World Vision unterstützt Familien in Myanmar mit Bildungskredit

World Vision unterstützt Familien in Myanmar mit Bildungskredit

Organisation
World Vision
Projektname
Bildungskredite an Familien in Myanmar
Projektland
Myanmar
Projektbeschreibung
World Vision unterstützt durch Bildungskredite eine bessere schulische Ausbildung für Kinder und Jugendliche
Partner & Geber
Vision Fund Myanmar
Laufzeit
Ab 2012

 

Myanmar: Ausgangslage und ökonomische Situation
 

Myanmar – früher auch Birma oder Burma genannt - ist mit 53 Mio. Einwohnern eines der größten Länder Südost- asiens. Doch viele Jahrzehnte der Isolation haben dazu geführt, dass es zugleich eines der ärmsten Länder der Region ist.

Das alte Königreich Birma fiel im 19. Jahrhundert – und erneut nach 1945 – an Großbritannien. 1948 wurde es unabhängig. Seitdem gab es nur eine kurze demokratische Phase. Ständige bewaffnete Konflikte ethnischer Minderheiten, Willkürakte aufeinander folgender Militärregierungen, Unterdrückung von Opposition und blutige Niederschlagungen von Demonstrationen lassen das Land nicht zur Ruhe kommen.

Mit der Wahl einer zivilen Regierung im November 2010 – der ersten seit fast 50 Jahren – begann in Myanmar ein beispielloser Wandel. Die wichtigsten Veränderungen waren der Übergang von der Militärdiktatur zur konstitutionellen Demokratie, von der Plan- hin zu einer Marktwirtschaft und von einer isolierten zu einer regional und international eingebundenen Gesellschaft.

In den vergangenen Jahren wurden zahlreiche politische Gefangene freigelassen, die Pressezensur und die Einschränkungen öffentlicher Demonstrationen wurden abgeschafft, es kam zu starken Währungsschwankungen auf dem freien Markt, ein Gesetz zur Regelung ausländischer Direktinvestitionen wurde verabschiedet, ein Waffenstillstandsabkommen zwischen der Regierung und 12 verschiedenen bewaffneten Gruppen wurde unterzeichnet, und diverse prominente Staatsoberhäupter besuchten das Land. In vielerlei Hinsicht hat sich das Land gewandelt.

Für die Armen und Schwachen in Myanmar hat sich jedoch nicht viel verändert. Die Investitionen in Gesundheit und Bildung sind nach wie vor gering. Viele Kinder besuchen trotz Schulpflicht keinen Unterricht. Sie müssen zu Hause mitverdienen und für viele ist der Schulbesuch zu teuer. Auch zu wenige und überfüllte Klassen, schlecht ausgestattete Schulen und mangelhaft ausgebildete Lehrer geben keinen Anreiz, zur Schule zu gehen. Viele brechen auch schon früh die Schule ab, nur 46 % besuchen weiterführende Schulen und die tatsächliche Analphabetenquote wird auf 10 % geschätzt.

Die Schlüsselfrage für World Vision in diesem Kontext lautet deshalb, wie die derzeitige Situation im Hinblick auf das Wohlergehen der Kinder positiv durch entsprechende Förderprogramme verändert werden kann.
 

Vision, Ziele und Arbeit von World Vision

Die Vision von World Vision ist, benachteiligten Kindern weltweit eine neue Perspektive zu schenken und den Kinderschutz sowie die gesundheitliche, bildungspolitische und wirtschaftliche Situation vor Ort nachhaltig zu verbessern. Die Arbeit finanziert sich dabei insbesondere durch Patenschaftsspenden und erfolgt in enger Zusammenarbeit mit den Betroffenen, lokalen Regierungsbehörden, Organisationen sowie Unternehmen.

Die Arbeit von World Vision in den Bereichen Nothilfe, Entwicklung und Interessenvertretung in Myanmar verbessert das Leben von vielen tausend Kindern (nicht zuletzt 74.000 Patenkindern). World Vision spielte eine wichtige Rolle beim Zustandekommen eines neuen Abkommens mit der Regierung, das verhindern soll, dass Kinder zu Soldaten werden, und zugleich Kindersoldaten zurück in die Gesellschaft integrieren soll. Die Organisation unterstützt alle, die vom Konflikt im Kachin-Staat betroffen sind.

