 29 Millionen betroffenen Indonesier und Indonesierinnen? So wirklich können wir das hier in einem der reichsten Länder der Welt wohl nicht nachvollziehen. Aber vielleicht helfen uns ja Geschichten wie die von Yayah, zumindest eine vage Vorstellung zu bekommen. Die junge Frau aus Cagak in West-Java musste, aufgrund schlechter Hygienebedingungen im eigenen zu Hause, jahrelang im Nachbarhaus ihre Notdurft verrichten. Verständlicherweise eine Bürde für die Indonesierin – wer will schon bei den grundlegendsten Bedürfnissen auf die Hilfe anderer angewiesen sein?

Dank eines Kredits verfügt diese Familie nun über eine eigene Toilette

Geschichten wie die von Yayah sind kein Einzelschicksal. In 2015 hatten nur knapp 40 Prozent der Erdbevölkerung Zugang zu einer eigenen sicheren Toilette – nur knapp 70 Prozent benutzten überhaupt sanitäre Anlagen. Dies widerspricht nicht nur unserer Vorstellung eines würdigen Lebens, sondern stellt auch eine ernsthafte gesundheitliche Bedrohung da. So steht schlechte Hygiene in einem direkten Zusammenhang mit der Verbreitung von Krankheiten wie Cholera, Durchfall, Hepatitis A, Typhus und Polio (Kinderlähmung). Die Weltgesundheitsorganisation schätzt, dass jedes Jahr etwa eine halbe Milliarde Menschen an wasserbedingten Erkrankungen sterben. Es wird vermutet, dass etwa 10 Prozent der Weltbevölkerung durch Abwasser verschmutzte Nahrung zu sich nehmen.
Wie so häufig leiden unter diesen Bedingungen vor allem Kinder. Bessere sanitäre Anlagen und der Zugang zu sauberem Trinkwasser könnten pro Jahr 360.000 Kindern unter fünf Jahren das Leben retten. Auch die Schulbildung leidet unter schlechter sanitärer Ausstattung. Das Nicht-Vorhandensein separater sanitärer Bereiche ist ein Hindernis, welches dafür sorgt, dass vor allem viele junge Mädchen nicht zur Schule gehen.

Yayah präsentiert ihr Badezimmer

Doch verbessert sich die Lage in vielen Ländern – wenn auch nur langsam. Yayah zumindest hat mittlerweile ihre eigene Toilette; und zwar dank eines „KOMPAK water and sanitation loan“. Das neue Produkt des Mikrofinanzinstitutes Bina Artha Ventura (BAV) dient sowohl der Bereitstellung von sanitären Anlagen sowie Wasserfiltern, als auch der Finanzierung von Kleinunternehmen und steht allen Bestandskunden zu Verfügung, die bereits einen Gruppenkredit des MFIs erhalten haben. Bina Artha ist seit 2011 tätig und gehört zur Credit Access Asia Gruppe mit Sitz in Amsterdam, eine der weltweit führenden Holdings im Bereich Venture Capital und MSME-Finanzierung in Asien.
Genannte Gruppenkredite stellen das Kerngeschäft des Finanzdienstleisters dar. Das Institut hat es sich auf die Fahne geschrieben, vor allem Frauen zu unterstützen, die keinen Zugang zum regulären Finanzmarkt haben. Zurzeit profitieren circa 340.000 Frauen von einem Mikrokredit – was 97,5 Prozent aller Kunden entspricht. Die Kredite mit einer Laufzeit von 15 Monaten und einer maximalen Höhe von circa USD 490 werden an Gruppen von mindestens zehn Frauen, vornehmlich aus semiruralen und semiurbanen Gebieten, vergeben. Das noch immer deutlich spürbare Gemeinschaftsgefühl in diesen Gegenden, gepaart mit der Nähe zu städtischen Märkten, bildet die Grundlage für den Erfolg des Geschäftsmodells.

Neben Gruppenkrediten und den „KOMPAK“- Krediten bietet das MFI auch Individualkredite an, welche vor allem kleinen und mittleren Unternehmen zu Gute kommen - so wie dem von Anton aus Kediri in Ost-Java. Der Besitzer eines Garagenbetriebes für Motorräder hat sich vor allem wegen der freundlichen Beratung und flexiblen Laufzeiten und Tilgungsplänen für einen Kredit von BAV entschieden und kann nun zufrieden auf ein stetig wachsendes eigenes Unternehmen blicken. Die Laufzeiten der Kredite belaufen sich auf sechs bis 36 Monate, bei Beträgen von bis zu USD 2100.

Kunde Anton aus Kediri in Ost-Java. Er ist Besitzer eines Garagenbetriebes für Motorräder

Das Engagement von Institutionen wie BAV ist dringend notwendig. 64 Prozent der Indonesier und Indonesierinnen über 18 Jahren haben kein Kredit- oder Einlagenkonto und sind somit auf Mikrofinanzanbieter wie Bina Artha angewiesen. Vor allem die Geografie des Landes (die unzähligen Inseln) erschwert für große Teile der Bevölkerung den Zugang zu regulären Finanzdienstleistungen. Mikro-, kleine und mittlere Unternehmen machen 99 Prozent aller indonesischen Firmen sowie 58 Prozent des Bruttoinlandsproduktes aus und beschäftigen 108 Millionen Menschen.
Die BANK IM BISTUM ESSEN eG ist froh, einen solch starken Partner in Indonesien an ihrer Seite zu wissen. Nicht nur, dass es BAV als privates Unternehmen schafft, in einem staatlich dominierten Markt mit seinem Produktportfolio zu überzeugen. Sondern dass MFI befolgt dabei auch international anerkannte Regeln zum Schutz der Endkunden und wurde deshalb mit der SMART Zertifizierung ausgezeichnet.
Es ist toll, dass wir im Rahmen der von der BANK IM BISTUM ESSEN eG gemanagten KCD-Mikrofinanzfonds Menschen wie Yayah und Anton und Institutionen wie Bina Artha unterstützen können. Wir freuen uns auf viele weitere Jahre vertrauensvoller Zusammenarbeit in Indonesien.
Artikel geschrieben von der BANK IM BISTUM ESSEN eG
 

 

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