Mikrofinanzprojekt des Monats: World Vision unterstützt das Projekt Securing Africa's Future

Mikrofinanzprojekt des Monats: World Vision unterstützt das Projekt Securing Africa's Future

Organisation
World Vision
Projektname
Securing Africa's Future – eine Initiative zum Aufbau der Widerstandsfähigkeit ländlicher Gemeinden in Ostafrika gegen Naturkatastrophen
Projektland
Tansania
Projektbeschreibung
Wirtschaftsförderung und Mikrofinanzprojekte zur Verbesserung von Lebensgrundlagen, Nahrungssicherheit und Umweltschutz ländlicher Gemeinden in Ostafrika
Partner & Geber
Vision Fund Tansania, World Vision Tansania (und Weitere)
Laufzeit
5 Jahre, Mai 2013 bis April 2018

Ausgangslage Tansania:

Obwohl Tansania ein ressourcenreiches Land mit hoher Artenvielfalt darstellt, zählt es zu einem der ärmsten Länder Afrikas – das Pro-Kopf-Einkommen der rund 45 Millionen Einwohner beträgt durchschnittlich $ US 609.

Zudem vernichten Überschwemmungen und Dürren große Teile der Ernte und sind Ursachen dafür, dass 25% der unter Fünfjährigen unterernährt sind. Viele Dörfer sind in entlegenen Gebieten und verfügen über schlechte, nicht asphaltierte Straßen, die Transporte und Handel erschweren. Güter werden somit teuer und leicht verderbliche Waren können über die weiten Strecken nicht transportiert werden. Aufgrund von Armut, Hunger und schlechter medizinischer Versorgung erreichen nur wenige Menschen ein Alter über 65 Jahren.

Der Landwirtschaftssektor stellt traditionell den wichtigsten Wirtschaftszweig dar: Hier sind 80% der tansanischen Arbeitskräfte beschäftigt und 85% der nationalen Exporte werden dort erzeugt. Doch nur 8% der Bevölkerung haben Zugang zu Finanzdienstleistungen.

Abholzung, Bodenerosion, Misswirtschaft im Hinblick auf Wassernutzung sowie der Klimawandel sind in Tansania heutzutage weit verbreitet und tragen zur Verringerung von verfügbaren Agrarflächen bei.

Somit ist neben Wasser, Hygiene und der Basisgesundheitsversorgung die Förderung der Landwirtschaft ein wichtiger Sektor. Hier hilft World Vision die Erträge zu steigern und Überschüsse zu erwirtschaften. Im ökonomischen Bereich werden Kleingewerbe und Kooperativen gefördert. Darüber hinaus setzt sich World Vision dafür ein, den Bildungsbereich zu verbessern und Menschen mit HIV zu unterstützen.

Vision, Ziele und Arbeit von World Vision Deutschland

Die Vision von World Vision Deutschland ist es, benachteiligten Kindern weltweit eine neue Perspektive zu schenken und den Kinderschutz sowie die gesundheitliche, bildungspolitische und wirtschaftliche Situation vor Ort nachhaltig zu verbessern. Die Arbeit wird dabei insbesondere durch Patenschaftsspenden finanziert und erfolgt in enger Zusammenarbeit mit den Betroffenen, lokalen Regierungsbehörden, Organisationen und Unternehmen.

Das Projekt:

Securing Africa’s Future wurde im Mai 2013 in Tansania als Initiative zur wirtschaftlichen Entwicklung gestartet. Es handelt sich dabei um einen integrativen Ansatz, der derzeit im Nordosten Tansanias als Pilotprojekt getestet wird, mit dem Ziel, diesen auf weitere Gebiete in Tansania und andere afrikanische Staaten auszuweiten. Der Fokus liegt dabei auf der Stärkung landwirtschaftlicher, ökonomischer und ökologischer Systeme, um den Menschen in ländlichen Gemeinden langfristig eine sichere Existenzgrundlage zu gewährleisten.