World Vision arbeitet in den jeweiligen Projektländern mit dem gemeinnützigen Mikrofinanzpartner Vision Fund (VFI) zusammen. Vision Fund wurde 2003 gegründet und ist derzeit weltweit in 35 Ländern tätig. VFI trägt zu nachhaltigen Veränderungen bei, durch die das Leben von Kindern und ihren Familien sowie Dörfern verbessert wird.  Zudem werden „Child Wellbeing Outcomes“ ermittelt, um sicherzustellen, dass das zusätzliche Familieneinkommen tatsächlich den Kindern zugutekommt.

VFI ist federführend bei der Transformation des Finanzdienst- leistungssektors von Myanmar und stellt den dortigen Kleinbauern und -unternehmern Mikrofinanzdienstleistungen zur Verfügung.   Präsident Thein Sein kennt den dringenden Bedarf an Mikrofinanzdienstleistungen seines Landes, denn er weiß, dass sie das Einkommen der Armen verbessern können. Daher hat er bereits 2011 die Mikrofinanz zur nationalen Strategie erklärt. Infolgedessen wurde ein nationaler Rahmen / Plan für die Regulierung der Mikrofinanz eingeführt, der es VisionFund Myanmar erlaubt, seine Mikrofinanzdienstleistungen nicht nur fortzusetzen, sondern weiterhin auszubauen. Bereitgestellt werden die Darlehen durch ein Netz von 13 Service-Zentren in den wichtigsten städtischen und ländlichen Gebieten.
 

Das Projekt

Vision Fund Myanmar möchte mit der Kreditvergabe dazu beitragen, dass alle Kinder Zugang zu einer qualitativ hochwertigen Schulbildung und einer betrieblichen Ausbildung haben. Die Kreditvergabe konzentriert sich vor allem auf Schüler am entscheidenden Übergang von der Grundschule zur weiterführenden Schule, so dass diese insgesamt länger ausgebildet werden. Dies stellt gleichermaßen einen wirksamen Schutz vor Kinderarbeit dar.
Denn nach einer Studie von McKinsey und Partnern von UNCDF / Finscope zufolge, erhalten lediglich 35 % der Kinder in Myanmar eine Grundschulausbildung, 11 % sogar gar keine und nur 2 % der Schüler können später einen höheren Bildungsabschluss machen.  

Um den Kindern eine Schulausbildung zu ermöglichen bewerben sich 14 % der Klienten in Myanmar um einen Kleinkredit -  von im Durchschnitt 135 € - und können so die benötigten Schulmaterialien für ihre Kinder kaufen. Die Darlehen werden hauptsächlich für Bücher und Ausstattung, Schulgebühren bzw. -bekleidung,  Betreuungs- und Transportkosten aufgewendet.  So beträgt der durchschnittliche Schulweg für die Kinder innerhalb der World Vision-Projekte 2 Kilometer und auf das Lehrer-Schüler-Verhältnis kommt ein Lehrer pro 29 Schüler.

Über 65% der Finanzierung wird an Studenten in der Middle and High School vergeben, welche die Gruppe mit den höchsten Schulabbrüchen darstellt.

In den Projektgebieten Hlaing Thar Yar und South Dagon werden Bildungskredite für Schul- und Studiengebühren, Schulausstattung und -materialien aber auch beispielsweise für Schirme, Schuhwerk, (Regen-) Bekleidung verwendet. In einigen Fällen wurden sogar Fahrräder mit dem Darlehen erworben.  Diese Anschaffungen werden oft im Vorfeld oder zu Beginn des neuen Schuljahres getätigt.  Wenngleich die Kredite der Eltern auch für ausbildungsbezogene Aufwendungen genutzt werden, sind sie oft unzureichend im Hinblick auf die Gesamtausgaben, die im Laufe eines gesamten Schuljahres (i.d.R. 8 - 12 Monate) anfallen können,.  Zudem fallen höhere Kosten an,  sofern eine höhere Ausbildungsstufe (z.B. weiterführende Schule) besucht wird.

Bislang wurden insgesamt 1314 Klienten unterstützt; 81 hiervon waren Männer und 1233 Frauen.

Die Erfolge im Rahmen dieses Pilotprojektes zeigen sich – bezogen auf die Kinder – in verbesserter Unterrichtsbekleidung, besserer Schulausstattung, aber auch in einem allgemein größeren Selbstvertrauen, welche sie durch die diversen Maßnahmen entwickeln. Des Weiteren können die Schüler nach der Schule auch länger an der Nachmittagsbetreuung teilnehmen, was sich positiv auf die Leistung insgesamt auswirkt. In anderen Fällen ist es den Kindern nun möglich, sich pünktlich zum Schuljahresbeginn einzuschreiben oder auch nicht früher aus der Schule genommen zu werden aufgrund monetärer Engpässe innerhalb der Familie.

