Opportunity International Deutschland unterstützt extrem arme Familien in Haiti durch das Projekt „Chemen Lavie Miyò (CLM) – Der Weg in ein besseres Leben

Opportunity International Deutschland unterstützt extrem arme Familien in Haiti durch das Projekt „Chemen Lavie Miyò (CLM) – Der Weg in ein besseres Leben"

Organisation
Opportunity International Deutschland
Projektname
Chemen Lavi Miyò (CLM) – Der Weg in ein besseres Leben
Projektland
Haiti
Projektbeschreibung
Durch einkommensgenerierende Aktivitäten und begleitende Schulungen, wird es extrem armen Familien ermöglicht, sich eine nachhaltige Existenzgrundlage aufzubauen. Dadurch verbessert sich die Lebenssituation der Familienmitglieder maßgeblich und sie können einen ersten Schritt aus der extremen Armut gehen.
Partner & Geber
Fonkoze Stiftung
Laufzeit
Juni 2018 – April 2020

Herausforderungen
Haiti ist das ärmste Land des lateinamerikanischen Kontinents und zählt zu den ärmsten Ländern der Welt. Das Departement Centre liegt in der zentralen Hochebene Haitis und ist eine der ärmsten Regionen des Landes. Viele der Menschen, die hier leben, gelten als extrem arm („ultrapoor“): Sie haben gar kein oder kein regelmäßiges Einkommen, sie können sich häufig keine einzige Mahlzeit am Tag leisten, ihr Zuhause bietet ihnen keinen zuverlässigen Schutz, sie haben meist keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser und es mangelt an sanitären Einrichtungen. Diese Familien sind mit dem täglichen Überlebenskampf so belastet, dass sie keine Zukunftspläne schmieden können und sich keine Hoffnung auf eine Verbesserung ihrer Lage machen.

Das Projekt
Seit Juni 2018 führt Opportunity International Deutschland gemeinsam mit der haitianischen Stiftung Fonkoze ein Chemen Lavi Miyò (CLM)-Projekt mit 250 Teilnehmern und Teilnehmerinnen durch. Dies ist das bislang zweite CLM-Kooperationsprojekt beider Akteure. Diese sogenannten Ultrapoor-Projekte basieren auf dem „Graduierungsansatz“, der von einer NGO in Bangladesch entwickelt wurde und den die Fonkoze Stiftung schon seit 11 Jahren erfolgreich nutzt. Studien zu den Ergebnissen dieses Hilfsansatzes in verschiedenen Ländern haben ergeben, dass es sich hierbei um eine äußerst wirkungsvolle Methode zur nachhaltigen Beseitigung extremer Armut handelt.

Zu Beginn des Projekts werden in den Zielgemeinden die ärmsten Haushalte ausgewählt. In den ausgewählten Familien sind es dann meist Frauen, die die direkten Begünstigten sind. Im Anschluss an die Auswahl der Familien wählen die Teilnehmer/innen jeweils zwei einkommensgenerierende Aktivitäten aus. Angeboten werden Schweine-, Ziegen- und Geflügelhaltung, Kleinhandel und Gemüseanbau. Es wird immer möglichst eine Aktivität mit kurzfristigem und eine mit längerfristigem Ertrag kombiniert, da dies ehrfahrungsgemäß langfristig die Erfolgschancen steigert. Die notwendigen Kenntnisse zur erfolgreichen Umsetzung der Aktivitäten werden in regelmäßigen Schulungen vermittelt.

Außerdem werden die sozialen Kompetenzen der Teilnehmer/innen gestärkt, damit sie zukünftig aktive Mitglieder der Gemeinde werden. Neben den einkommensgenerierenden Aktivitäten und den Schulungen ist die persönliche Betreuung der Familien durch die Mitarbeiter von Fonkoze ein sehr wichtiger Projektbestandteil. Während der wöchentlichen Besuche werden insgesamt zwölf verschiedene Themen zu Hygienemaßnahmen behandelt, kurze Lese- und Schreibübungen durchgeführt und über den Umgang mit Geld und Spareinlagen gesprochen. Auch der Zustand der Tiere und des Gemüseanbaus wird überprüft.

Da die einkommensgenerierenden Aktivitäten anfangs nur wenig Ertrag bringen, bekommen die Teilnehmer/innen als „kleine Atempause“ im täglichen Überlebenskampf in den ersten sechs Monaten ein wöchentliches Fördergeld in Höhe von 350 Gourdes (ca. 4 Euro). Die finanzielle Unterstützung hilft auch zu verhindern, dass die Begünstigten aus Not und Hunger das Vieh verkaufen oder selbst verzehren.

Innerhalb der ersten Monate des Projekts werden „Village Savings and Loans Associations“ (VSLAs) etabliert. Diese selbstorganisierten, dörflichen Spar- und Kreditpartnerschaften bieten ihren Mitgliedern eine Möglichkeit, Sparguthaben anzulegen und Zugang zu Mikrokrediten zu erhalten.

Durch das Projekt wird auch die Gesundheitssituation der Familien nachhaltig verbessert. In Zusammenarbeit mit Haitis größter NGO im Bereich Gesundheitsdienstleistungen, erhalten die Familien kostenlose Untersuchungen und Präventivmedizin in der nächstgelegenen Gesundheitsstation. Alle Kinder werden auf Unterernährung geprüft und falls nötig wird die entsprechende Behandlung organisiert. Eine Gesundheitsberaterin, die geprüfte Krankenschwester und gleichzeitig Patientenfürsprecherin ist, klärt die Frauen auch über Verhütung auf.

Um einen permanenten Zugang zu sauberem Trinkwasser sicherzustellen, bekommt jede Familie einen einfachen Wasserfilter. Für den Bau einer Latrine sowie für die Renovierung oder den Neubau einer einfachen, wetterfesten Hütte werden Baumaterialien zur Verfügung gestellt. Hilfestellung beim Bau erhalten die Familien von örtlichen Handwerkern.

Wirkung

Die Begünstigten, die das Graduierungsziel erreicht haben, können mit ihren kleinen Unternehmen Einkommen erwirtschaften, sie haben Pläne für ihre Zukunft und sind besser in ihre Gemeinden integriert. Sie verfügen über finanzielles und unternehmerisches Wissen und haben kleine Ersparnisse angelegt, mit denen sie ihre Pläne nach und nach umsetzen können und auch finanzielle Notsituationen besser überstehen können. Die Familien sind gesünder und die Kinder gehen regelmäßig zur Schule – sie bekommen somit eine fundierte Grundlage für eine bessere Zukunft. Die lokalen Strukturen wie die VSLAs, helfen den Familien dabei, den eingeschlagenen Weg fortzusetzen. Der ganzheitliche Ansatz des Projekts leistet einen wichtigen Beitrag zur Armutsbekämpfung und zur Frauenförderung im Departement Central Haitis.

 

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