Die Initiative wird in den drei 3 World Vision-Projektgebieten Gorowa, Kisongo und Magugu durchgeführt und hat sich zum Ziel gesetzt, dort innerhalb der nächsten fünf Jahre insgesamt 9.000 Farmer zu unterstützen. Dies soll durch Zugang zu Finanzdienstleistungen, neuen Märkten und Spargruppen erreicht werden. Indirekt könnten von der Unterstützung auch 36.000 Familienmitglieder und zusätzlich 27.000 Kinder profitieren. Ferner ist die Schaffung und Erhaltung von 9.000 Arbeitsplätzen sowie die Förderung von 6.300 weiblichen Kreditnehmern Zielsetzung.
 
Das Projektmodell von Secure Africa`s Future fußt auf drei Säulen: Landwirtschaftliche Produktion nach marktorientiertem Ansatz (MLAP), der verbesserten Nutzung natürlicher Ressourcen sowie der Schaffung sozialer Sicherheitsnetze.
 

Was ist der MLAP-Ansatz?

MLAP wurde konzipiert, um den spezifischen Bedürfnissen von Kleinbauern gerecht zu werden und sie darüber hinaus verstärkt in die Wertschöpfungskette einzubinden – sie arbeiten zusammen in einer Gemeinde. Am Anfang ist es wichtig, Marktanalysen durchzuführen, um die Kaufbereitschaft auf dem Markt – gemessen an  Kriterien wie Vielfalt, Quantität oder Qualität – zu ermitteln. Erkenntnisse hieraus werden nach der Bedarfsermittlung an die Kleinbauern weitergegeben, um die Übereinstimmung von Angebot und Nachfrage zu optimieren. Den Farmern ist so möglich, die einzelnen Herstellungsschritte im Sinne der Wertschöpfungskette abzufolgen: Anbau, Ernte, Verarbeitung und Absatz der Güter.

Der MLAP-Ansatz ist zudem breit angelegt und wird aus einem Konsortium verschiedener Partner gebildet:

World Vision organisiert die Bildung von Gruppen und verschafft den Bauern Zugang zu verbessertem Saatgut beziehungsweise schult diese zu effektiveren und ressourcenschonenden Anbaumethoden.

Vision Fund stellt den Farmern Kredite zur Verfügung, etwa für Saatgut oder die Bezahlung von Arbeitskräften. Zusätzlich werden die Farmer beispielsweise mit Schulungen zu Finanzfragen oder weiteren Wirtschaftsgrundlagen unterstützt. Dies kann positive Auswirkungen auf die Existenzgrundlagen der Einwohner haben.

Ein Vorteil, der sich auf Dorfebene auswirkt, ist eine bessere Verhandlungsposition gegenüber den Käufern, die sich einstellt, da gut organisierte Farmer mittels vermehrter Güter bessere Preise aushandeln können. Durch die Einlagerung der Güter in Scheunen o.ä. ist es möglich, diese auch erst zu einem späteren Zeitpunkt zu verkaufen, was den Verkauf unabhängiger macht von Naturkatastrophen, wie Dürren oder Überschwemmungen. Dies trägt somit auch zur sozialen und finanziellen Absicherung bei: Familien können ein finanzielles Polster aufbauen, worauf sie im Bedarfsfall zurückgreifen können.

Die Organisation Farm Concern stellt den direkten Kontakt zu interessierten Händlern sowie Käufern her und versorgt die Farmer gleichzeitig mit Informationen über den Markt.

MicroEnsure bietet eine zusätzlich Getreideversicherung bei Ernteausfällen im Rahmen von außerplanmäßigen Ereignissen an.

Ergebnisse und Ausblick:

Ein erfolgreiches Modell beispielsweise mit Gemüsebauern wird nun auf Tierzüchter übertragen. Dabei konnten 2013 die Farmer in der Gorowa Region innerhalb von drei Monaten einen signifikanten Anstieg des Erbsenpreises erzielen – insgesamt wurden 31 Tonnen zu einem 22% höheren Verkaufspreis veräußert. Die Bauern arbeiteten mit Farm Concern zusammen und knüpften so Kontakt zu potentiellen Käufern der geernteten Erbsen. Des Weiteren unterstützte Farm Concern die Farmer dabei, ihre Erzeugnisse in Europa und Indien selbst zu vermarkten – ohne dabei auf die Hilfe profitorientierter Vermittler angewiesen zu sein.