Für die Familien bzw. die Eltern der Kinder selbst bedeutet die Übernahme eines Kredites eine bessere Planung für ihre Haushaltsführung im laufenden Schuljahr und sie müssen nicht verschiedene Geldquellen, d.h. Kreditverleiher, auftun, um ihre benötigten Anschaffungen zu tätigen.
 

Neben den Bildungskrediten sind auch weitere Darlehensformen im Bereich der Mikrofinanzierung wichtig, um wirtschaftlichen Erfolg zu ermöglichen, der dem gesamten Haushalt, aber vor allem auch den Kindern, zugutekommt. Das enorme Wachstum zeigt den großen Bedarf preisgünstiger Kredite für Kleinunternehmer, Kleinbauern und Teilzeitbeschäftigte – und die Notwendigkeit von Investitionen in Bildungswesen und Wohnungsbau. Monatlich durchgeführte Feldstudien bestätigen die Tatsache, dass die Kinder vom höheren Haushaltseinkommen in Form von besserer Bildung, Nahrung und Kleidung profitieren.
 

Bisherige Erfolge

Im vergangenen Jahr hat sich die Zahl der Haushalte, die VisionFund Myanmar mit dringend benötigten kostengünstigen Finanzdienstleistungen versorgt hat, mehr als verdoppelt. Möglichkeiten, den Armen Myanmars Kredite zur Verfügung zu stellen und so ihr
Leben verbessern, gibt es reichlich.

Die Zahlen sprechen für sich: 90% der Kinder von Klienten sind in der Schule eingeschrieben und seit dem Jahr 2012 stieg die Summe der  der Bildungskredite, die an Eltern ausgezahlt wurden, um 330 % an.  Hierdurch konnten nahezu 20.000 Bildungskredite finanziert werden.

Erfolgsgeschichten

Eine Großmutter aus der Provinz Süd-Dagon beispielsweise kümmert sich um ihre beiden Enkel, die getrennt von ihren Eltern leben. Doch war es anfangs nicht einfach für sie, den Bildungsansprüchen gerecht zu werden und ihren Enkeln die Schule zu finanzieren, da sie nur wenig Geld aus ihrer Arbeit als Schneiderin erhielt. Nachdem sie von  Vision Fund Myanmar einen Kleinkredit in Höhe von rund 60 € erhalten  hatte konnte sie den Kindern mit dem Geld Fahrräder kaufen und freut sich: „Meine Enkel müssen nun nicht mehr zur Schule laufen, sondern sparen die Zeit und können dafür mehr in ihre Schulaufgaben investieren.“ Ihr Wunsch ist es, dass ihre Enkel eine Ausbildung und somit Bildung –auf langfristiger Ebene – erhalten, die sie weiterhin finanzieren wird.

Im zweiten Fall  musste eine Witwe mit 5 Kindern ihre 3 ältesten Kinder von der Schule nehmen, als ihr Mann plötzlich verstarb und der Familie keine Rücklagen für – beispielsweise – die Bildung der Kinder vermachte bzw. diese allgemein in einer schweren finanziellen Situation zurückließ.  Nun ist die Mutter aber entschlossen den beiden jüngsten Kindern die erste und fünfte Schulklasse zu ermöglichen. Da sie kein Einkommen hat, welches sie entbehren kann,  musste sie sich die Schultaschen von Nachbarn ausleihen und die Schuluniformen trugen die Kinder laufend, obwohl sie sich bereits in einem schlechten Zustand befanden. Mit einem Bildungskleinkredit von knapp 30 € kann sie ihren Kindern nun neue Schuluniformen, Schultaschen und zusätzliches Material anschaffen. Den Kredit zahlt sie auf wöchentlicher Basis zurück und bietet ihren Kindern endlich eine Perspektive für die Zukunft,  die sich jeden Tag aufs Neue auf die Schule freuen!


Sie können die Existenzgründer von World Vision auch online unterstützen:  Auf der Webseite www.worldvision.de/micro finden sich vielzählige Profile von Kreditnehmern sowie Informationen zu unserem neuen Spendenprodukt Micro – Der Gute Kredit.

