Supportakteure

Supportakteure

Die Supportakteure sind in den Unterstützer-Ländern tätig, im Gegensatz zu den Implementierungakteuren, die in den Empfänger-Ländern, meist Schwellen- und Entwicklungsländern, arbeiten. Die Supportakteure nehmen dabei die Rolle der Kapital-Fundraiser ein, welches sie den Implementierungsakteuren zur Verfügung stellen. Die Implementierungsakteure sind die Einrichtungen, welche die Arbeit vor Ort leisten: Sie vergeben die Mikrokredite, stellen Sparmöglichkeiten zur Verfügung und vermitteln Mikroversicherungen. Implementierungsakteure arbeiten nach einem ganzheitlichen Ansatz, begleiten und schulen die Klienten zusätzlich zu betriebswirtschaftlichen, gesundheitlichen und sozialen Themen. Die Supportakteure der Mikrofinanzbranche befinden sich zumeist in den westlichen Industriestaaten.

Supportakteure lassen sich anhand ihrer Finanzierung unterscheiden.  Spendenorientierte Supportakteure, also gemeinnützige Einrichtungen wie Stiftungen und Vereine, werben um Spenden für Mikrofinanzprojekte, die an Implementierungspartner weitergeleitet werden. Investitionsorientierte Supportakteure hingegen bieten Anlagemöglichkeiten für Sparer und Investoren. Bei ihnen angelegtes Kapital wird Implementierungsakteuren als Darlehen für ihre Arbeit zur Verfügung gestellt.

Die Förderer dieses Portals vertreten die Auffassung, dass beide Formen der Mittelgewinnung für einen funktionierenden Mikrofinanzsektor und somit für eine effektive Bekämpfung der Armut notwendig sind.

Das Beispiel vom Implementierungspartner  Sinapi Aba Trust (SAT) macht deutlich, wie sehr sich die Arbeit von spenden- und investitionsorientierten Supportakteuren ergänzen. SAT ist mit derzeit über 100.000 Klienten eine der größten Mikrofinanzinstitutionen in Ghana und arbeitet nach einem ganzheitlichen, klar auf Armutsreduktion orientierten Ansatz. Sowohl Opportunity International Deutschland als spendenorientierter, als auch Oikocredit als investitionsorientierter Supportakteur arbeiten mit SAT zusammen.

Die Vergabe von Mikrokrediten wird bei SAT in großem Umfang durch von Oikocredit bereitgestelltem Kapital ermöglicht. Die dafür notwendigen großen Kapitalmengen lassen sich nur durch Investitionen zur Verfügung stellen. Die spendenfinanzierte Unterstützung Opportunity International Deutschlands ermöglicht es SAT, seinen Klienten neben der reinen Kreditvergabe weitergehende Angebote zu machen, wie zum Beispiel Schulungen zu betriebswirtschaftlichen, gesundheitlichen und sozialen Themen. Die Begleitung der Klienten durch Kreditbetreuer lässt diese im Alltag nicht mit ihren unternehmerischen und persönlichen Problemen allein. Durch Spenden kann zudem der Aufbau neuer Filialen auf dem Land vorangetrieben werden. Dadurch erhalten gerade die Menschen außerhalb der Ballungszentren und Städte den dringend notwendigen Zugang zu Finanzdienstleistungen. Innovative Konzepte wie die „Bank auf Rädern“ ersparen den Menschen auf dem Land lange Wege, sind anfänglich aber wirtschaftlich ein Zuschussgeschäft – jedoch eines mit hoher sozialer Rendite.  

Für einen nachhaltigen Mikrofinanzsektor sollten alle Implementierungspartner finanzielle Nachhaltigkeit anstreben. Ein rein spendenfinanzierter Sektor erscheint nicht sinnvoll, ebensolches gilt für ein rein auf Investitionen orientiertes Modell. Spenden sind für die Arbeit vor Ort wichtig, da sie einen ganzheitlichen Ansatz in der Mikrofinanz ermöglichen.

In unserem kontinuerlich wachsendem Organisationsverzeichnis finden Sie viele nationale sowie internationale Supportakteure.

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