Zudem wurden – in Zusammenarbeit mit dem African Conservation Tillage Network –  72 Vorzeigebauern in den Projektgebieten Gorowa and Kisongo als Trainer in den Bereichen Umweltschutz, Landwirtschaft und Geflügelzucht geschult.

VisionFund Tansania identifizierte beispielsweise vorhandene Spargruppen in der Region Magugu und konnte dort das bargeldlose Zahlen in Form eines Pilotprojektes einführen, um den bedürftigen Menschen mittels Mobiltelefonen einen Zugang zu Finanzdienstleistungen zu gewähren.

Herausforderungen

In der Testphase zum Pilot „Bargeldloses Zahlen” wurden noch Herausforderungen identifiziert, welche aber bei den zuständigen Partnerunternehmen gemeldet wurden, die für die Implementierung des papierlosen Prozesses zuständig sind.
Es konnte dabei zeitweise zu technologischen Störungen kommen, die zur Blockierung des SMS-Dienstes bei Vision Fund führten oder die Datenlieferung an die Klienten beeinträchtigte.  
Dieser Vorfall wurde allerdings zügig mit dem Anbieter geklärt, da reibungsfreie SMS-Dienste für den Projekterfolg von zentraler Bedeutung  sind.

Erfolgreich durch Kleinkredite

„Durch die Unterstützung von MLAP hat sich mein Leben rundherum zum Positiven verändert”, erzählt der Reisfarmer Shabani Eid aus Tansania. Denn: Ab dem Zeitpunkt, als Shabani Eid am marktorientiertem Landwirtschaftsprogramm (MLAP) von World Vision Tansania und VisionFund Tansania teilnahm, änderten sich drei Dinge für ihn:

Er konnte widerstandsfähigeres Reissaatgut kaufen, das einen aromatischeren Geschmack aufweist. Als Teil einer Gruppe von Farmern erhielt er einen Mikrokredit, um sich Anbauzubehör zu guten Konditionen zu kaufen. Zusätzlich war es Shabani nun möglich statt einem halben Hektar Land nun drei Hektar zu kultivieren, da er diese nicht mehr vermieten musste, sondern genug Geld hatte, sich mit ausreichend Gerätschaften auszustatten.

Mit diesen drei Maßnahmen schaffte es Shabani schließlich, seine Erträge zu vervierfachen – auf insgesamt 122 Reissäcke. Und mit diesem Einkommen aus seiner letzten Ernte konnte Shabani das Schulgeld seiner vier Kinder für ein Jahr im Voraus bezahlen. Zusätzlich baute er eine Latrine für sein Haus und richtete einen Wasserhahn ein, erweiterte den kleinen Lebensmittelkiosk seiner Frau auf die dreifache Größe, kaufte sich ein Motorrad für Transportzwecke und begann, ein Gasthaus als drittes Standbein zu errichten.

 

NEU:

Ab sofort kann man Existenzgründer bei World Vision auch online unterstützen:  Auf der Webseite www.worldvision.de/micro finden sich vielzählige Profile von Kreditnehmern sowie Informationen zu unserem neuen Spendenprodukt Micro – Der Gute Kredit.
 