 

Weitere Mikrofinanzprojekte des Monats:
 

Opportunity International Deutschland unterstützt 300 Reisbäuerinnen in Ghana – Jedes Reiskorn zählt

C-QUADRAT Asset Management unterstützt Klein(st)unternehmer/innen im Kaukasus mittels der Mikrofinanzfonds “Dual Return - Vision Microfinance”

Die Bank im Bistum Essen unterstützt Klein- und Kleinstunternehmen in Ecuador durch die Vergabe von Krediten über die von der BIB gemanagten Mikrofinanzfonds an die Mikrofinanzinstitution Banco Solidario

Der Deutsche Genossenschafts- und Raiffeisenverband untersützt die Förderung von KKMU durch gewerbliche Darlehen und MicroScore

Kleine Kredite für eine bessere Gesundheit: Oikocredit unterstützt den Bau von Sanitäranlagen in Indien

C-QUADRAT Asset Management unterstützt Klein(st)unternehmer in Zentralasien mittels der Mikrofinanzfonds “Dual Return - Vision Microfinance

Opportunity International Deutschland hilft mit Arbeit statt Flucht 1000 Handwerksunternehmen

World Vision unterstützt den Wiederaufbau auf den Philippinen

Was ein Mikrokredit ins Rollen bringen kann

Die Frankfurt School of Finance & Management unterstützt das Arabische Zentrum für landwirtschaftliche Entwicklung (ACAD)

World Vision unterstützt das Projekt Securing Africa's Future

Opportunity International Deutschland unterstützt Maniokbauern in Nicaragua

C-QUADRAT unterstützt Klein(st)unternehmer in El Salvador mittels Mikrofinanzfonds

Opportunity International Deutschland unterstützt Frauen in Indien

World Vision Deutschland verbessert Lebensgrundlagen für besonders benachteiligte Haushalte in Südäthiopien

Oikocredit unterstützt Kleinunternehmen im Senegal

Eisige Winter und schlechte Luft – Energieeffizienz in der Mongolei

World Vision Deutschland unterstützt Kleingewerbe in der Mongolei durch Mikrofinanzkredite

AFC Consultants International unterstützt die Gründung des Verbandes für Mikrofinanzinstitutionen in der DR Kongo

DGRV unterstützt Genossenschaften im Mikrofinanzsektor in Paraguay

Die Sparkassenstiftung unterstützt die Finanzsektorenentwicklung in Usbekistan

PlaNet Finance Deutschland fördert Frieden und Stabilität in Myanmar

Invest in Visions GmbH unterstützt Fundeser in Nicaragua

C-QUADRAT Asset Management unterstützt Klein(st)unternehmer in Lateinamerika

PlaNet Finance Deutschlands Mikrokreditprogramm für Sichelzellenanämie-Patienten und ihre Familien in Niger

Opportunity International unterstützt Sorghum-Farmer in Ghana mit Sozialer Mikrofinanz

Oikocredit unterstützt CRECER-Projekt "For a Better Life"

C-QUADRAT Asset Management unterstützt Klein(st)unternehmer in Armenien

Opportunity International Deutschland unterstützt die ländliche Bevölkerung Mosambiks durch Soziale Mikrofinanz

Aufbau und Stärkung genossenschaftlicher Strukturen in Lateinamerika durch den DGRV

Die Akademie Deutscher Genossenschaften (ADG) unterstützt das Mikrofinanznetzwerk SANABEL in Nahost und Nordafrika

Die Bank im Bistum Essen stärkt Familien in Ecuador

Kleingewerbeförderung für Erdbebenopfer auf Sumatra durch die Schmitz-Stiftungen

Hilfe zur Selbsthilfe für bedürftige Familien in King´Ori, Tansania durch World Vision

Kreditvergabe an Finca MC in Kirgisistan durch Invest in Visions

Bank mit Herz, Opportunity International Deutschland

Mikrofinanzinitiative der laotischen Frauenunion durch die Sparkassenstiftung für internationale Kooperation

Institutionelle Stärkung der Mikrofinanzinstitution ODEF in Honduras durch die Frankfurt School of Finance & Management

In Menschen investieren - bei Oikocredit!

Oikocredit unterstützt guatemaltekische Mikrofinanzinstitute

Unterstützen Sie PlaNet Finance Deutschland e.V.!

Sheabutter aus Ghana, PlaNet Finance Deutschland e.V.

Mikrofinanzprojekt des Monats
Die Bank im Bistum Essen unterstützt landwirtschaftliche Erzeuger in Georgien
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Die von der BANK IM BISTUM ESSEN gemanagten Mikrofinanzfonds vergeben ein Darlehen von 2 Mio. USD an die Mikrofinanzinstitution JSC „Micro Business Capital“ (MBC). Mit den Geldern baut MBC sein Portfolio in ländlichen Gebieten aus. ...mehr

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