Weitere Mikrofinanzprojekte des Monats:

 

Opportunity International Deutschland unterstützt 300 Reisbäuerinnen in Ghana – Jedes Reiskorn zählt

C-QUADRAT Asset Management unterstützt Klein(st)unternehmer/innen im Kaukasus mittels der Mikrofinanzfonds “Dual Return - Vision Microfinance”

Die Bank im Bistum Essen unterstützt Klein- und Kleinstunternehmen in Ecuador durch die Vergabe von Krediten über die von der BIB gemanagten Mikrofinanzfonds an die Mikrofinanzinstitution Banco Solidario

Der Deutsche Genossenschafts- und Raiffeisenverband untersützt die Förderung von KKMU durch gewerbliche Darlehen und MicroScore

World Vision unterstützt Familien in Myanmar mit Bildungskredit

Oikocredit unterstützt den Bau von Sanitäranlagen in Indien

C-QUADRAT Asset Management unterstützt Klein(st)unternehmer in Zentralasien mittels der Mikrofinanzfonds “Dual Return - Vision Microfinance

Opportunity International Deutschland hilft mit Arbeit statt Flucht 1000 Handwerksunternehmen

World Vision unterstützt den Wiederaufbau auf den Philippinen

Was ein Mikrokredit ins Rollen bringen kann

Die Frankfurt School of Finance & Management unterstützt das Arabische Zentrum für landwirtschaftliche Entwicklung (ACAD)

Opportunity International Deutschland unterstützt Maniokbauern in Nicaragua

C-QUADRAT unterstützt Klein(st)unternehmer in El Salvador mittels Mikrofinanzfonds

Opportunity International Deutschland unterstützt Frauen in Indien

World Vision Deutschland verbessert Lebensgrundlagen für besonders benachteiligte Haushalte in Südäthiopien

Oikocredit unterstützt Kleinunternehmen im Senegal

Eisige Winter und schlechte Luft – Energieeffizienz in der Mongolei

World Vision Deutschland unterstützt Kleingewerbe in der Mongolei durch Mikrofinanzkredite

AFC Consultants International GmbH Mikrofinanzprojekt des Monats: AFC Consultants International unterstützt die Gründung des Verbandes für Mikrofinanzinstitutionen in der DR Kongo

DGRV unterstützt Genossenschaften im Mikrofinanzsektor in Paraguay

Die Sparkassenstiftung unterstützt die Finanzsektorenentwicklung in Usbekistan

PlaNet Finance Deutschland fördert Frieden und Stabilität in Myanmar

Invest in Visions GmbH unterstützt Fundeser in Nicaragua

C-QUADRAT Asset Management unterstützt Klein(st)unternehmer in Lateinamerika

PlaNet Finance Deutschlands Mikrokreditprogramm für Sichelzellenanämie-Patienten und ihre Familien in Niger

Opportunity International unterstützt Sorghum-Farmer in Ghana mit Sozialer Mikrofinanz

Oikocredit unterstützt CRECER-Projekt "For a Better Life"

C-QUADRAT Asset Management unterstützt Klein(st)unternehmer in Armenien

Opportunity International Deutschland unterstützt die ländliche Bevölkerung Mosambiks durch Soziale Mikrofinanz

Aufbau und Stärkung genossenschaftlicher Strukturen in Lateinamerika durch den DGRV

Die Akademie Deutscher Genossenschaften (ADG) unterstützt das Mikrofinanznetzwerk SANABEL in Nahost und Nordafrika

Die Bank im Bistum Essen stärkt Familien in Ecuador

Kleingewerbeförderung für Erdbebenopfer auf Sumatra durch die Schmitz-Stiftungen

Hilfe zur Selbsthilfe für bedürftige Familien in King´Ori, Tansania durch World Vision

Kreditvergabe an Finca MC in Kirgisistan durch Invest in Visions

Bank mit Herz, Opportunity International Deutschland

Mikrofinanzinitiative der laotischen Frauenunion durch die Sparkassenstiftung für internationale Kooperation

Institutionelle Stärkung der Mikrofinanzinstitution ODEF in Honduras durch die Frankfurt School of Finance & Management

In Menschen investieren - bei Oikocredit!

Oikocredit unterstützt guatemaltekische Mikrofinanzinstitute

Unterstützen Sie PlaNet Finance Deutschland e.V.!

Sheabutter aus Ghana, PlaNet Finance Deutschland e.V.




 

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